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WDH / ROUNDUP: Deutlich mehr neue WindrĂ€der - es klafft aber eine LĂŒcke

16.01.2024 - 16:50:57

(im ersten Satz wurde ein doppeltes "aber" gestrichen)BERLIN - Der Ausbau der Windkraft an Land ist im vergangenen Jahr deutlich vorangekommen - zu den politischen Zielen klafft aber immer noch eine LĂŒcke.

(im ersten Satz wurde ein doppeltes "aber" gestrichen)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Ausbau der Windkraft an Land ist im vergangenen Jahr deutlich vorangekommen - zu den politischen Zielen klafft aber immer noch eine LĂŒcke. 2023 wurden bundesweit 745 neue WindrĂ€der an Land mit einer Gesamtleistung von rund 3,57 Gigawatt errichtet - fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die Richtung stimmt", sagte Dennis Rendschmidt, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands VDMA Power Systems, am Dienstag. Der aktuelle Ausbau hinke aber den politischen Zielen weiter hinterher. Bestehende HĂŒrden mĂŒssten beseitigt werden.

Deutlicher AufwÀrtstrend

Weil auch alte WindrÀder abgebaut wurden, lag der sogenannte Netto-Zubau im vergangenen Jahr bei rund 3 Gigawatt. Im bisherigen Rekordjahr 2017 lag die neu errichtete Leistung neuer WindrÀder bei 5,3 Gigawatt. Insgesamt gab es damit in Deutschland nach Branchenangaben zum Jahresende 28 677 WindrÀder mit einer Leistung von zusammen rund 61 Gigawatt. 1382 neue WindrÀder wurden genehmigt, sind aber noch nicht errichtet - im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 73 Prozent.

FĂŒr das Jahr 2024 prognostizieren die VerbĂ€nde einen Zubau von mehr als 4 Gigawatt. Damit dĂŒrfte aber das Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verfehlt werden, das in diesem Jahr eine Steigerung der installierten Leistung von Windenergieanlagen an Land auf 69 Gigawatt vorsieht. "Wir haben eine deutliche LĂŒcke zu dem politischen Ziel", sagte BĂ€rbel Heidebroek, PrĂ€sidentin des Bundesverbands Windenergie.

WindrĂ€der an Land spielen eine SchlĂŒsselrolle in der Strategie der Bundesregierung, um Klimaschutzziele zu erreichen und damit Deutschland unabhĂ€ngiger wird von fossilen Energien wie Kohle und Gas. Das Ziel der Bundesregierung lautet: 80 Prozent des Stroms sollen 2030 aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Derzeit ist es etwas mehr als die HĂ€lfte. Mit einem Anteil von 26,5 Prozent an der Stromerzeugung war die Windenergie an Land 2023 nach Branchenangaben der wichtigste EnergietrĂ€ger in Deutschland.

Wird das Ziel 2030 verfehlt, könnte das zum Beispiel bedeuten, dass klimaschĂ€dliche Kohlekraftwerke lĂ€nger laufen mĂŒssen. Das Ziel könne noch erreicht werden, machten die Branchenvertreter deutlich - aber nur mit mehr Anstrengungen.

Weiterhin Nord-SĂŒd-GefĂ€lle beim Ausbau

Der Ausbau konzentriert sich auf einige LĂ€nder. Spitzenreiter war im Jahr 2023 Schleswig-Holstein mit einer errichteten Leistung von 1,2 Gigawatt, ein Anteil von 34 Prozent am Gesamtausbau. Es folgten Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Besonders gering war laut Branche die zugebaute Leistung in Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, ThĂŒringen und Sachsen. Der SĂŒden mĂŒsse "aufwachen" und endlich handeln, sagte Heidebroek. Insbesondere in Bayern hake es am politischen Willen.

VerbÀnde mahnen mehr Tempo an

Es wĂŒrden immer noch zu wenig FlĂ€chen zur VerfĂŒgung gestellt, und die Genehmigungsverfahren dauerten immer noch zu lange, kritisierten die VerbĂ€nde. Bundesgesetze zu mehr Tempo mĂŒssten in den LĂ€ndern und Kommunen umgesetzt werden. Heidebroek: "Wir sehen noch keine signifikante Beschleunigung in den einzelnen Genehmigungsverfahren."

Rendschmidt wies auf nach wie vor bestehende Probleme bei der Genehmigung von Schwerlasttransporten von Komponenten von WindrÀdern hin. Dies verzögere Projekte und erschwere die Projektrealisierung. Heidebroek sagte, in den Niederlanden dauere eine Transportgenehmigung 15 Tage - in Deutschland 3 bis 4 Monate.

"Wir mĂŒssen schneller neue Anlagen bauen und in Betrieb nehmen, um unsere Klimaziele zu erreichen", sagte Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland. "Nur mit ausreichend sauberer Energie aus Wind und Sonne können wir die Transformation schaffen. Alle Sektoren - von GebĂ€ude ĂŒber Verkehr bis hin zur Industrie - sind darauf angewiesen. Ohne mehr Windkraft geht dem Klimaschutz in Deutschland bald die Puste aus."

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