Ergebnisse, Produktion/Absatz

Heidelberger Druck schreibt rote Zahlen - Auftragseingang gibt Hoffnung

01.08.2024 - 11:12:18

Heidelberger Druckmaschinen DE0007314007 hat im ersten GeschÀftsquartal deutlich mehr AuftrÀge an Land gezogen.

Wegen der nach eigenen Angaben erfolgreichen Branchenmesse Drupa ĂŒbertraf der Auftragseingang in den ersten drei Monaten des GeschĂ€ftsjahres bis Ende Juni mit 701 Millionen Euro das Vorjahresquartal um fast ein FĂŒnftel. Das Unternehmen hatte hier selbst rund 650 Millionen Euro erwartet, wie es am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. An der Börse sorgte die Nachricht nur zu Handelsbeginn fĂŒr gute Stimmung.

Die im SDax DE0009653386 notierte Aktie des Unternehmens stieg kurz nach der Eröffnung des Xetra-Handels bis zu fĂŒnfeinhalb Prozent, drehte aber schnell ins Minus. Zuletzt bĂŒĂŸte der Kurs fast drei Prozent auf 1,096 Euro ein. Seit Jahresbeginn haben die Heidelberger fast zwölf Prozent ihres Börsenwerts verloren. In den vergangenen zwölf Monaten belĂ€uft sich das Minus auf fast ein Viertel. Mit einem Börsenwert von gerade mal noch rund 340 Millionen Euro gehört das Unternehmen zu den SDax-Leichtgewichten.

In dem aktuell herausfordernden Umfeld sind die Prognoseunsicherheiten nach EinschÀtzung des Baader-Bank-Experten Peter Rothenaicher hoch. Zudem seien die Wachstumspotenziale bis zum GeschÀftsjahr 2026/27 begrenzt. Dennoch sei der Maschinenbauer mit seinen deutlich besseren Kostenstrukturen und einer Netto-Cash-Position wesentlich krisenfester als in der Vergangenheit aufgestellt.

Vor allem die Regionen Europa mit einem Plus von 25 Prozent und Amerika mit einem Plus von 30 Prozent verzeichneten besonders hohe ZuwÀchse beim Auftragseingang. In Asien war das Wachstum mit einem Plus von 3 Prozent hingegen deutlich schwÀcher, laut Konzernangaben wegen des starken Vorjahres nach der wichtigen Branchenmesse Print China.

Der Umsatz fiel im ersten GeschĂ€ftsquartal wegen der KaufzurĂŒckhaltung vor der Branchenmesse Drupa um mehr als ein Viertel auf 403 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 51 Millionen Euro auf ein Minus von 9 Millionen Euro.

"Heidelberg hat im ersten Quartal die Nachwirkungen der Auftragsflaute aus dem dritten Quartal 2023/2024 zu spĂŒren bekommen", sagte FinanzvorstĂ€ndin Tania von der Goltz. Insbesondere eine Kooperation mit dem Elektronikkonzern Canon JP3243200007JP3243200007 soll dem Unternehmen nun wieder auf die Beine helfen und den wachsenden Markt im digitalen industriellen Akzidenzdruck erschließen.

Unter dem Strich machten die Heidelberger einen Verlust von 42 Millionen Euro nach einem Gewinn von 10 Millionen Euro vor einem Jahr. Dank des hohen Auftragsbestands erwartet der Maschinenbauer jedoch ein starkes zweites Halbjahr und konnte somit die Jahresprognose bestÀtigen. Der Konzern erwartet eine "stabile Ergebnisentwicklung" bei gleichbleibendem Umsatz.

@ dpa.de | DE0007314007 ERGEBNISSE