Polizei löst Tesla-Protestcamp komplett auf
19.11.2024 - 12:56:26(Neu: Details)
GRĂNHEIDE (dpa-AFX) - Die Polizei rĂ€umt das seit fast neun Monaten bestehende Protestcamp von Tesla US88160R1014-Gegnern im Wald nahe der Autofabrik in GrĂŒnheide bei Berlin. Wie das PolizeiprĂ€sidium mitteilte, wird die Versammlung wegen massiver VerstöĂe gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung komplett aufgelöst. Seit Ende Februar halten Umweltaktivisten ein WaldstĂŒck in GrĂŒnheide besetzt und errichteten zahlreiche BaumhĂ€user. Sie protestieren gegen das einzige europĂ€ische Autowerk des US-Unternehmens Tesla, das vom MilliardĂ€r Elon Musk gefĂŒhrt wird.
Aktivisten kritisieren Auflösung als unverhĂ€ltnismĂ€Ăig
"Wir sind wĂŒtend", sagte eine Sprecherin der Tesla-Gegner im Waldcamp. Die Entscheidung der Polizei, das ganze Camp aufzulösen, sei unverhĂ€ltnismĂ€Ăig. Zu gewaltsamen ZusammenstöĂen mit der Polizei kam es nach bisherigen Erkenntnissen nicht. In dem Lager hĂ€lt sich etwa ein Dutzend Umweltaktivisten auf.
Kampfmittel-Absuche löste ursprĂŒnglich Polizeieinsatz aus
Sie sollten seit Montag wegen einer bevorstehenden Kampfmittel-Absuche zunĂ€chst nur vorĂŒbergehend einen Teil ihres Waldcamps rĂ€umen. Die Tesla-Gegner weigerten sich aber und kletterten teils zwischen Kiefern in groĂe Höhen. Höhenretter der Polizei sind den zweiten Tag in Folge im Einsatz, um einzelne Menschen herunterzuholen.
Polizei spricht von massiven Straftaten der Tesla-Gegner im Camp
Es seien wĂ€hrend der gesamten Versammlung massive Straftaten zu verzeichnen gewesen, vor allem VerstöĂe gegen Versammlungsauflagen in den vergangenen beiden Tagen, sagte Polizei-Sprecherin Beate Kardels. Zudem rechnete die Polizei kĂŒnftig mit einer weiteren Besetzung von Umweltaktivisten, um die anstehende Kampfmittel-Absuche auf dem GelĂ€nde zu verhindern.
Kaum vergleichbar mit RĂ€umung vor Jahren im Hambacher Forst
Mit Bildern wie sie aus dem Hambacher Forst 2018 in Nordrhein-Westfalen zu sehen waren, ist der Einsatz der Polizei kaum zu vergleichen. Die drohende Zerstörung des Waldes mobilisierte damals groĂen Widerstand - es ging um den Abbau von Braunkohle. Die Polizei rĂŒckte in einem GroĂeinsatz mit Wasserwerfern und anderem schwerem GerĂ€t an. Sie brauchte Wochen, um BaumhĂ€user abzumontieren und das Lager der Aktivisten aufzulösen. Ein Mann war wĂ€hrend der RĂ€umung aus groĂer Höhe von einer HĂ€ngebrĂŒcke gestĂŒrzt und gestorben.
Einige Festnahmen in GrĂŒnheide
In GrĂŒnheide forderte die Polizei die Aktivisten angesichts der Auflösung ihres Protestcamps umgehend auf, das GelĂ€nde im Wald zu rĂ€umen. Einige der Tesla-Gegner wurden vorĂŒbergehend festgenommen. Polizei-Sprecherin Beate Kardels sagte, die Festnahmen verliefen nach bisherigem Kenntnisstand weitgehend kooperativ. PolizeikrĂ€fte begannen zudem mit ersten AbrĂ€umarbeiten im Camp. Ein Sprecher der Polizei sagte, derzeit rechne er nicht damit, dass es zu gewaltsamen Rangeleien zwischen Umweltaktivisten und PolizeikrĂ€ften komme.
Der E-Autobauer Tesla will sein Areal in GrĂŒnheide fĂŒr einen GĂŒterbahnhof und LagerflĂ€chen erweitern und dafĂŒr ein Waldgebiet vom Land Brandenburg kaufen. "Es laufen GesprĂ€che dazu mit Tesla", sagte ein Sprecher des Umwelt- und Forstministeriums in Potsdam. Das GelĂ€nde nahe der Autofabrik wird wegen Kampfmittelverdachts seit lĂ€ngerem untersucht.

