Ergebnisse, Produktion/Absatz

Conti erwartet keinen RĂŒckenwind - US-Zölle lassen Aktie abschmieren

04.03.2025 - 13:08:44

HANNOVER - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental DE0005439004 geht dank des Sparkurses mit Tausenden Stellenstreichungen fĂŒr dieses Jahr von einer gewissen Erholung der ProfitabilitĂ€t in seinem AutozuliefergeschĂ€ft aus.

(neu: Pressekonferenz, Kurs und Details)

HANNOVER (dpa-AFX) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental DE0005439004 geht dank des Sparkurses mit Tausenden Stellenstreichungen fĂŒr dieses Jahr von einer gewissen Erholung der ProfitabilitĂ€t in seinem AutozuliefergeschĂ€ft aus. "Unsere Kosten- und Effizienzmaßnahmen wirken", sagte Finanzchef Olaf Schick am Dienstag laut Mitteilung. "Das ist entscheidend, denn von Marktseite rechnen wir auch in diesem Jahr nicht mit RĂŒckenwind." Im vergangenen Jahr erreichten die Hannoveraner in ihrer umsatzmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Sparte die Margenziele nicht. Zudem lasten nun die von US-PrĂ€sident Donald Trump in Kraft gesetzten Zölle vor allem gegen Importe aus Mexiko auf der Stimmung - die Aktie rutschte deutlich ab.

Das Papier verlor zuletzt in einem schwachen Branchenumfeld gut 9 Prozent und machte damit die Kursgewinne in diesem Jahr wieder zunichte. FĂŒr Goldman-Sachs-Analyst George Galliers lagen die Markterwartungen eher am oberen Ende der neuen Prognosespannen.

Conti hat eine bedeutende Erhöhung der weltweiten Zölle in seinem Ausblick fĂŒr das neue Jahr noch nicht einbezogen. Mexiko ist ein wichtiger Standort von Conti fĂŒr die Produktion auf dem nordamerikanischen Markt. In der Autozulieferung betreibt Conti nach Angaben von Schick in dem Land sieben Werke, von denen eines derzeit jedoch geschlossen wird. Vorstandschef Nikolai Setzer sagte in der Pressekonferenz, der Konzern prĂŒfe jetzt mit den Kunden die nĂ€chsten Schritte. Trump will mit den Zöllen mehr Produktion in die USA zurĂŒckholen.

Die Hannoveraner haben ohnehin seit Jahren Schwierigkeiten in dem GeschĂ€ft mit Autoteilen wie Bremsen, Elektronik und Innenraumelementen. In der Sparte haben sie den Rotstift angesetzt und streichen mehr als 10.000 ArbeitsplĂ€tze in Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Das GeschĂ€ft soll bis Ende dieses Jahres ĂŒber einen reinen Spin-Off an der Börse abgespalten werden und daher bis dahin finanziell auf eigenen FĂŒĂŸen stehen. Die Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung sollen bis 2027 auf weniger als 10 Prozent vom Umsatz fallen.

In der jĂŒngeren Vergangenheit musste hĂ€ufig die lukrative Reifensparte Geld fĂŒr die Autozulieferung mitverdienen. Diese soll mit dem allgemeinen IndustriegeschĂ€ft der Kunststofftechniksparte Contitech im Stammkonzern verbleiben. Die Hauptversammlung muss der Abspaltung noch zustimmen. Nach Angaben von Schick im GesprĂ€ch mit den Nachrichtenagenturen dpa-AFX und dpa findet am 12. MĂ€rz eine Aufsichtsratssitzung statt, Ende April muss dann noch die Hauptversammlung dem Vorhaben zustimmen.

"Wir haben die Umsatzerwartung 2025 eher vorsichtig geplant", sagte Schick zum AutozuliefergeschĂ€ft. Alle AuftrĂ€ge mĂŒssten schließlich die finanziellen Vorgaben der ProfitabilitĂ€t erfĂŒllen. "Die Planung, die wir haben, ist gut erreichbar." Im schwierigen Umfeld sei Conti gut aufgestellt. In China will das Unternehmen den Auftragseingang mit den dortigen Elektroautobauern ausbauen. "Der MarktanteilsrĂŒckgang der internationalen Hersteller macht auch uns zu schaffen", sagte Schick.

Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Autozuliefersparte soll sich aufgrund des Sparkurses 2025 auf 2,5 bis 4,0 Prozent verbessern. Im vergangenen Jahr fiel die bereinigte operative Marge in dem GeschÀft trotz einer Verbesserung von 2,0 auf 2,3 Prozent weniger gut aus als von Conti zuletzt selbst erhofft und als von Analysten erwartet. Im Sommer will das Management der in Frankfurt ansÀssigen Autozuliefersparte den Investoren neue Kurz- und Mittelfristziele vorstellen.

Den Gesamtumsatz taxiert Conti-Chef Setzer 2025 auf 38 bis 41 Milliarden Euro. 2024 war der Erlös um 4,1 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro geschrumpft, insbesondere wegen der schlechten Lage in der weltweiten Automobilindustrie.

Auch im neuen Jahr sieht der Vorstand eher wenig Schub von den MĂ€rkten. Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen dĂŒrfte sich nach einem RĂŒckgang 2024 um ein Prozent auf gut 89 Millionen Fahrzeuge nun auch dieses Jahr verhalten entwickeln, Conti rechnet mit minus einem bis plus einem Prozent. Immerhin dĂŒrfte es im wichtigen ReifenersatzgeschĂ€ft eine positive Entwicklung von bis zu 2 Prozent Plus geben.

Die bereinigte operative Marge im Konzern stieg 2024 um 0,7 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent (Ebit). Im neuen Jahr soll sie zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Der Gewinn unterm Strich blieb aufgrund von Steuereffekten im Rahmen der geplanten Abspaltung mit 1,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die Dividende soll von 2,20 auf 2,50 Euro steigen.

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