Expertin, Abschuss

Expertin: Abschuss von Drohnen gefÀhrlich

26.09.2025 - 15:22:42

Im Kampf gegen Drohnen ĂŒber VerkehrsflughĂ€fen ist nach EinschĂ€tzung der Expertin Verena Jackson von der UniversitĂ€t der Bundeswehr in MĂŒnchen ein Abschuss nur die Ultima ratio.

"Ein Abschuss ist rechtlich als letztes Mittel zulĂ€ssig und muss verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sein, wenn also eine konkrete Gefahr fĂŒr Menschen oder kritische Infrastruktur vorliegt und mildere Mittel nicht greifen", sagte Jackson auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Obwohl technisch möglich, berge eine solche Maßnahme erhebliche Risiken, etwa durch herabstĂŒrzende TrĂŒmmerteile oder mögliche explosive Ladung.

Abschuss selten echte Alternative

"Deshalb wird der Abschuss in der Praxis fast nie eingesetzt. Auch in den aktuellen Vorkommnissen an den FlughĂ€fen in Skandinavien war dies einer der GrĂŒnde, warum nicht abgeschossen wurde", sagte Jackson. Es gebe aber durchaus andere Möglichkeiten, Drohnen zu begegnen. "Die Palette reicht von passiven Erkennungssystemen ĂŒber Funk- und Radarsensoren bis hin zu aktiven Abwehrmaßnahmen", sagte die Expertin.

Dazu gehörten Funkstörungen, GPS-Spoofing, Abfangdrohnen oder Netzwerfer, aber auch Laser- oder kinetische Systeme. "Jede Technik hat Vor- und Nachteile und muss fĂŒr den Einzelfall geprĂŒft werden." So könnten Störsender etwa nicht nur die Drohne, sondern auch zivile Kommunikation beeintrĂ€chtigen.

Jackson: Gute Start-up-Szene

Deutschland sei bei der Drohnenabwehr nicht schlechter aufgestellt als andere europĂ€ische Staaten. Die Start-up-Szene sei aber sehr gut aufgestellt. "Das sollte Deutschland erkennen und aktiv fördern", schlĂ€gt Jackson vor. WĂŒnschenswert wĂ€re nach ihrer Darstellung zudem eine Vereinfachung der Testmöglichkeiten neuer Systeme und eine Straffung der Beschaffungsprozesse der Sicherheitsbehörden.

Allerdings hinke der rechtliche Rahmen der Drohnenabwehr hinterher. "In Deutschland sind die ZustĂ€ndigkeiten sehr fragmentiert, was in der Praxis fĂŒr Unsicherheit sorgt und EffektivitĂ€t ausbremst", sagte Jackson. "Im Ernstfall fĂŒhrt das zu Unklarheit, wer was und wann rechtlich darf und hier liegt ein Nachteil im internationalen Vergleich."

@ dpa.de