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Reallöhne gleichen Verluste der Vorjahre aus

28.11.2025 - 12:51:29

Im dritten Quartal dieses Jahres sind die Bruttolöhne in Deutschland erneut stÀrker gestiegen als die Verbraucherpreise.

Daraus ergibt sich eine Reallohnsteigerung um rund 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das ist der höchste Zuwachs im laufenden Jahr.

Die Reallöhne beschreiben die Entwicklung der Bruttolöhne (+4,9 Prozent) bereinigt um die allgemeine Preissteigerung oder Inflation, die im dritten Quartal 2,3 Prozent betragen hat. Ein höherer Reallohn bedeutet mehr Kaufkraft fĂŒr den EmpfĂ€nger. Nach erheblichen Verlusten in der Corona-Zeit und infolge des Ukraine-Kriegs steigen die Reallöhne seit dem Sommer 2023 wieder. GrĂŒnde sind eine abnehmende Inflation und höhere LohnabschlĂŒsse.

Nach Berechnungen der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung haben die Reallöhne aktuell die Kaufkraftverluste der letzten Jahre aufgeholt und sind jetzt wieder auf dem Stand des dritten Quartals 2019. "Per Saldo sind das sechs Jahre Stagnation, eine lange Durststrecke fĂŒr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", erklĂ€rt dazu der Entgelt-Experte Malte LĂŒbker.

FĂŒr das Gesamtjahr zeichnet sich nach EinschĂ€tzung des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft ein unerwartet krĂ€ftiger Reallohnanstieg von rund 2 Prozent ab, dem kein nennenswerter Anstieg der ProduktivitĂ€t gegenĂŒberstehe. Arbeitsmarktexperte Dominik Groll vermutet dahinter hohe Abfindungszahlungen in der Industrie, die eine Vielzahl von Stellen abbaut.

@ dpa.de