ROUNDUP, Alkohol

Alkohol in Deutschland billiger als fast ĂŒberall in Europa

05.01.2026 - 13:05:02

Im Januar zĂŒgeln viele Menschen ihren Alkoholkonsum oder verzichten sogar ganz auf Wein, Spirituosen oder Bier.

Nach jĂŒngsten medizinischen Studien tun sie damit genau das Richtige, denn aus gesundheitlicher Sicht ist jeder Tropfen zu viel. Dennoch sind in Deutschland alkoholische GetrĂ€nke so billig zu haben wie sonst kaum irgendwo in Europa.

Die Preise fĂŒr Wein, Spirituosen oder Bier liegen hierzulande 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der EuropĂ€ischen Union, wie das Statistische Bundesamt anlĂ€sslich des "trockenen Januars" berichtet. Noch billiger sind Alkohol-Drinks europaweit nur noch in Italien, wo die Kunden 19 Prozent unter dem EU-Schnitt einkaufen können. In Finnland mussten Konsumenten hingegen mehr als Doppelte des EU-Durchschnittswerts bezahlen. Auf den PlĂ€tzen folgen DĂ€nemark (123 Prozent des Durchschnittspreises) und Belgien (113 Prozent).

Pro-Kopf-Konsum sinkt

Nach Ă€lteren Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum in Deutschland vergleichsweise hoch. Im Jahr 2022 hat jeder BĂŒrger und jede BĂŒrgerin ab 15 Jahren im Jahr 11,2 Liter reinen Alkohol getrunken. Das entspricht umgerechnet 448 Halbliter-GlĂ€sern Bier, deutlich mehr als eins am Tag. Zehn Jahre zuvor war es noch ein Liter reiner Alkohol mehr.

Europaweit liegt Deutschland damit gemeinsam mit Frankreich und Portugal auf Platz neun. In RumĂ€nien wurden 17,1 Liter reiner Alkohol pro Kopf getrunken. Es folgten Lettland (14,7 Liter) und Tschechien (13,7 Liter). In den HochpreislĂ€ndern Finnland und DĂ€nemark flossen pro Kopf 9,5 beziehungsweise 10,0 Liter reiner Alkohol. ZurĂŒckhaltender waren die Menschen in den MittelmeerlĂ€ndern Griechenland (7,0 Liter pro Kopf), Malta (6,2 Liter) und Zypern (5,2 Liter).

RĂŒckgang bei MĂ€nnern und jungen Menschen

Alkohol ist Forschungen zufolge ein Zellgift, das auch in kleinsten Dosen schĂ€dliche Wirkungen auf den menschlichen Körper hat. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung warnt: Risikofrei lebt nur, wer komplett auf Alkohol verzichtet.

Suchtforscher beobachten langfristig einen RĂŒckgang des Pro-Kopf-Konsums in Deutschland auf einem aber immer noch hohen Niveau. "Vor allem MĂ€nner trinken weniger als frĂŒher - Frauen nicht unbedingt", sagt die Expertin Carolin Kilian vom Zentrum fĂŒr InterdisziplinĂ€re Suchtforschung (ZIS) am UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Rollenbilder hĂ€tten sich gewandelt. RĂŒcklĂ€ufig ist auch der Alkoholkonsum bei den ganz jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren.

Alkoholfreie GetrÀnke in Deutschland teurer

Bei GetrĂ€nken ohne Alkohol lagen die Preise in Deutschland 2 Prozent ĂŒber dem EU-Schnitt. Spitzenreiter war hier Lettland mit einem Preisaufschlag von 46 Prozent, was unter anderem auf die dort erhobene Zuckersteuer zurĂŒckzufĂŒhren ist. Am gĂŒnstigsten waren diese GetrĂ€nke wiederum in Italien.

FĂŒr eine gute ErnĂ€hrung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO Menschen mit gesundem Körpergewicht tĂ€glich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als 25 Gramm oder sechs Teelöffel. Zucker ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten.

SĂŒĂŸe GetrĂ€nke gelten als wichtige Ursache fĂŒr Übergewicht und spĂ€tere Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, Klaus Reinhardt, hat in diesem Zusammenhang eine bundesweite Zuckersteuer gefordert. Auch bei Tabak und Alkohol könnten höhere Steuern den Konsum senken.

@ dpa.de