Henry Schein, US42548G1040

Henry Schein-Aktie (US42548G1040): Bewertung und Fundamentaldaten im Fokus

13.06.2026 - 19:23:09 | ad-hoc-news.de

Die Henry Schein-Aktie steht zum Wochenschluss mit ihren aktuellen Bewertungskennzahlen und Fundamentaldaten im Fokus. Was zeigen Umsatz, Ergebnis und Multiples – und wie ist der US-Gesundheitsdienstleister im Markt eingeordnet?

Henry Schein, US42548G1040
Henry Schein, US42548G1040

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Märkte & Bewertung. Vor der Veröffentlichung am 13.06.2026, 19:22:12 Uhr geprüft. Details im Impressum.

Die Aktie von Henry Schein gehört in den USA seit Jahren zu den etablierten Werten im Bereich Dental- und Praxisbedarf. Zum Wochenschluss rückt weniger ein einzelner News-Impuls, sondern vor allem der Blick auf Bewertung und Fundamentaldaten in den Vordergrund. Für Privatanleger sind dabei insbesondere Umsatzentwicklung, Gewinnniveau und die aktuellen Bewertungsmultiples entscheidend, um die Rolle der Aktie im Gesundheitssektor einzuordnen.

Wie ist Henry Schein aktuell bewertet?

Henry Schein wird an der Nasdaq gehandelt und zählt dort zum Gesundheitssektor mit Schwerpunkt auf Praxisdienstleistungen und medizinischen Verbrauchsmaterialien. Die Marktkapitalisierung bewegt sich im mehrstelligen Milliardenbereich und ordnet das Unternehmen klar als Mid- bis Large-Cap ein. Damit ist der Titel groß genug, um von institutionellen Investoren breit beobachtet zu werden, aber zugleich weit entfernt von der Größenordnung der ganz großen Pharma- und Medtech-Konzerne.

Bei der Bewertung ist für viele Investoren das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ein erster Anhaltspunkt. Henry Schein wurde in der jüngeren Vergangenheit typischerweise im Bereich eines mittleren bis oberen zweistelligen KGV auf Basis der berichteten Gewinne gehandelt. Solche Multiples spiegeln ein Geschäftsmodell wider, das als vergleichsweise stabil wahrgenommen wird, aber nicht in dieselbe Wachstums-Kategorie wie reine High-Growth-Technologieunternehmen fällt. In Phasen höherer Unsicherheit bei Nachfrage oder Marge tendieren die Multiples erfahrungsgemäß eher nach unten, während klar verbesserte Gewinnperspektiven sie wieder anheben können.

Ein zweiter wichtiger Indikator ist das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA (EV/EBITDA). Für Henry Schein bewegt sich dieses Bewertungsmaß typischerweise im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich. Da der Dental- und Praxisbedarf in vielen Regionen stark vom allgemeinen Konsumumfeld, Gesundheitsausgaben und Versicherungsstrukturen abhängt, preisen Investoren auch zyklische Elemente in die Bewertung ein. Gleichzeitig sorgt die breite Kundenbasis mit vielen Zahnarztpraxen, Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen für eine relativ diversifizierte Erlösstruktur.

Im Branchenvergleich liegt Henry Schein damit meist weder am oberen noch am unteren Extrem der Bewertungsbandbreite. Die Aktie wird häufig als solide, aber kein klassischer „Value-Ausreißer“ gehandelt. Bei zu stark fallenden Multiples reagieren Teile des Marktes durchaus mit der Einschätzung, dass Bewertungsabschläge im Verhältnis zur Marktstellung übertrieben sein könnten, während deutlich steigende KGV- oder EV/EBITDA-Niveaus in der Regel durch spürbare Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis untermauert sein müssen.

Für Anleger ist zudem wichtig, dass Henry Schein traditionell mehr auf organisches Wachstum und gezielte Übernahmen als auf spektakuläre Margensprünge setzt. Dieses Profil führt dazu, dass Bewertungskennzahlen tendenziell im Rahmen der etablierten Healthcare-Distributor- und Dienstleistungs-Peers bleiben und nicht in die extremen Bewertungsregionen klassischer Biotech- oder Softwaretitel vordringen.

Fundamentale Entwicklung: Umsatz, Ergebnis und Cashflow

Auf fundamentaler Ebene lebt Henry Schein vor allem von wiederkehrenden Bestellungen im Dentalbereich sowie von medizinischem und veterinärmedizinischem Praxisbedarf. Über die vergangenen Jahre hat das Unternehmen kontinuierlich steigende Umsätze gemeldet, wobei Wachstum aus Preis- und Mengeneffekten sowie aus kleineren und mittelgroßen Akquisitionen zusammengesetzt ist. Besonders der Dentalbereich, einschließlich Verbrauchsmaterialien, Ausrüstung und zugehöriger Services, ist eine zentrale Säule.

Ertragsseitig zeigt Henry Schein typischerweise eine positive, aber nicht spektakuläre Margenstruktur. Das Geschäft mit Vertrieb und Services im Gesundheitsbereich ist traditionell margenschwächer als patentgeschützte Medikamente oder hochspezialisierte Medtech-Produkte, dafür in vielen Fällen stabiler. Die operative Marge bewegt sich entsprechend im mittleren einstelligen Prozentbereich, ähnlich wie bei anderen Distributoren im Gesundheitssektor. Durch Effizienzmaßnahmen in Logistik, IT und Beschaffung arbeitet das Management fortlaufend an einem schrittweisen Margenausbau.

Beim Gewinnwachstum nutzt Henry Schein neben dem organischen Geschäft auch Portfolioanpassungen. Zukäufe in regionalen Märkten und in Nischen mit höherer Wertschöpfung sollen die Profitabilität stützen. Gleichzeitig bleiben Integrationskosten und Investitionen in Digitalisierung nicht ohne Einfluss auf das Ergebnis. Das führt dazu, dass einzelne Quartale mit Sonderaufwendungen belastet sein können, während der übergeordnete Trend darauf zielt, die Profitabilität mittelfristig leicht zu verbessern.

Ein weiterer Blickpunkt für fundamentale Investoren ist der Free Cashflow. Henry Schein investiert regelmäßig in Lagerhaltung, Logistikzentren, IT-Systeme und digitale Plattformen für Praxismanagement. Diese Ausgaben sind notwendig, um die Servicequalität für Kunden hochzuhalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Trotz solcher Investitionen gelingt es dem Unternehmen seit Jahren, signifikant positive operative Cashflows zu erzielen. Dadurch werden Schuldendienst, kleinere Übernahmen und Aktienrückkäufe ermöglicht.

Die Bilanzstruktur gilt im Sektorvergleich als grundsätzlich solide. Der Anteil verzinslicher Verbindlichkeiten steht einem werthaltigen Geschäftsmodell mit vielen wiederkehrenden Umsätzen gegenüber. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA bewegt sich üblicherweise in einem Bereich, der von Ratingagenturen und institutionellen Investoren als beherrschbar angesehen wird. Für ein Unternehmen dieser Größe ist der Zugang zu Kapitalmärkten und Bankfinanzierung damit in der Regel gesichert, was strategische Spielräume eröffnet.

Wie positioniert sich Henry Schein im Wettbewerbsumfeld?

Im Dentalgeschäft tritt Henry Schein gegen mehrere große und zahlreiche regionale Wettbewerber an. Dazu zählen internationale Handels- und Serviceunternehmen, aber auch Spezialanbieter, die sich auf bestimmte Produktkategorien oder geografische Märkte konzentrieren. Henry Schein hat sich über Jahrzehnte eine starke Marktpräsenz in Nordamerika aufgebaut und diese Position zunehmend auf Europa, Asien-Pazifik und weitere Regionen ausgedehnt.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber einigen Wettbewerbern ist die Kombination aus Produktvertrieb und Serviceangeboten. Henry Schein bietet nicht nur Verbrauchsmaterialien und Ausrüstung, sondern auch Praxismanagement-Lösungen, IT-Systeme und Beratungsleistungen für Zahnärzte und andere Gesundheitsdienstleister an. Diese Kombination soll die Kundenbindung erhöhen und die Wechselbereitschaft zu anderen Lieferanten senken.

Im weiteren Gesundheitsbereich konkurriert Henry Schein mit großen medizinischen Distributoren, die Krankenhäuser, Arztpraxen und andere Einrichtungen beliefern. Während manche Wettbewerber ein stärkeres Gewicht auf den Krankenhaussektor legen, bleibt bei Henry Schein der Fokus auf niedergelassenen Praxen und ausgewählten Segmenten. Diese Positionierung macht das Unternehmen etwas weniger abhängig von einzelnen Großkunden, aber stärker von der Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Praxen.

Im Veterinärgeschäft ist Henry Schein in einem Markt aktiv, der in den vergangenen Jahren von steigenden Ausgaben für Haustiere und Tiergesundheit profitiert hat. Hier treffen die Amerikaner auf spezialisierte Tiergesundheitsdistributoren und Konzerne, die sowohl Medikamente als auch Geräte liefern. Die Nachfrage wird unter anderem von dem Trend getragen, dass Haustiere in vielen Haushalten einen wachsenden Stellenwert einnehmen, was Ausgabenbereitschaft und Behandlungsintensität erhöht.

Insgesamt bewegt sich Henry Schein damit in einem Wettbewerbsumfeld, das zwar von intensiven Preis- und Servicevergleichen geprägt ist, aber auch hohe Eintrittsbarrieren durch Logistik, IT und Kundennähe aufweist. Die Größe und Marktdurchdringung des Unternehmens sind ein wesentlicher Vorteil gegenüber kleineren Anbietern, während im Vergleich zu globalen Medtech- und Pharma-Giganten eher der Fokus auf Spezialisierung und Kundennähe im Praxisalltag im Vordergrund steht.

Branchensicht: Gesundheitssektor, Zahnarztpraxen und Praxisbedarf

Der Gesundheitssektor zählt weltweit zu den strukturell wachsenden Bereichen, wird aber zugleich stark von Regulierung, Kostendruck und Erstattungssystemen beeinflusst. Henry Schein agiert hier vor allem als Bindeglied zwischen Herstellern von medizinischen und Dentalprodukten und den zahlreichen Praxen, Kliniken und Tierarztpraxen. Dieses Geschäftsmodell profitiert mittel- bis langfristig von dem Trend, dass Bevölkerungen älter werden und der Bedarf an medizinischen Leistungen steigt.

Im Dentalbereich wirken mehrere Faktoren gleichzeitig: Eine alternde Bevölkerung führt zu mehr Behandlungen und höherem Bedarf an Zahnersatz, Implantaten und umfassender Zahnmedizin. Gleichzeitig wächst in vielen Ländern das Bewusstsein für ästhetische Zahnbehandlungen. Für einen Anbieter wie Henry Schein bedeutet dies eine stabile bis wachsende Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien, Instrumenten und Geräten. Kurzfristige Schwankungen können durch wirtschaftliche Abschwünge, verschobene Behandlungen oder geänderte Erstattungssätze entstehen, langfristig bleibt der Bedarf jedoch grundsätzlich bestehen.

Der Markt für Praxisbedarf und Praxisdienstleistungen ist zudem von Digitalisierung geprägt. Viele Zahnarzt- und Arztpraxen stellen ihre Prozesse auf digitale Praxismanagement-Systeme um, nutzen elektronische Patientenakten und setzen auf vernetzte Geräte. Henry Schein versucht, diese Entwicklung durch eigene Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen zu begleiten. Das Ziel: Kundenbeziehungen über das reine Liefergeschäft hinaus zu vertiefen und zusätzliche Erlösquellen zu erschließen.

Auch regulatorische Vorgaben im Gesundheitswesen wirken sich auf das Geschäft aus. Anforderungen an Hygiene, Dokumentation, Qualitätssicherung und Lieferkettennachvollziehbarkeit sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Unternehmen, die entsprechende Standards verlässlich erfüllen und ihren Kunden bei der Einhaltung helfen, können daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen. Henry Schein positioniert sich als verlässlicher Partner, der Produkte und Services mit den Anforderungen der jeweiligen Gesundheitsbehörden in Einklang bringt.

Im Veterinärbereich kommt hinzu, dass die Tiergesundheit zunehmend als eigenständiger Wachstumsmarkt wahrgenommen wird. Die Kombination aus Human- und Veterinärmedizin innerhalb eines Konzerns ermöglicht es, Synergien bei Logistik, IT und Administration zu heben, auch wenn die Produktpaletten sich unterscheiden. Für Investoren ist diese Diversifizierung ein Element, das Schwankungen in einzelnen Segmenten teilweise ausgleichen kann.

Dividende, Kapitalrückführung und Aktionärsstruktur

Henry Schein ist historisch vor allem als Wachstums- und Reinvestitionsunternehmen aufgetreten, nicht als klassischer Hochdividendenwert. Überschüssige Mittel werden häufig in das laufende Geschäft, in Zukäufe und in den Ausbau der eigenen Infrastruktur gesteckt. Daneben nutzt das Unternehmen seit Jahren Aktienrückkaufprogramme als Instrument zur Kapitalrückführung. Diese Programme können den Gewinn je Aktie stützen, indem die Zahl der ausstehenden Aktien sinkt.

Eine regelmäßige, hohe Ausschüttungsquote wie bei etablierten Versorgern oder reifen Pharmakonzernen steht bei Henry Schein weniger im Mittelpunkt. Für Investoren, die vor allem auf laufende Erträge setzen, ist die Aktie deshalb eher weniger im Fokus als klassische Dividendentitel. Für wachstumsorientierte Anleger kann die Reinvestitionsstrategie hingegen attraktiv sein, wenn sie sich in steigenden Umsätzen und Gewinnen niederschlägt.

Die Aktionärsstruktur ist von einem Mix aus institutionellen Investoren, Fonds und privaten Anlegern geprägt. Große internationale Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Indexfonds halten signifikante Anteile, was angesichts der Indexmitgliedschaften und der Größe des Unternehmens wenig überrascht. Diese Struktur sorgt für eine vergleichsweise hohe Liquidität der Aktie im Tageshandel, zugleich reagieren Kurse in Einzelfällen sensibel, wenn größere Fonds ihre Positionen anpassen.

Insidertransaktionen, also Käufe und Verkäufe von Vorstand und Aufsichtsorganen, werden in den USA regulär gemeldet und von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt. Stärker gebündelte Insiderkäufe über einen längeren Zeitraum werden oft als Vertrauenssignal interpretiert, umfangreiche Verkäufe dagegen als potenzielles Warnsignal, wobei immer die individuellen Umstände berücksichtigt werden müssen. Bei Henry Schein bewegen sich die publizierten Insideraktivitäten typischerweise in einem Rahmen, der für ein Unternehmen dieser Größe üblich ist.

Risikofaktoren für die Henry Schein-Aktie

Wie jede Aktie ist auch Henry Schein mit einer Reihe von Risiken verbunden, die sich auf Kurs und Fundamentaldaten auswirken können. Ein zentraler Punkt sind wirtschaftliche Abschwünge und Konsumzurückhaltung. Werden nicht unbedingt notwendige zahnärztliche Behandlungen verschoben oder reduziert, kann dies zeitweise Umsatz- und Ergebnisdruck erzeugen. Besonders ästhetische Eingriffe reagieren sensibel auf die allgemeine wirtschaftliche Stimmung.

Hinzu kommen potenzielle Veränderungen in der Gesundheitsregulierung. Änderungen bei Erstattungssätzen, Versicherungspflichten und Vorgaben für medizinische Leistungen können die Nachfrage nach bestimmten Produkten beeinflussen. Je nach Ausgestaltung kann dies sowohl negative als auch positive Effekte haben. Henry Schein muss solche Änderungen früh erkennen und sein Produkt- und Serviceangebot entsprechend anpassen.

Ein weiteres Risiko liegt im Wettbewerbsdruck. Preiskonkurrenz, aggressive Konditionen anderer Anbieter oder der Markteintritt neuer Wettbewerber mit digitalen Plattformmodellen können Margen belasten. Henry Schein reagiert darauf mit Effizienzprogrammen, Digitalisierungsschritten und der Erweiterung des Service-Anteils im Angebot. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass die Margen in einzelnen Regionen unter Druck geraten.

Technologische Veränderungen spielen ebenfalls eine Rolle. Neue Behandlungsmethoden, 3D-Druck in der Zahnmedizin, digitale Abformungstechniken und innovative Diagnosesysteme verändern die Nachfrage nach klassischen Produkten. Unternehmen, die es nicht schaffen, ihr Sortiment und ihre Dienstleistungen an diese Entwicklungen anzupassen, riskieren Marktanteilsverluste. Henry Schein investiert in diesem Umfeld in Partnerschaften, Portfolioerweiterungen und digitale Lösungen, um von technologischen Trends zu profitieren.

Schließlich sind Währungsrisiken zu beachten, da ein Teil der Umsätze außerhalb der USA erzielt wird. Wechselkursveränderungen zwischen dem US-Dollar und anderen Währungen können sich auf Umsatz- und Ergebnisangaben in Berichtswährung auswirken. Für Anleger im Euroraum kommt zusätzlich das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar ins Spiel, das die in Euro umgerechnete Wertentwicklung beeinflusst.

Henry Schein im Vergleich zu Peers im Gesundheitssektor

Im Vergleich zu großen US-Gesundheitsdistributoren, die häufig stark auf Krankenhäuser und Großkunden fokussiert sind, bleibt Henry Schein stärker in der Welt der niedergelassenen Praxen verankert. Diese Spezialisierung bringt eine andere Kundendynamik mit sich: anstelle weniger sehr großer Kunden steht eine Vielzahl kleinerer bis mittelgroßer Praxisbetriebe im Zentrum, die regelmäßig Verbrauchsmaterialien und Services nachfragen.

Gegenüber reinen Dentaltechnik-Herstellern oder spezialisierten Medtech-Anbietern ist Henry Schein stärker als Distributor und Servicepartner positioniert. Die Marge pro Produkt ist zwar geringer als bei Unternehmen mit patentgeschützten Technologien, dafür sind die Umsätze breiter aufgestellt. Diese Diversifizierung über viele Kunden, Produkte und Regionen kann das Geschäftsmodell gegenüber Einbrüchen in einzelnen Produktlinien widerstandsfähiger machen.

Im Vergleich zu klassischen Pharmawerten fehlen Henry Schein die großen Forschungs-Pipelines und Patentschutz-Phasen. Das bedeutet weniger binäre Risiken rund um Studienergebnisse oder Zulassungsentscheidungen, aber auch geringere Chancen auf sehr hohe Margen aus einzelnen Blockbuster-Produkten. Das Ertragsprofil ist im Branchenvergleich tendenziell gleichmäßiger, allerdings ohne die extremen Ausschläge nach oben, die erfolgreiche Medikamenteninnovationen mit sich bringen können.

Im europäischen Vergleich ähneln gewisse Geschäftsmodelle im Medizintechnik- und Praxisdistributionsbereich der Position von Henry Schein. Viele dieser Unternehmen zeichnen sich durch relativ konstante Nachfrage, aber begrenzte Preissetzungsmacht aus. Investoren vergleichen daher häufig Kennzahlen wie Umsatzwachstum, operative Marge, Cashflow-Konversion und Verschuldungsgrad, um relative Stärken und Schwächen zu identifizieren.

Für Henry Schein ergibt sich aus diesen Vergleichen ein Profil als spezialisierter Gesundheitsdienstleister, der sich klar von forschungsintensiven Pharma- oder Biotech-Unternehmen unterscheidet, aber auch eigene Stärken in Kundennähe, Serviceorientierung und internationaler Präsenz besitzt. Die Bewertung am Markt spiegelt typischerweise diese Zwischenposition zwischen defensivem Grundgeschäft und moderaten Wachstumschancen wider.

Technologische und digitale Initiativen von Henry Schein

Digitale Lösungen spielen im Geschäftsmodell von Henry Schein eine zunehmend wichtige Rolle. Viele Zahnarztpraxen und medizinische Einrichtungen stehen vor der Aufgabe, ihre Prozesse zu digitalisieren, von der Terminplanung über die Abrechnung bis zur Dokumentation von Behandlungen. Henry Schein bietet hierfür Praxismanagement-Software und IT-Dienstleistungen an, die eng mit dem Produktvertrieb verknüpft werden können.

Ein zentrales Ziel dieser Initiativen besteht darin, Kunden stärker an das Ökosystem des Unternehmens zu binden. Wer seine Praxissoftware, Materialbestellung und Servicekontakte über einen Anbieter abwickelt, wechselt seltener kurzfristig zu einem anderen Lieferanten. Zugleich liefern digitale Dienste Daten, mit denen Henry Schein Nachfrageentwicklungen besser abschätzen und Lagerbestände optimieren kann.

Im Dentalbereich kommen zusätzliche Technologien hinzu, etwa digitale Bildgebung, Intraoralscanner, CAD/CAM-Systeme und 3D-Drucklösungen für Zahnersatz. Henry Schein kooperiert mit Herstellern solcher Systeme, integriert sie in sein Angebot und bietet ergänzende Services wie Schulungen und Support an. Diese Kombination aus Hardware, Verbrauchsmaterial und Service verschiebt das Geschäftsprofil Schritt für Schritt in Richtung eines integrierten Lösungsanbieters.

Auch im Bereich E-Commerce und Online-Bestellplattformen ist Henry Schein aktiv. Kunden können Produkte über digitale Kanäle bestellen, Rechnungen verwalten und Lieferungen verfolgen. Für ein Unternehmen mit umfangreichem Lager- und Logistiknetz ist die Effizienz solcher Plattformen ein wichtiger Hebel zur Kostenkontrolle. Gleichzeitig erwartet die Kundschaft im Alltag zunehmend einen Service-Standard, der sich an allgemeinen E-Commerce-Erfahrungen orientiert.

Cybersecurity und Datenschutz gehören dabei zu den kritischen Themen. Medizinische und patientenbezogene Daten unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben. Henry Schein muss bei der Entwicklung und dem Betrieb seiner Software- und IT-Dienstleistungen sicherstellen, dass diese Anforderungen erfüllt werden. Sicherheitsvorfälle könnten nicht nur rechtliche und finanzielle Folgen haben, sondern auch das Vertrauen von Kunden beschädigen.

Kurs im Blick: Henry Schein zwischen Stabilität und Bewertungsfragen

Für Anleger stellt sich zum Wochenschluss die Frage, wie die fundamentalen und bewertungsbezogenen Erkenntnisse in die Kursentwicklung der Henry Schein-Aktie einzuordnen sind. Die Aktie bewegt sich im Umfeld der großen US-Indizes und reagiert entsprechend auf allgemeine Markttrends, Zinsentwicklungen und die Stimmung im Gesundheitssektor. Stärkere Bewegungen resultieren in der Regel aus Quartalszahlen, Prognoseanpassungen oder größeren strategischen Ankündigungen des Unternehmens.

In ruhigeren Phasen, wie sie aktuell vorliegen, rückt der Blick auf Bewertungskennzahlen und mittelfristige Perspektiven in den Vordergrund. Entscheidend ist, ob Umsatz und Ergebnis das aktuelle Bewertungsniveau tragen und ob Investoren dem Management zutrauen, die Margen im Wettbewerb weiter zu stabilisieren oder leicht zu verbessern. Auch das Tempo der digitalen Transformation und die Fähigkeit, Kunden enger an das eigene System zu binden, spielen eine Rolle bei der Einschätzung.

Wer den Wert beobachtet, sollte daher neben der laufenden Kursentwicklung vor allem die Berichte zu Umsatz, Ertrag, Cashflow und Investitionen sowie die Kommentare des Managements zu Branchentrends und Digitalisierung im Auge behalten. Für den Moment bleibt festzuhalten, dass Henry Schein mit einem etablierten Geschäftsmodell, breiter Kundenbasis und klarer Spezialisierung im Gesundheitssektor unterwegs ist, während Bewertung und Fundamentaldaten die zentrale Grundlage für jede weitere Einordnung bilden.

Henry Schein im Kurzcheck

  • Name: Henry Schein Inc.
  • Branche: Gesundheitsdienstleistungen, Dental- und Praxisbedarf
  • Hauptsitz: Melville, New York, USA
  • Kernmärkte: Nordamerika, Europa, ausgewählte weitere internationale Märkte
  • Umsatztreiber: Dentalprodukte, medizinischer Praxisbedarf, Veterinärgeschäft, digitale Praxislösungen
  • Heimatbörse / Notierung: Nasdaq, Parallelnotizen auf deutschen Handelsplätzen möglich (u.a. Frankfurt/Tradegate), WKN 888193 (Angabe ohne Gewähr)
  • Handelswährung: US-Dollar

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestützt erstellt und redaktionell geprüft. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Börsengeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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