Agrarminister fordern schnellere Lösungen gegen SchÀdlinge
26.09.2025 - 17:30:12"Wir sind mit Notfallzulassungen unterwegs, aber wir brauchen andere Lösungen", sagte Bundesressortchef Alois Rainer (CSU) nach der Agrarministerkonferenz in Heidelberg. Auf EU-Ebene sei man sich einig, dass es schneller gehen mĂŒsse.
"Es geht um den Schutz unserer Pflanzen", betonte Rainer mit Blick etwa auf Kartoffeln, Zwiebeln und RĂŒben. Massive Ernteverluste könne keiner wollen.
Einfallstor im SĂŒdwesten
Der baden-wĂŒrttembergische Minister Peter Hauk forderte neue Schutzmöglichkeiten etwa gegen Bakterien, Viren oder Insekten. "Wir sind einfach zu langsam", sagte der CDU-Politiker. Zulassungsverfahren mĂŒssten gestrafft, BehördenzustĂ€ndigkeiten reformiert werden.
In Baden-WĂŒrttemberg tauchten viele SchĂ€dlinge wie die Asiatische Hornisse, der JapankĂ€fer und die ĂŒber eine Zikadenart verbreitete Pflanzenkrankheit Stolbur infolge des Klimawandels als Erstes auf, sagte Hauk. Ziel mĂŒsse aber sein, mit Pflanzenschutzmitteln dafĂŒr zu sorgen, dass derartige invasive - also eingeschleppte - SchĂ€dlinge gar nicht erst nach Deutschland kommen.
Alternative AnsÀtze etwa mit Pilzen?
Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) aus Sachsen-Anhalt machte deutlich, dass seit 2020 kein neues Pflanzenschutzmittel zugelassen worden sei. Hingegen seien 97 weggefallen. Um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben, mĂŒssten die Landwirte und Landwirtinnen in Deutschland unterstĂŒtzt werden.
Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern hielt dem entgegen, dass in Deutschland mehr Pestizide erlaubt seien als in vielen NachbarlÀndern. Zudem sei die Anzahl der Notfallzulassungen im EU-Vergleich besonders hoch und steige drastisch an - von 64 im vergangenen Jahr auf bislang 117 in diesem. "Dieser schnelle Griff zu den Pestiziden ist zu eindimensional und hat nichts mit nachhaltiger Bewirtschaftung zu tun", monierte der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe.
FĂŒr die grĂŒn-gefĂŒhrten Agrarministerien betonte Miriam Staudte aus Niedersachsen, dass es bei dem Thema mehr Forschung brauche. Dabei mĂŒsse es auch um andere MaĂnahmen gehen. Als Beispiel nannte die Ministerin den möglichen Einsatz von Pilzen, die schĂ€dliche Insekten befallen könnten.

