WDH: Preisabstand zwischen Verbrenner und E-Autos schrumpft
08.08.2025 - 08:12:29(Im ersten Zwischentitel wurde ein Komma ergÀnzt.)
MĂNCHEN/BOCHUM (dpa-AFX) - Der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern schrumpft. Inzwischen liegt er nach Berechnungen des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer beim Vergleich der beliebtesten Modelle unter 3.000 Euro, wenn man Rabatte und andere Preisinstrumente einrechnet. Noch vor einem Jahr war es weit mehr als das Doppelte.
Der Vergleich beruht auf dem Durchschnittspreis der jeweils 20 beliebtesten Modelle inklusive Rabatten. Die Fahrzeuge sind unter sich also nicht eins zu eins vergleichbar. Die starke VerÀnderung des Abstands zeigt aber dennoch klar, wie sich die Preissituation verÀndert. "Das Elektroauto bahnt sich seinen Weg in Europa und Deutschland", sagt Dudenhöffer. "Die Preisentwicklung ist dabei ein ganz entscheidender Faktor."
Treiber sind einerseits steigende Listenpreise und niedrigere Rabatte bei Verbrennern, andererseits sinkende Listenpreise und höhere Rabatte bei Elektroautos, wie Dudenhöffer erklÀrt. Konkret liegen die durchschnittlichen Rabattniveaus bei Verbrennern und Stromern derzeit praktisch gleichauf bei gut 17 Prozent. Noch im Januar hatte es bei Stromern noch gut 3 Prozentpunkte unter dem der Verbrenner gelegen.
Sinkende Preise, steigende Neuzulassungen
Der sinkende Preisabstand dĂŒrfte intensiv zu den gestiegenen ElektroautoverkĂ€ufen der letzten Monate beigetragen haben - und könnte das in den kommenden Monaten weiter tun. Vom Stromeraufschwung profitieren vor allem die deutschen Hersteller und ihre auslĂ€ndischen Töchter, wie die aktuellen Neuzulassungszahlen beim Kraftfahrt-Bundesamt fĂŒr Januar bis Juli zeigen. Unangefochten an der Spitze liegt VW DE0007664039, das 61.600 Stromer-Neuzulassungen und einen Marktanteil von fast 21 Prozent verbuchen kann.
Zusammen mit den Töchtern Skoda, Audi und Seat belegt es die PlĂ€tze eins, drei, vier und fĂŒnf bei den Elektroauto-Neuzulassungen seit Jahresbeginn. Rechnet man auch noch Porsche auf Rang 15 mit ein, kommen die Wolfsburger bei Stromern damit auf einen Marktanteil von fast 46 Prozent in Deutschland - alles in allem fast 136.000 Autos.
Die Nummer zwei im Markt ist auf Marken- und Konzernebene BMW DE0005190003, dessen Kernmarke mit gut 28.000 Stromern als einzige in die VW-Phalanx an der Spitze eindringt. Inklusive Mini kommen die MĂŒnchner auf 12 Prozent beziehungsweise 35.500 Autos. Dahinter folgten Mercedes DE0007100000, Hyundai KR7005380001 und Opel mit 17.400, 15.700 und gut 10.000 Fahrzeugen.
Tesla US88160R1014 ist inzwischen auf Rang neun abgerutscht und kommt laut KBA-Statistik auf genau 10.000 Neuzulassungen in Deutschland. Betrachtet man nur den Juli, reicht es fĂŒr den bei vielen Kunden in Ungnade gefallenen Konzern von Elon Musk sogar nur noch fĂŒr Rang 14.
Interessant dabei ist auch, wer bei Elektroautos besser oder schlechter abschneidet als im Gesamtmarkt. VW und seinen Töchtern gelingt dies ebenso wie BMW, nicht aber Mercedes oder Opel.
Druck durch EU-Regeln
Zur aktuellen Entwicklung bei Rabatten und Elektroauto-Neuzulassungen könnte auch beigetragen haben, dass seit Jahresbeginn strengere Vorgaben fĂŒr CO2-Flottengrenzwerte in der EU gelten. Viele Hersteller mĂŒssen mehr Elektroautos verkaufen, um die Ziele zu erfĂŒllen.

