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Experten: Ukrainische Flugabwehr zunehmend ĂŒberfordert

10.11.2025 - 13:01:52

Im Oktober hat sich die Situation der Ukraine bei der Flugabwehr nach EinschÀtzung von Experten stark verschlechtert.

"Russland gelingt es zunehmend, die ukrainische Luftabwehr zu umgehen und kritische Infrastruktur zu schĂ€digen", heißt es im vom EuropĂ€ischen Austausch und der Konrad-Adenauer-Stiftung monatlich herausgegebenen Bericht "Monitor Luftkrieg Ukraine". Insbesondere der Einsatz ballistischer Raketen habe sich mit 108 StĂŒck mehr als verdoppelt, wĂ€hrend gleichzeitig die Abfangquote auf der Basis ukrainischer Angaben bei nur etwa 15 Prozent liege.

Dem Bericht zufolge wurden durchschnittlich jede Nacht 170 russische Drohnen gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt. Mit nach ukrainischer ZĂ€hlung 5.298 Langstreckendrohnen liegt der Wert allerdings etwa sechs Prozent unter den Ziffern des September. Im Juli sei dabei mit knapp 6.300 Drohnen der bisherige Höchstwert erreicht worden. Im Bericht wird vermutet, dass dies auf ein Nichterreichen russischer Produktionsziele zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Ukrainische Abfangquoten sinken und Zerstörung nimmt zu

Im vergangenen Monat wurden den Zahlen nach 1.077 Drohnen nicht abgefangen. Die Abfangquote sank demnach auf 80 Prozent. Anfang des Jahres seien dabei noch fast 100 Prozent der Drohnen rechtzeitig abgewehrt worden. Insgesamt seien im Oktober ĂŒber 1.200 Flugkörper nicht abgefangen worden. Im Februar habe diese Zahl bei nur 145 gelegen.

Allein bei ballistischen Raketen des Typs Iskander seien ĂŒber 34 Tonnen Sprengstoff nicht rechtzeitig abgewehrt worden. Zusammen mit Drohnen, Marschflugkörpern und Hyperschallraketen gingen fast 97 Tonnen an Sprengladungen auf Ziele im ukrainischen Hinterland nieder. "Die Menge der nicht abgefangenen Sprengladung hat sich innerhalb eines Monats verdoppelt und ĂŒberfordert zunehmend die ukrainische Flugabwehr", wird in dem Bericht gewarnt.

Das sei ein Alarmsignal und daher mĂŒsse die ukrainische Flugabwehr stĂ€rker unterstĂŒtzt werden. Dies auch im Hinblick darauf, dass Russland die Bestellungen von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen trotz höherer Kosten weiter steigere.

Angriffe insbesondere gegen ukrainische Energieanlagen

Die Angriffe seien insbesondere gegen ukrainische Energieanlagen wie Kraftwerke, Umspannwerke und Gasspeicher gefĂŒhrt worden. Gut 60 Prozent der Erdgasproduktion sei nach Angaben aus Kiew im Oktober zerstört worden. Das Land leidet in vielen Regionen unter anhaltenden StromausfĂ€llen.

Die Ukraine wehrt sich mit massiver westlicher UnterstĂŒtzung seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion. Vor allem aus Deutschland sind seither moderne Flugabwehrsysteme an das osteuropĂ€ische Land geliefert worden.

@ dpa.de