IBM, Aktie

IBM Aktie: KI-Sorgen

05.03.2026 - 01:24:08 | boerse-global.de

IBM sieht sich mit Marktbedenken zu KI-Tools fĂŒr COBOL-Modernisierung konfrontiert, erhĂ€lt jedoch einen 112-Millionen-Dollar-Auftrag vom US-Verteidigungsministerium und prĂ€sentiert robuste operative Ziele.

IBM Aktie: KI-Sorgen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
IBM Aktie: KI-Sorgen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

IBM erlebt gerade, wie schnell sich eine ErzĂ€hlung an der Börse verselbststĂ€ndigen kann: Ein KI-Tool soll ausgerechnet bei einem GeschĂ€ftsfeld helfen, das fĂŒr IBM seit Jahren ein wichtiger TĂŒröffner bei Großkunden ist. Gleichzeitig liefert der Konzern neue Belege dafĂŒr, wie breit er im Enterprise- und Behördenumfeld aufgestellt ist. Wie passt das zusammen?

Der Auslöser: Anthropic und die COBOL-Frage

Der heftige Kursrutsch wurde durch eine Aussage von Anthropic angestoßen: Deren Tool „Claude Code“ könne Teile der Analyse- und Vorarbeit automatisieren, die bei der Modernisierung von COBOL-Systemen besonders komplex ist. Genau dort ist IBM traditionell stark, weil viele große Organisationen noch immer geschĂ€ftskritische Anwendungen auf COBOL-Basis betreiben.

IBM widersprach der Schlussfolgerung, dass sich damit die Grundprobleme erledigen. Der Konzern argumentierte, neue KI-Werkzeuge Ă€nderten nichts an der zentralen Ingenieursaufgabe, „mission-critical“ Workloads zuverlĂ€ssig und in großem Maßstab zu betreiben. Bemerkenswert: IBM selbst hatte bereits vor rund drei Jahren den Einsatz von KI zur COBOL-Modernisierung thematisiert und mit „watsonx Code Assistant for Z“ ein Produkt fĂŒr diesen Zweck positioniert. Die technische Debatte ist also nicht neu – neu ist vor allem, wie stark der Markt sie plötzlich in die Bewertung einpreist.

Jefferies versuchte in einer Analystennotiz, die Lage zu relativieren: Die Anthropic-„Bedrohung“ werde aus Investorensicht ĂŒberschĂ€tzt. Entscheidend fĂŒr den weiteren Kurs sei eher, ob IBM beim Wachstum in Hybrid Cloud, KI und Daten weiter liefert.

Gegenpol: Regierungsauftrag und neue KI-Partnerschaft

Mitten in die NervositĂ€t fĂ€llt ein handfester Auftrag aus dem öffentlichen Sektor: IBM erhielt von der Defense Commissary Agency (DeCA) einen Vertrag mit einem Maximalvolumen von 112 Mio. US-Dollar ĂŒber bis zu fĂŒnf Jahre. Ziel ist die Modernisierung von Preisanzeigen in MilitĂ€r-SupermĂ€rkten weltweit – inklusive Upgrade bestehender Electronic-Shelf-Label-Systeme in 177 US-Standorten sowie Neuinstallationen an 58 Auslandsstandorten in 12 LĂ€ndern.

Zum Paket gehören nicht nur Hardware und Software, sondern auch Wartung, Lizenzen, Security, Schwachstellenmanagement, Training und laufender Support. Das unterstreicht, worum es bei vielen IBM-Projekten tatsĂ€chlich geht: Betriebssicherheit und Integration in komplexen Umgebungen – weniger „nur“ um Code.

ZusĂ€tzlich meldete IBM seine erste Voice-AI-Partnerschaft: Deepgrams Speech-to-Text-Technologie soll in „Watsonx Orchestrate“ integriert werden. Auch das zielt auf Prozessautomatisierung im Enterprise-Kontext.

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Cybersecurity-Report: Angriffe werden schneller – auch durch KI

Parallel veröffentlichte IBM den „2026 X-Force Threat Intelligence Index“. Kernaussage: Angreifer nutzen einfache SicherheitslĂŒcken deutlich hĂ€ufiger – und KI beschleunigt die Suche nach Schwachstellen. X?Force beobachtete einen Anstieg um 44% bei Angriffen, die mit der Ausnutzung öffentlich erreichbarer Anwendungen starteten, hĂ€ufig begĂŒnstigt durch fehlende Authentifizierung und KI-gestĂŒtzte Schwachstellenanalyse.

Weitere Punkte aus dem Report: Aktive Ransomware- und Erpressungsgruppen nahmen um 49% zu, große Supply-Chain- und Drittanbieter-Kompromittierungen haben sich seit 2020 nahezu vervierfacht. Schwachstellen-Ausnutzung war laut X?Force in 2025 der hĂ€ufigste Angriffsvektor und machte 40% der beobachteten VorfĂ€lle aus.

Einordnung: Erholung ja – aber der Trend ist noch angeschlagen

Nach der Turbulenz hat sich die Aktie zuletzt zwar etwas stabilisiert, steht aber auf 30-Tage-Sicht weiter klar im Minus. Der Schlusskurs von heute liegt bei 214,25 Euro, damit bleibt der Titel deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Operativ kam IBM laut Quelltext mit RĂŒckenwind ins Jahr: 2025 schloss der Konzern mit Rekord-Free-Cashflow von 15 Mrd. US-Dollar ab und meldete KI-bezogene Bookings von ĂŒber 12,5 Mrd. US-Dollar. FĂŒr 2026 stellt das Management in Aussicht: mindestens 5% Umsatzwachstum (konstante WĂ€hrung), rund 10% Software-Wachstum und etwa 15,7 Mrd. US-Dollar Free Cash Flow. Genau an diesen Zielen dĂŒrfte sich messen, ob die KI-Disruptionssorgen abflauen oder sich weiter festsetzen.

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