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IBM Aktie: Levi & Korsinsky untersucht Z-Zyklus-TĂ€uschung

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 01:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem schwersten Kursverlust der Firmengeschichte ermitteln US-Kanzleien gegen IBM wegen möglicher TĂ€uschung von Anlegern ĂŒber das Wachstum.

IBM Aktie unter Druck: Klagewelle nach historischem Kurssturz
Abstrakte Darstellung einer Unternehmensuntersuchung in einem modernen, stimmungsvoll beleuchteten BĂŒroflur. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kaum eine Woche nach dem schwĂ€rzesten Handelstag ihrer Geschichte steht IBM erneut unter Druck. Mehrere US-Kanzleien haben Untersuchungen wegen möglichen Wertpapierbetrugs eingeleitet. Der Vorwurf: Das Management könnte Anleger ĂŒber die Wachstumsaussichten getĂ€uscht haben.

Die Aktie fiel am Dienstag um 0,81 Prozent auf 185,12 Euro. Damit notiert sie nur noch 3,7 Prozent ĂŒber ihrem 52-Wochen-Tief. Vom Rekordhoch aus dem Juni trennen IBM inzwischen fast 37 Prozent.

Kanzleien wittern TĂ€uschung der Anleger

Am 21. Juli kĂŒndigten mehrere Kanzleien, darunter Levi & Korsinsky, Untersuchungen gegen IBM an. Sie prĂŒfen, ob der Konzern falsche oder irrefĂŒhrende Aussagen zum Wachstum fĂŒr 2026 gemacht hat. Im Zentrum steht der sogenannte Z-Zyklus, IBMs Mainframe-GeschĂ€ft.

Beim Earnings Call am 22. April hatte das Management noch vom „stĂ€rksten Z-Zyklus" gesprochen. Ein Umsatzwachstum von ĂŒber 5 Prozent schien gesichert. Diese Zuversicht erwies sich als FehleinschĂ€tzung.

Am 14. Juli veröffentlichte IBM vorlĂ€ufige Zahlen. Zahlreiche GroßauftrĂ€ge waren nicht wie erwartet abgeschlossen worden. Die Aktie brach daraufhin um rund 25 Prozent ein — der grĂ¶ĂŸte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.

„Chipflation" verschiebt Kundenbudgets

Analysten nennen das PhĂ€nomen hinter dem Einbruch „Chipflation". Unternehmenskunden verlagerten im Juni ihre IT-Budgets massiv in Richtung Hardware. Der Grund: knappe Speicherchips und Server.

Firmen sicherten sich lieber Hardware, bevor die Preise weiter steigen. Das ging zulasten von IBMs margenstĂ€rkeren GeschĂ€ftsfeldern Software und Beratung. Erwartete VertragsabschlĂŒsse verschoben sich dadurch nach hinten.

Schwache Zahlen erwartet

Am Mittwoch nach Börsenschluss legt IBM die offiziellen Quartalszahlen vor. Sie dĂŒrften die vorlĂ€ufigen Werte aus der vergangenen Woche bestĂ€tigen.

Der Umsatz wird bei etwa 17,2 Milliarden Dollar erwartet, deutlich unter der AnalystenschÀtzung von 17,86 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet der Markt mit 2,93 Dollar statt der zuvor erwarteten 3,02 Dollar. Das SoftwaregeschÀft wuchs zwar um 5 Prozent, die Infrastruktursparte brach jedoch um 7 Prozent ein.

Der Gesamtumsatz legte im Jahresvergleich nur um 1 Prozent zu. Das ist deutlich schwĂ€cher als in den drei Quartalen zuvor. FĂŒr Zweifel an der Erholung im Unternehmenstechnologie-GeschĂ€ft sorgt das allemal.

Jefferies senkt Kursziel deutlich

Die Investmentbank Jefferies bestĂ€tigte am Dienstag ihre Kaufempfehlung fĂŒr IBM, kappte aber das Kursziel massiv von 320 auf 260 Dollar. Die BegrĂŒndung: verĂ€nderte Marktbedingungen und eine Verschiebung der KI-bezogenen Ausgaben zwingen zu einer vorsichtigeren Bewertung.

Mit einem RSI von 31,3 nĂ€hert sich die Aktie ĂŒberverkauftem Terrain. Das dĂŒrfte technisch orientierte Anleger aufhorchen lassen, Ă€ndert aber nichts an der fragilen Stimmung vor der Telefonkonferenz am Mittwoch.

Im Fokus der Investoren steht dabei vor allem die aktualisierte Prognose. Sie soll klĂ€ren, ob die verschobenen AuftrĂ€ge nur ein Timing-Problem sind — oder ob sich der Trend bei KI-Infrastruktur strukturell gegen IBM dreht.

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