Produktion/Absatz, Wettbewerb

Proteste am Tesla-WerksgelĂ€nde und Verletzte - Polizei in Großeinsatz

10.05.2024 - 14:04:26

GRÜNHEIDE - Aktivisten haben am Freitag versucht, auf das WerksgelĂ€nde von Tesla US88160R1014 vorzudringen.

(neu: Aktualisiert und mehr Details.)

GRÜNHEIDE (dpa-AFX) - Aktivisten haben am Freitag versucht, auf das WerksgelĂ€nde von Tesla US88160R1014 vorzudringen. EinsatzkrĂ€fte verhinderten das, hieß es von der Polizei am Freitagnachmittag. Die Protestlage rund um das Werk in GrĂŒnheide in der NĂ€he von Berlin schilderten die EinsatzkrĂ€fte zwischenzeitlich als sehr dynamisch. Es seien mehrere Kleingruppen von Demonstranten rund um das GelĂ€nde unterwegs, sagte ein Polizeisprecher. Auf dem Parkplatz vor dem Tesla-Werk standen laut Polizei mehrere Wasserwerfer sowie ein RĂ€umpanzer. Diese seien zunĂ€chst aber nicht eingesetzt worden. Die Polizei war mit zahlreichen KrĂ€ften vor Ort - genaue Zahlen wurden zunĂ€chst nicht genannt.

Lage beruhigt sich

Am Nachmittag beruhigte sich die Lage dann vorerst. Eine große Zahl der Aktivistinnen und Aktivisten habe den RĂŒckweg auf der Landstraße ins Protestcamp angetreten, sagte ein Polizeisprecher. Dabei kam es einem dpa-Reporter zufolge immer wieder zu Rangeleien mit der Polizei und vereinzelten Festsetzungen.

Eine Sprecherin sowie ein Sprecher verschiedener beteiligter Protestgruppen schilderten auf Anfrage ebenfalls, dass Demonstranten den Wald am GelÀnde wieder verlassen hÀtten. Von dort aus hatten sie zuvor versucht, auf das FirmengelÀnde vorzudringen. Die Polizei hat das eigenen Angaben zufolge verhindert.

Eine Frau wurde bei den Protestaktionen um das WerksgelÀnde verletzt. Hinzu kommen drei verletzte Polizisten. Nach Polizeiangaben gab es mehrere Festnahmen.

Die Polizei hatte versucht, das GelĂ€nde des einzigen Tesla-Werks in Europa weitrĂ€umig abzuschirmen, mehrere Autobahnausfahrten waren gesperrt. Auch die Bahnstrecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) ist am Bahnhof Fangschleuse gesperrt. Dort hĂ€tten sich Aktivisten auf die Gleise gesetzt, teilte die Polizei mit. Im Rahmen der DemonstrationszĂŒge zum GelĂ€nde gab es auch eine Sitzblockade auf einer Landstraße in der NĂ€he des Werks.

Eine weitere Störaktion im Zusammenhang mit den Protesten gab es am Flugplatz Neuhardenberg östlich von Berlin. Dort erschienen laut Polizei Vermummte und zĂŒndeten Pyrotechnik. Es kam dort zu einer weiteren Sitzblockade.

Auch in Berlin Proteste gegen Tesla

In Berlin demonstrierten ebenfalls am Freitag Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung Robin Wood vor dem Einkaufszentrum Mall of Berlin gegen den US-Autobauer. "Saubere Autos sind eine dreckige LĂŒge!" stand auf dem Banner, das die Protestierenden am Freitagmorgen dort hochhielten. In der Mall of Berlin befindet sich ein Tesla-AusstellungsgeschĂ€ft. Die Aktivisten stellten vor dem Einkaufszentrum zudem ein großes Dreibein auf, an dem sich ein Kletterer festmachte.

Seit Mittwoch haben Tesla-Gegner zu Aktionstagen gegen den Autobauer im brandenburgischen GrĂŒnheide aufgerufen. Hintergrund ist die geplante Erweiterung des dortigen einzigen Tesla-Werks in Europa.

Tesla-BeschÀftigte im Homeoffice

Tesla wollte am Freitag die BeschĂ€ftigten im Werk GrĂŒnheide bei Berlin inmitten der Proteste gegen die geplante Erweiterung der Fabrik nur von zu Hause aus arbeiten lassen. Der Elektroauto-Hersteller betonte zugleich, der freie BrĂŒckentag nach Himmelfahrt sei bereits im Januar der Belegschaft angekĂŒndigt worden. "Dass am BrĂŒckentag also nicht produziert wird, hat nichts mit den Protesten zu tun", sagte eine Sprecherin am Dienstag. Man habe aber mit Blick darauf beschlossen, "dass die ĂŒbrige Belegschaft im Homeoffice arbeitet". Zum Verlauf der Proteste Ă€ußerte sich das Unternehmen am Freitag auf Anfrage zunĂ€chst nicht.

Der US-Autohersteller Tesla hatte im MĂ€rz nach einem Brandanschlag auf einen Strommast die Produktion in seiner Fabrik im brandenburgischen GrĂŒnheide einige Tage stoppen mĂŒssen. Zu der Tat hatte sich eine linksextremistische Gruppe bekannt. Zudem waren in der Vergangenheit an verschiedenen Orten immer wieder geparkte Teslas in Flammen aufgegangen.

Ganz in der NĂ€he des Autowerks in GrĂŒnheide protestieren seit Ende Februar Klimaaktivisten in einem Camp mit BaumhĂ€usern gegen die geplante Erweiterung des Tesla-GelĂ€ndes und die Rodung von Wald. Die Polizei will erreichen, dass die BaumhĂ€user abgebaut werden. Derzeit lĂ€uft deshalb noch ein Rechtsstreit.

@ dpa.de | US88160R1014 PRODUKTION/ABSATZ