Höhere PrÀmien bescheren Allianz mehr Gewinn - Aktie verliert trotzdem
15.05.2024 - 11:06:41Im ersten Quartal erzielte der Versicherer einen operativen Gewinn von fast vier Milliarden Euro und damit knapp sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie er am Mittwoch in MĂŒnchen mitteilte. Vorstandschef Oliver BĂ€te sieht den Dax-Konzern DE0008469008 damit auf Kurs, in diesem Jahr einen operativen Gewinn von 13,8 bis 15,8 Milliarden Euro zu erzielen. An der Börse wurden die Neuigkeiten dennoch mit Kursverlusten quittiert.
Die Allianz-Aktie verlor am Vormittag zuletzt gut ein Prozent auf 262,40 Euro. Damit gehörte sie zu den gröĂten Verlierern im Dax und wurde nur noch gut acht Prozent teurer gehandelt als zum Jahreswechsel. Anfang April hatte ihr Kurs bei 280 Euro noch den höchsten Stand seit 2001 erreicht. Das Rekordhoch von mehr als 396 Euro aus dem Jahr 2000 ist aber noch weit entfernt.
Branchenexperte Will Hardcastle von der Schweizer GroĂbank UBS attestierte der Allianz einen starken Jahresstart mit kleineren SchwĂ€chen. So habe die Basisschadenquote die Markterwartungen ebenso verfehlt wie die SolvabilitĂ€tsquote, die zwischen Ende Dezember und Ende MĂ€rz von 206 auf 203 Prozent gesunken war.
Im ersten Quartal steigerte die Allianz ihr GeschĂ€ftsvolumen um fĂŒnf Prozent auf 48,4 Milliarden Euro. Dazu trugen besonders die Preiserhöhungen im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft bei. Der auf die AktionĂ€re entfallende Ăberschuss wuchs sogar um rund 22 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Allerdings hatte ein Jahr zuvor der Verkauf des Libanon-GeschĂ€fts das Ergebnis belastet. Nun schnitt die Allianz sowohl im TagesgeschĂ€ft als auch unter dem Strich besser ab als von Analysten erwartet.
Das lag vor allem an der Schaden- und Unfallversicherung, die ihren operativen Gewinn um gut zehn Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro steigerte. So verlangt die Allianz von vielen Kunden inzwischen höhere PrĂ€mien, nachdem sich etwa Reparaturen an Autos und GebĂ€uden zuletzt deutlich verteuert hatten. Inzwischen lĂ€sst der Versicherer bei Autoreparaturen auch in Deutschland gebrauchte Ersatzteile zu, um die Kosten zu drĂŒcken.
Dass die Schaden- und Unfallsparte ihren operativen Gewinn im ersten Quartal so stark steigerte, lag indes auch an geringen SchĂ€den durch Naturkatastrophen und höheren KapitalertrĂ€gen der Sparte. Vom Versicherungsumsatz gingen 91,9 Prozent fĂŒr SchĂ€den, Verwaltung und Vertrieb drauf und damit genauso viel wie ein Jahr zuvor.
In der Lebens- und Krankenversicherung blieb das Ergebnis mit 1,3 Milliarden Euro stabil. Allerdings konnte die Allianz den Wert ihres NeugeschÀfts in diesem Segment von 1 Milliarde auf 1,3 Milliarden Euro steigern.
Im FondsgeschĂ€ft sammelten die Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors unterdessen noch mehr Geld von Anlegern ein als von Analysten erwartet. Netto flossen den Fonds im ersten Quartal mehr als 34 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 32 Milliarden auf Pimco und der GroĂteil auf festverzinsliche Anlagen. Von Aktienfonds trennten sich Anleger ĂŒberwiegend. Insgesamt verwalteten die Gesellschaften fĂŒr Kunden ein Vermögen von knapp 1,8 Billionen Euro. Dank höherer ErtrĂ€ge steigerte die Fondssparte ihren operativen Gewinn um sieben Prozent auf 773 Millionen Euro.

