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WDH: Von der Leyen warnt Trump vor AbwÀrtsspirale

20.01.2026 - 12:32:28

(Im 2. Absatz, 1. Satz, wurde eine Klarstellung vorgenommen)DAVOS - EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hat US-PrĂ€sident Donald Trump davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine AbwĂ€rtsspirale zu stĂŒrzen.

(Im 2. Absatz, 1. Satz, wurde eine Klarstellung vorgenommen)

DAVOS (dpa-AFX) - EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hat US-PrĂ€sident Donald Trump davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine AbwĂ€rtsspirale zu stĂŒrzen. Die von Trump angekĂŒndigten Zusatzzölle gegen europĂ€ische Allliierte seien ein Fehler, sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Spannungen wĂŒrden nur genau denjenigen Gegnern helfen, die man möglichst von den strategischen Interessengebieten fernhalten wolle. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmaß reagieren.

Von der Leyen erinnerte dabei auch an das im vergangenen Juli vereinbarte Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU, das Zollobergrenzen vorsieht. "In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal", ergĂ€nzte sie. "Wenn Freunde sich die HĂ€nde schĂŒtteln, muss das etwas bedeuten."

Initiative zur Arktis-Sicherheit

Mit Blick auf die Behauptungen von US-PrĂ€sident Trump, dass Europa Grönland nicht ausreichend vor Russland und China schĂŒtzen könne, sagte von der Leyen, man werde mit den USA und allen Partnern an einem umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept arbeiten. Dies liege eindeutig im gemeinsamen Interesse, und man werden dafĂŒr mehr investieren. "Insbesondere glaube ich, dass wir unsere Mehrausgaben im Verteidigungssektor fĂŒr eine europĂ€ische Eisbrecher-Flotte und andere fĂŒr die Sicherheit der Arktis lebenswichtige AusrĂŒstung nutzen sollten", sagte sie.

Zugleich betonte von der Leyen, dass zu einem EU-Paket zur UnterstĂŒtzung der arktischen Sicherheit auch der Grundsatz der vollen SolidaritĂ€t mit Grönland und dem Königreich DĂ€nemark zĂ€hle. "Die SouverĂ€nitĂ€t und IntegritĂ€t ihres Territoriums ist nicht verhandelbar", sagte die Kommissionschefin. Die EU strebe auch einen massiven europĂ€ischen Investitionsschub fĂŒr Grönland an. Man werden Hand in Hand mit Grönland und DĂ€nemark daran arbeiten, die lokale Wirtschaft und Infrastruktur noch intensiver zu unterstĂŒtzen. Zudem werde man prĂŒfen, wie man Sicherheitspartnerschaften mit LĂ€ndern wie Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen stĂ€rken könne.

Von der Leyen arbeitet an Sicherheitsstrategie fĂŒr die EU

Mit Blick auf die jĂŒngsten Entwicklungen und Ereignisse sagte von der Leyen ohne die Politik von Trump explizit zu nennen: "Geopolitische Schocks können - und mĂŒssen - eine Chance fĂŒr Europa sein. Meiner Ansicht nach ist das Erdbeben, das wir gerade erleben, eine Chance, ja, in der Tat eine Notwendigkeit, eine neue Form der europĂ€ischen UnabhĂ€ngigkeit aufzubauen."

In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf die laufenden Arbeiten an einer europÀischen Sicherheitsstrategie, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. "Ich glaube, dass Europa sich an die neue Sicherheitsarchitektur und die neuen RealitÀten anpassen muss, mit denen wir jetzt konfrontiert sind", sagte sie. Zu der neuen Sicherheitsstrategie werde auch eine aktualisierte Arktisstrategie gehören.

Von der Leyen schloss mit der Mahnung, dass Europa seine UnabhĂ€ngigkeitsbestrebungen auf allen Ebenen beschleunigen mĂŒsse - von der Sicherheit bis zur Wirtschaft, von der Verteidigung bis zur Demokratie. "Denn die Welt hat sich dauerhaft verĂ€ndert. Wir mĂŒssen uns mit ihr Ă€ndern", sagte sie.

@ dpa.de