WDH / ROUNDUP: Vance moderiert 'Charlie Kirk Show' aus dem WeiĂen Haus
15.09.2025 - 22:40:03Linker, nicht Linke) und ausgefallene Buchstaben im Wort "Ăberzeugungen" im 12. Absatz eingesetzt.)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-VizeprĂ€sident JD Vance hat eine Episode des Podcasts von Charlie Kirk moderiert, um an den getöteten rechten Aktivisten zu erinnern. Seine GĂ€ste und er stellten das VermĂ€chtnis Kirks ins Zentrum, das sie stark religiös aufluden. Zugleich machten sie erneut deutlich, wen das Lager von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr das Attentat als verantwortlich ansieht: die politische Gegenseite.
Die im WeiĂen Haus aufgezeichnete Sonderausgabe des Podcasts wurde auf der bei US-Konservativen populĂ€ren Plattform Rumble ĂŒbertragen. Vance erklĂ€rte darin, man setze alles daran, die HintergrĂŒnde der Tat aufzuklĂ€ren - und gegen "das Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen" vorzugehen, das seiner Darstellung nach Gewalt fördere.
FBI-Chef: DNA-Spuren passen zu TatverdÀchtigem
Ăber die Motive des TatverdĂ€chtigen ist bislang wenig bekannt. Bei dem vor ein paar Tagen festgenommenen Mann handelt es sich um einen 22-JĂ€hrigen. Der entscheidende Tipp fĂŒr die Festnahme kam nach offiziellen Angaben aus der Familie des TatverdĂ€chtigen. Nach Angaben von FBI-Chef Kash Patel hatte der Vater seinen Sohn auf Fahndungsaufnahmen erkannt.
Patel zufolge stellten Ermittler inzwischen DNA-Spuren auf einem um eine Waffe gewickelten Handtuch fest, die in der NĂ€he des Tatorts gefunden worden war. Diese stimmten mit der DNA des TatverdĂ€chtigen ĂŒberein, sagte Patel dem Sender Fox News. Gleiches gelte fĂŒr DNA-Spuren, die auf einem Schraubenzieher festgestellt worden seien, den Ermittler auf dem Dach gefunden hĂ€tten, von dem der TatverdĂ€chtige geschossen haben soll.
Nach Angaben der Behörden verweigerte der junge Mann zunÀchst die Zusammenarbeit mit den Ermittlern. "Der VerdÀchtige hat bisher nicht kooperiert", sagte Gouverneur Spencer Cox am Wochenende im Sender NBC News. Er stamme aus einer konservativen Familie, seine "Ideologie" weiche aber davon ab. "Es gab eindeutig eine linke Ideologie bei diesem AttentÀter", sagte der Gouverneur. Er hatte die Tat zuvor als "politisches Attentat" eingestuft.
Trump macht "radikale Linke" verantwortlich
Trump hatte bereits kurz nach der Tat die Rhetorik "radikaler Linker" verantwortlich gemacht. Kritiker warfen ihm vor, damit die Stimmung im Land zusÀtzlich anzuheizen, statt einende Worte zu wÀhlen.
Kirk war am Mittwoch auf dem Campus einer UniversitÀt in Utah angeschossen worden und starb spÀter im Krankenhaus. Die Tat reiht sich ein in eine Serie politisch motivierter Gewalttaten in den USA. Erst vor wenigen Monaten wurden im Bundesstaat Minnesota eine demokratische Politikerin und ihr Ehemann erschossen. Auch auf Trump war im vergangenen Jahr bei einem Wahlkampfauftritt geschossen worden. Behörden und Experten warnen seit Langem vor zunehmender Radikalisierung - befeuert durch Hass im Netz und aggressive Rhetorik.
WĂ€hrend Trumps Leute den Demokraten die Schuld an der Eskalation geben, werfen diese dem PrĂ€sidenten und seinem Lager vor, mit ihrer Sprache selbst den Boden fĂŒr Gewalt zu bereiten.
Miller spricht von "inlÀndischer Terrorbewegung"
Auch in der von Vance moderierten Podcastfolge gab es Schuldzuweisungen. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller sprach von einer "organisierten Kampagne" linker Gruppen, die zu der Tat gefĂŒhrt habe, und nannte sie eine "inlĂ€ndische Terrorbewegung". Man werde umfassende Ressourcen der US-Regierung nutzen, um diese Bewegung "im Namen von Charlie" zu zerschlagen.
Beobachter warnen, eine solche Rhetorik könne nicht nur als Rechtfertigung fĂŒr Vergeltung dienen, sondern auch als Vorwand genutzt werden, um demokratische Strukturen und politische Gegner zu schwĂ€chen. Sie werten dies als weiteren Beleg fĂŒr den autoritĂ€ren Regierungsstil unter Trump.
Privatpersonen und Journalisten im Fokus von Kirk-AnhÀngern
Welche Dynamik solche Worte entfalten können, zeigt sich schon jetzt: Seit dem Attentat gerieten etliche Privatpersonen in den Fokus von Kirk-AnhĂ€ngern - teils, weil sie seine Ermordung verharmlosten, teils aber auch lediglich, weil sie auf umstrittenen ĂuĂerungen von Kirk hingewiesen hatten. Mehrere wurden bei ihren Arbeitgebern gemeldet. Das US-AuĂenministerium drohte zudem AuslĂ€ndern mit dem Entzug ihrer Visa, sollten sie im Internet die Tat rechtfertigen.
In diesem Klima geriet auch ZDF-Journalist Elmar TheveĂen in die Kritik, unter anderem, nachdem er in einem Podcast Trumps stellvertretenden Stabschef Miller mit Ăberzeugungen aus dem Dritten Reich in Verbindung gebracht hatte. Der frĂŒhere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, griff dies auf, bezeichnete TheveĂen auf X als "linksradikal" und forderte, ihm das US-Visum zu entziehen.
Das ZDF teilte knapp mit, man nehme die Aussagen zur Kenntnis. "Die Arbeit von Elmar TheveĂen ist durch die Pressefreiheit geschĂŒtzt." Sie sei ein hohes Gut, in Deutschland und in den USA.
Spendenaufrufe fĂŒr Kirks Organisation
Kirks Tod entfaltet in den USA eine enorme politische Schlagkraft. Er galt als prĂ€gende Stimme der US-Rechten und erreichte ein Millionenpublikum, vor allem junge MĂ€nner. 2012 grĂŒndete er die Jugendorganisation Turning Point USA, die heute an zahlreichen Highschools und Hochschulen aktiv ist.
Seit dem Attentat haben Kirks Ehefrau Erika und WeggefĂ€hrten wie der ultrarechte Publizist Steve Bannon Kirks Reichweite und Plattformen genutzt, um die AnhĂ€nger weiter anzusprechen. Sie bezeichneten Kirk unter anderem als "Amerikas gröĂten christlichen MĂ€rtyrer". Turning Point USA verschickte zudem Spendenaufrufe, in denen der Tod des 31-JĂ€hrigen in drastischen Worten als Aufruf zum politischen Engagement dargestellt wurde.
Auch im von Vance moderierten Podcast wurde Kirks VermĂ€chtnis stark religiös gerahmt. Die Runde - neben Vance und Miller nahmen auch Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Trumps Sprecherin Karoline Leavitt teil - leitete daraus den Auftrag ab, Kirks Netzwerk fortzufĂŒhren und auszubauen. Vor allem junge Konservative sollten sich demnach offen zum Christentum bekennen und Kirks Botschaften in Politik und Gesellschaft weitertragen.

