Goldpreis, Edelmetalle

Goldpreis erholt sich stark: Von 4.100 auf über 4.500 US-Dollar nach Iran-Krisenberichten

26.03.2026 - 09:31:55 | ad-hoc-news.de

Nach dem Tief von knapp 4.100 US-Dollar pro Feinunze am Montag hat sich der Spot-Goldpreis mittwochs auf über 4.500 US-Dollar erholt. Geopolitische Entspannungssignale und Zinserwartungen treiben die Rallye an – ein Kaufsignal für europäische Investoren?

Goldpreis, Edelmetalle, Geopolitik - Foto: THN
Goldpreis, Edelmetalle, Geopolitik - Foto: THN

Der Goldpreis hat sich in den letzten Tagen deutlich erholt. Nach einem Einbruch auf knapp 4.100 US-Dollar pro Feinunze am Montag, dem tiefsten Stand seit November 2025, notierte Spot-Gold mittwochs bei etwa 4.521 US-Dollar und legte damit über 400 Dollar zu. Diese Erholung wird vor allem durch Berichte über einen möglichen Friedensplan der USA im Iran-Konflikt angetrieben, die die geopolitischen Risiken dämpfen.

Stand: Donnerstag, 26. März 2026, 10:00 Uhr MEZ

Die dramatische Wochenkurve des Goldpreises

Am Montag fiel der Goldpreis zeitweise auf 4.100 US-Dollar pro Feinunze, getrieben durch Spekulationen auf höhere Zinsen der US-Notenbank Fed. Die Realrenditen US-Staatsanleihen stiegen auf knapp 2 Prozent, was die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall erhöhte. Der starke US-Dollar verstärkte diesen Druck zusätzlich. Bereits am Dienstag setzte eine Erholung ein, die sich mittwochs fortsetzte: Im Londoner Fix notierte Gold bei 4.578 US-Dollar, während COMEX-Futures zeitweise über 4.600 US-Dollar kletterten.

Diese Unterschiede zwischen Spot-Gold, LBMA-Benchmark und COMEX-Futures sind typisch in volatilen Phasen. Während Spot-Gold den physischen Markt widerspiegelt, reagieren Futures stärker auf Spekulationspositionen. Derzeit zeigen beide Segmente eine Bodenbildung, bestätigt durch Chartanalysen rund um die 200-Tage-Linie.

Geopolitik als entscheidender Treiber

Der dominante Auslöser der Erholung sind Medienberichte über einen 15-Punkte-Friedensplan der US-Regierung an den Iran. Die Eskalation im Nahen Osten, inklusive Blockade der Straße von Hormus, hatte zuvor Ölpreise in die Höhe getrieben und Gold als Safe-Haven gestützt – paradoxerweise fiel der Preis dennoch, da Zinserwartungen überwogen. Nun dämpfen Deeskalationssignale die Krisenprämie, erlauben aber Käufern einen Einstieg zu attraktiven Kursen.

Analyst Mark Haefele von UBS sieht hier eine Kaufchance: 'Da sich einige Faktoren in den kommenden Monaten umkehren werden, nutzen Anleger die aktuellen Notierungen als Einstieg.' Für DACH-Investoren relevant: Der Goldpreis in Euro fiel parallel auf unter 4.200 Euro pro Unze, nun wieder über 4.300 Euro.

US-Zinspolitik und Dollar-Effekt

Die Fed-Sitzung im März 2026 signalisierte nur eine Zinssenkung für das Jahr statt drei zuvor erwarteter. Dies trieb die 10-jährigen US-Treasury-Yields auf 2 Prozent und den Dollar-Index um 2 Prozent höher. Gold, als Non-Yield-Asset, leidet unter solchen Bedingungen direkt: Höhere Realzinsen machen zinstragende Alternativen attraktiver. Die Erholung deutet nun auf abnehmende Zinshysterie hin.

In Europa spürt der Goldmarkt dies über den schwächeren Euro: EUR/USD bei 1,1569. Europäische Zentralbank-Expectations bleiben dovish, was Gold in Euro stützt. Physische Nachfrage aus DACH bleibt robust, getrieben von Inflationsängsten.

ETF-Flows und Zentralbanken

Trotz Preiseinbruch flossen in Gold-ETFs netto Mittel zu – ein Zeichen starker Fundamentaldaten. Seit Jahresbeginn verzeichnet Gold +38 Prozent, Silber +8 Prozent. Zentralbanken, insbesondere aus Asien, kauften weiter: China und Indien deckten Positionen ab. Diese Struktur stützt den Spot-Markt langfristig, unabhängig von kurzfristigen Futures-Schwankungen.

COMEX-Positioning zeigt Netto-Long-Positionen abnehmend, was weitere Erholungen ermöglicht. Physische Lieferungen aus LBMA-Lagern nahmen zu, signalisieren reale Nachfrage.

Ausblick: Widerstände und Unterstützungen

Technisch testet Gold den Widerstand bei 4.610 US-Dollar. Darüber könnte 4.720 folgen, darunter Unterstützung bei 4.510 und 4.300. Charttechnik im EUR-Chart zeigt Bodenbildung an der 200-Tage-Linie. Risiken bleiben: Neue Fed-Signale oder Iran-Eskalation könnten die Erholung stoppen.

Für Investoren: Der aktuelle Dip bot Einstiege, doch Volatilität herrscht. Europäische Anleger profitieren von Euro-Schwäche.

Silber und andere Edelmetalle

Silber erholte stärker: Von 61 auf 73 US-Dollar pro Unze (+5 Prozent). Platin bei 1.970, Palladium bei 1.457 US-Dollar. Industrie-Nachfrage stützt PGMs, während Gold rein safe-haven getrieben ist.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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