Deutlich mehr Asyl-Ablehnungen fĂŒr Syrer im Oktober
09.11.2025 - 14:01:27Insgesamt 1.906 erstmalige AntrĂ€ge wurden in diesem Monat vom Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) abgelehnt - im Zeitraum von Januar bis September waren es insgesamt nur 163 Ablehnungen. Zuvor hatten Entscheidungen wegen der unklaren Lage in Syrien zum GroĂteil auf Eis gelegen.
UnĂŒbersichtliche Situation nach Sturz von Assad
Anfang Dezember hatte das Bundesamt den GroĂteil der Entscheidungen ĂŒber AntrĂ€ge von Syrerinnen und Syrern ausgesetzt und das mit der dynamischen Situation in Syrien nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad begrĂŒndet. Es gab weiterhin formale Entscheidungen, etwa mit der Feststellung, dass ein anderes europĂ€isches Land zustĂ€ndig ist.
Auch ĂŒber die AntrĂ€ge von StraftĂ€tern und GefĂ€hrdern wurde weiter entschieden. GefĂ€hrder sind Menschen, denen die Sicherheitsbehörden schwerste Straftaten bis hin zum Terroranschlag zutrauen. "Das Bundesamt hat hier in begrĂŒndeten EinzelfĂ€llen auch Vollablehnungen gegen syrische Staatsangehörige erlassen", teilte das Bamf mit.
Bamf sieht sich durch Gerichte bestÀtigt
In der jĂŒngsten Rechtsprechung lasse sich "eine vorsichtige Tendenz erkennen, dass die bislang befassten Gerichte Klagen gegen ablehnende Entscheidungen abweisen", erklĂ€rte das Bamf unter Verweis auf mehrere Verwaltungsgerichte. "In Ăbereinstimmung mit der Rechtsauffassung des Bundesamts bestĂ€tigt die derzeit vorliegende Rechtsprechung die Auffassung des Bundesamts, dass aufgrund der verĂ€nderten Sachlage in Syrien bei jungen, gesunden MĂ€nnern nicht in allen FĂ€llen ein Abschiebungsverbot festzustellen ist."
Seit Ende September entscheide das Bundesamt wieder Verfahren "aus der Gruppe der jungen, arbeitsfĂ€higen, alleinreisenden MĂ€nner". Und weiter: "Auch hier sind, den Herkunftslandinformationen sowie der bisherigen Rechtsprechung folgend, Vollablehnungen möglich, sofern keine individuellen VerfolgungsgrĂŒnde vorgetragen werden."
Bundesregierung will wieder nach Syrien abschieben
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dringt auf eine schnelle Wiederaufnahme der Abschiebungen nach Syrien. Besonders schnell abschieben will die schwarz-rote Bundesregierung die, die straffĂ€llig geworden sind. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklĂ€rte, man sei dabei, "mit Syrien Vereinbarungen zu machen, die die RĂŒckfĂŒhrungen nach Syrien auch ermöglichen". Im September hatte er der "Rheinischen Post" gesagt: "Wir wollen noch in diesem Jahr eine Vereinbarung mit Syrien treffen und dann zunĂ€chst StraftĂ€ter abschieben und spĂ€ter Personen ohne Aufenthaltsrecht."

