Ifo-PrĂ€sident: Einsparungen treffen Landwirtschaft ĂŒberproportional
07.01.2024 - 16:47:30 | dpa.de"Ich habe mich schon etwas gewundert, dass man einen so groĂen Anteil des Gesamtsparpakets einer so kleinen Gruppe zunĂ€chst mal zumutet. Das ist schon sehr ĂŒberraschend", sagte der Wirtschaftsforscher am Sonntag bei der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon.
Man mĂŒsse fragen, wie dies zu rechtfertigen sei, sagte Fuest. "Und man muss sicherlich auch fragen: Kann man so etwas und sollte man so etwas machen von einem Tag auf den anderen? Oder muss man nicht einer solchen Branche zumindest Zeit einrĂ€umen, beispielsweise andere Kraftstoffe als Diesel zu entwickeln. Das ist eine Aufgabe fĂŒr ein Jahrzehnt und nicht eine Sache, die man von heute auf morgen erledigen kann."
Die Landwirte protestieren vehement gegen die SparplĂ€ne der Ampel-Koalition. Sie sahen zunĂ€chst vor, die SteuerbegĂŒnstigung von Agrardiesel und die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer zu streichen. Nach Protesten soll die Kfz-Steuerbefreiung beibehalten und die SteuerbegĂŒnstigung beim Agrardiesel nur stufenweise abgebaut werden. Dem Bauernverband reicht das nicht. FĂŒr die neue Woche sind daher weitere Proteste angekĂŒndigt.
Angesprochen auf Analysen, dass die Landwirte in den vergangenen Jahren zum Beispiel aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielt hĂ€tten, sagte Fuest: "Nur weil eine Branche vielleicht nach schwierigen Jahren jetzt mal in einer guten Phase ist, heiĂt das noch nicht, dass es gerechtfertigt ist, einen so groĂen Anteil der Lasten auf eine solche Gruppe zu verlagern."
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte, die WettbewerbsfĂ€higkeit der Landwirte werde durch die geplanten KĂŒrzungen stark eingeschrĂ€nkt. "Die landwirtschaftliche Produktion wird massiv gefĂ€hrdet durch diese finanziellen Einschnitte." Das werde Auswirkungen auf die Versorgungslage mit Lebensmitteln haben.
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