WDH, Energieunternehmen

WDH: Energieunternehmen darf Gasförderprojekt nahe Wattenmeer vorantreiben

29.05.2024 - 13:25:44

(Im ersten Absatz, letzter Satz, wurde das Wort "Insel" ergĂ€nzt.)DEN HAAG/BORKUM - Das niederlĂ€ndische Wirtschaftsministerium hat den Weg fĂŒr die umstrittene Erdgasförderung in der Nordsee nahe der Wattenmeerinseln Borkum und Schiermonnikoog freigemacht.

(Im ersten Absatz, letzter Satz, wurde das Wort "Insel" ergÀnzt.)

DEN HAAG/BORKUM (dpa-AFX) - Das niederlĂ€ndische Wirtschaftsministerium hat den Weg fĂŒr die umstrittene Erdgasförderung in der Nordsee nahe der Wattenmeerinseln Borkum und Schiermonnikoog freigemacht. Die Umweltgenehmigung fĂŒr Bauarbeiten wurde entsprechend einem Gerichtsbeschluss verĂ€ndert, teilte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Den Haag mit. Die vom Den Haager Verwaltungsgericht im April festgestellten MĂ€ngel seien behoben worden. Damit könnte das niederlĂ€ndische Energieunternehmen One-Dyas ab dem 31. Mai die geplanten Bauarbeiten fĂŒr die Errichtung einer Bohrplattform fortsetzen. Zuvor hatten die Deutsche Umwelthilfe (DUH), weitere Umweltorganisationen und die Insel Borkum gegen die BauplĂ€ne geklagt.

Ein Konsortium um One-Dyas plant, aus einem Feld vor den beiden Nordseeinseln Erdgas zu fördern. Dazu soll eine Förderplattform auf niederlĂ€ndischem Hoheitsgebiet rund 23 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet werden. Gefördert werden soll den PlĂ€nen zufolge sowohl in niederlĂ€ndischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten, nahe dem niedersĂ€chsischen Nationalpark Wattenmeer. UmweltschĂŒtzer und Insulaner hatten wiederholt gegen das Erdgasförderprojekt demonstriert.

One-Dyas teilte am Mittwoch mit, das Unternehmen halte weiter an dem Ziel fest, noch in diesem Jahr erstes Erdgas fördern zu wollen. "Die Veröffentlichung des Wiederherstellungsbeschlusses ist der Startschuss fĂŒr One-Dyas, sofort mit der Offshore-Arbeit zu beginnen, um sicherzustellen, dass das erste Erdgas im Dezember 2024 verfĂŒgbar ist", sagte One-Dyas-Chef Chris de Ruyter van Steveninck in einer Mitteilung. Die Arbeiten in der Nordsee sollten "so bald wie möglich" aufgenommen werden.

Die Niederlande hatten die Genehmigung zur Gasförderung bereits im Sommer 2022 erteilt. Dagegen hatten deutsche Umweltorganisationen sowie Borkum geklagt. Im April hatte das Verwaltungsgericht den KlĂ€gern teilweise recht gegeben und entschieden, dass die Genehmigung des Ministeriums unzureichend sei. Die Lizenz zur Gasgewinnung war dem Urteil zufolge aber rechtmĂ€ĂŸig. Das Gericht bemĂ€ngelte aber, dass die möglichen schĂ€dlichen Folgen der Bauarbeiten fĂŒr Natur und Tiere nicht ausreichend untersucht worden seien. Außerdem könnten die geplanten Bauarbeiten zu erhöhtem Stickstoff-Ausstoß fĂŒhren - mit möglichen schĂ€dlichen Folgen fĂŒr ein Naturschutzgebiet auf Schiermonnikoog.

FĂŒr die Bohrungen sind Genehmigungen beider LĂ€nder erforderlich. Auf deutscher Seite lĂ€uft noch ein Genehmigungsverfahren. Inwieweit die Deutsche Umwelthilfe und andere KlĂ€ger auf die Entscheidung aus Den Haag reagieren, blieb am Mittwoch zunĂ€chst unklar.

@ dpa.de