Pharmakonzern, Stada

Pharmakonzern Stada wÀchst - Verkaufsprozess zieht sich

28.08.2024 - 06:09:53

Gute GeschÀfte mit Nachahmermedikamenten und Spezialpharmazeutika geben dem Arzneihersteller Stada Schub.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um neun Prozent zum Vorjahreszeitraum auf gut zwei Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Bad Vilbel mitteilte. Zugleich wuchs der um WĂ€hrungs- und Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um 11 Prozent auf 463,5 Millionen Euro. Vorstandschef Peter Goldschmidt sprach von einem Wachstum ĂŒber Marktdurchschnitt. Unter dem Strich blieb Stada im ersten Halbjahr ein Gewinn von 186 Millionen Euro, 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen ist bekannt fĂŒr das ErkĂ€ltungsmittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival.

WĂ€hrend der Umsatz mit Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika auch dank der EinfĂŒhrung neuer Marken prozentual zweistellig zulegte, gab es im GeschĂ€ft mit rezeptfreien Medikamenten einen vergleichsweise geringen Zuwachs von drei Prozent. Als Grund gab Stada eine relativ milde ErkĂ€ltungs- und Hustensaison an, die bei vielen eigenen Marken zu einer stark nachlassenden Kundennachfrage gefĂŒhrt habe.

Die Halbjahreszahlen sind bereinigt um das Russland-GeschĂ€ft. Die Stada-EigentĂŒmer, die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven, hatten entschieden, es auszugliedern. Hintergrund sind PlĂ€ne fĂŒr einen Verkauf oder einen Börsengang von Stada. Das Russland-GeschĂ€ft, das zuletzt mehr als 15 Prozent zum Umsatz beitrug, galt dabei als große HĂŒrde. Stada hatte sich trotz des Ukraine-Kriegs nicht aus Russland zurĂŒckgezogen und auf die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort verwiesen.

Die GesprĂ€che ĂŒber einen milliardenschweren Verkauf oder Börsengang von Stada mit seinen rund 11 500 BeschĂ€ftigten dauern lĂ€nger als erwartet. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven sind dem Vernehmen nach weiter in Verhandlungen mit Interessenten wie Beteiligungsfirmen und Pharmaunternehmen. Parallel werde ein Börsengang vorbereitet.

@ dpa.de