Google Gemini erleichtert Wechsel von ChatGPT und Claude
28.03.2026 - 00:00:35 | boerse-global.deGoogles KI-Assistent Gemini startet eine Offensive gegen die Konkurrenz: Nutzer können jetzt ihre kompletten Chat-Verläufe und persönlichen Erinnerungen von Rivalen wie ChatGPT und Claude importieren. Das Feature soll den Wechsel so einfach wie einen Browserwechsel machen.
Zwei Wege für den Datenumzug
Google bietet zwei Methoden an, um die digitale Vergangenheit mitzunehmen. Für komplette Chat-Historien lassen sich bis zu fünf gepackte .zip-Dateien pro Tag hochladen, maximal 5 GB pro Stück. Die importierten Unterhaltungen erscheinen dann in der Seitenleiste und sind durch ein Symbol gekennzeichnet.
Der Transfer sensibler Chat-Historien und persönlicher Nutzerdaten zwischen KI-Systemen unterliegt strengen Dokumentationspflichten. Diese kostenlose Excel-Vorlage hilft Ihnen, Ihr Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO rechtssicher und mit minimalem Zeitaufwand zu erstellen. Kostenlose Excel-Vorlage für das Verarbeitungsverzeichnis herunterladen
Der zweite Weg betrifft die wertvollen „Memories“ – also gespeicherte Vorlieben, Beziehungen und Kontext. Hierfür stellt Gemini einen vorgefertigten Prompt bereit. Nutzer kopieren ihn in ihren alten KI-Assistenten, der daraufhin eine Zusammenfassung der persönlichen Daten erstellt. Diese wird dann einfach in Gemini eingefügt, analysiert und für künftige, maßgeschneiderte Antworten genutzt.
Der Kampf um die Nutzerbindung
Hinter der scheinbaren Bequemlichkeit steckt eine klare Strategie im erbitterten KI-Marktkampf. Google will die Hürde senken, von etablierten Diensten wie OpenAI's ChatGPT (900 Millionen wöchentliche Nutzer) oder Anthropics Claude zu wechseln. Bislang hatte Gemini laut Angaben 750 Millionen monatlich aktive Nutzer.
Die Konkurrenz schläft nicht: Anthropic führte bereits Anfang März ein ähnliches Import-Tool ein. Der Trend zur Interoperabilität ist klar. Künftig könnte es nicht mehr nur um die beste KI, sondern um das nahtloseste Nutzererlebnis gehen. Könnte ein standardisiertes „KI-Gedächtnis“-Format folgen, ähnlich wie bei Browser-Bookmarks?
Datenschutz bleibt Hürde in Europa
Wo persönliche Daten fließen, sind Datenschutzfragen unvermeidlich. Google gibt an, importierte Daten zur Verbesserung der Dienste und zum Training der KI-Modelle zu nutzen. Sie werden in die „Gemini Apps Activity“ integriert.
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Auffällig: Das neue Feature ist nicht in der EU, der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich verfügbar. Der Grund liegt nahe: Die strengen Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfordern für solche Datenübertragungen oft zusätzliche rechtliche Rahmenbedingungen und Sicherheitsvorkehrungen. Wann und unter welchen Bedingungen europäische Nutzer nachziehen können, ist noch unklar.
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