Trump-Regierung ordnet KĂŒrzung von Lebensmittelhilfen an
09.11.2025 - 19:32:02"Soweit Bundesstaaten bereits vollstĂ€ndige Zahlungen fĂŒr November ĂŒbermittelt haben, war dies nicht autorisiert. Entsprechende Schritte mĂŒssen unverzĂŒglich rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden", hieĂ es in einem Memo der zustĂ€ndigen Behörde, die dem US-Agrarministerium untersteht.
Hintergrund ist ein juristisches Tauziehen darĂŒber, wie viel Geld fĂŒr das sogenannte Snap-Programm ("Supplemental Nutrition Assistance Program") wĂ€hrend des Shutdowns ausgezahlt werden darf, der nun bereits seit 40 Tagen andauert. Snap wird bundesweit finanziert, aber von den Bundesstaaten verwaltet. Nach Regierungsangaben erhalten rund 42 Millionen Menschen Hilfen ĂŒber das seit 1964 bestehende Programm - vor allem Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Ăltere.
Ende Oktober hatte eine Bundesrichterin vorlĂ€ufig angeordnet, dass die Trump-Regierung die Leistungen in voller Höhe auszahlen muss - auch wenn dafĂŒr auf Notfallmittel zurĂŒckgegriffen werden mĂŒsste. Der Oberste Gerichtshof setzte diese Anordnung am Freitag jedoch zunĂ€chst aus, um einem Berufungsgericht mehr Zeit fĂŒr die PrĂŒfung des Falls zu geben. Damit blieb offen, ob und wann die vollen Leistungen tatsĂ€chlich wieder ausgezahlt werden.
Wichtigstes Sicherheitsnetz gegen Hunger
Weil die Einkommen vieler Menschen in den USA nicht mit den steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten Schritt halten, dient Snap als wichtigstes Sicherheitsnetz gegen Hunger - das Programm unterstĂŒtzt Haushalte mit geringem Einkommen beim Lebensmittelkauf. Die Leistungen werden auf elektronische Bezahlkarten geladen, mit denen in GeschĂ€ften eingekauft werden kann.
Bundesstaaten: Trump-Regierung stiftet "Chaos"
Wegen des teilweisen Stillstands der RegierungsgeschĂ€fte stehen nur begrenzte Mittel zur VerfĂŒgung, wĂ€hrend die Trump-Regierung und mehrere Bundesstaaten vor Gerichten um die Auslegung der Finanzierungsregeln streiten. FĂŒr Betroffene bedeutet das Unsicherheit und in der Praxis Verzögerungen bei der Auszahlung der Hilfen.
Das Portal "Politico" zitierte aus einer Klageschrift mehrerer Bundesstaaten, in der diese der Trump-Regierung vorwerfen, keine klare oder einheitliche Anleitung fĂŒr die Verwaltung in dieser Ausnahmesituation zu geben. Die Schritte Washingtons hĂ€tten zu "Chaos" gefĂŒhrt, heiĂt es.
Demokratischer Gouverneur: "Nein"
Mehrere Bundesstaaten hatten bereits Schritte eingeleitet, um wieder volle Hilfsleistungen auszuzahlen - an diese richtete sich nun das Memo der Trump-Regierung mit dem Hinweis, entsprechende Zahlungen rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates Wisconsin, Tony Evers, erklĂ€rte dazu auf der Plattform X lediglich: "Nein."
Die demokratische Kongressabgeordnete Angie Craig kritisierte das Vorgehen der Trump-Regierung in der "New York Times" scharf und warf ihr vor, BedĂŒrftigen dringend benötigte UnterstĂŒtzung vorzuenthalten. Trump erklĂ€rte dagegen auf der Plattform Truth Social, seine Regierung benötige eine gerichtliche KlĂ€rung, wie die Hilfsleistungen wĂ€hrend des Shutdowns finanziert werden dĂŒrfen - und machte die Demokraten fĂŒr die Lage verantwortlich.
Trump will nicht einlenken
Weil sich Demokraten und Republikanern im Kongress nicht auf einen Haushalt einigen können, ist der Regierungsbetrieb seit mehr als einem Monat in weiten Teilen lahmgelegt. Es ist der lĂ€ngste Shutdown in der Geschichte der USA. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld. Umfragen zufolge machen derzeit jedoch viele Amerikaner Trump und die Republikaner fĂŒr den Stillstand verantwortlich.
In den USA werden politische Konflikte hĂ€ufig ĂŒber den Haushalt ausgetragen. Im aktuellen Streit geht es um Einschnitte im Gesundheitswesen. Die Demokraten fordern von den Republikanern, entsprechende KĂŒrzungen rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Diese waren Teil eines groĂen Steuergesetzes, das zu Trumps zentralen politischen Vorhaben zĂ€hlt. Entsprechend ungern wĂŒrden die Republikaner wenige Monate nach dessen Verabschiedung Teile davon wieder aufgeben
Der Senat tagte am Wochenende in einer ungewöhnlichen Sondersitzung, doch eine schnelle Einigung gilt weiterhin als unwahrscheinlich. Trump zeigte sich auf Truth Social kompromisslos und rief auch seine Partei dazu auf, an ihrer Linie festzuhalten.

