IEA senkt erneut Prognose für Ölnachfrage - Iran-Krieg lässt Ölvorräte schmelzen
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 11:52 Uhr | dpa.deGleichzeitig sinken durch den Krieg und die damit anhaltende Blockade von Öltransporten durch die Straße von Hormus die weltweiten Ölvorräte.
In diesem Jahr dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel sinken und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht für August des Interessenverbands von Industriestaaten hervorgeht. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Corona-Krise.
Erst im kommenden Jahr ist nach Einschätzung der IEA-Experten wieder mit einem Anstieg der globalen Nachfrage zu rechnen. Demnach dürfte die tägliche Nachfrage 2027 um durchschnittlich 2,4 Millionen Barrel zulegen, wie es weiter in dem Bericht heißt.
Die Folgen des Iran-Kriegs zeigen sich auch bei der Entwicklung der Ölvorräte. Weil Lieferungen durch die Straße von Hormus ausbleiben, greifen Industriestaaten verstärkt auf ihre Lagerbestände zurück. Da der Krieg zwischen den USA und dem Iran länger dauert als zunächst erwartet, gehen die Experten der IEA davon aus, dass die weltweiten Ölvorräte deutlich schneller schrumpfen werden als ursprünglich prognostiziert.
Aus dem Monatsbericht geht allerdings auch hervor, dass sich die Produktion in den Fördergebieten am Persischen Golf weiter von dem anfänglichen Einbruch durch den Iran-Krieg erholt hat. Für Juli bezifferten die IEA-Experten den Anstieg der Fördermenge im Vergleich zum Vormonat auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf durchschnittlich 23,9 Millionen Barrel pro Tag. Damit liegt die Fördermenge in der Region aber immer noch mehr als 8 Millionen Barrel unter dem Vorkriegsniveau.
Dagegen seien die Ă–lexporte aus der Region, einschlieĂźlich der Routen unter Umgehung der StraĂźe von Hormus, im Juli um 2,1 Millionen Barrel pro Tag auf 15 Millionen Barrel pro Tag gesunken, heiĂźt es in dem Monatsbericht. So war die fĂĽr den Ă–lhandel wichtige Meerenge Anfang Juli faktisch erneut gesperrt und es war zu Angriffen auf die Ă–linfrastruktur sowie auf Tanker gekommen.
Zuvor waren Ölexporte aus dem Persischen Golf durch eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni wieder gestiegen. Zuletzt ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die regionale Energieinfrastruktur aber erneut unter Beschuss geraten. Dies hat den Preis für Rohöl und damit verbunden die Kosten für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel wieder spürbar ansteigen lassen.
