Wacker gibt im Quadrate-Streit mit Ritter Sport nicht nach
12.12.2025 - 06:34:21"Die Entscheidung ist getroffen: Wir stehen zu unserer Position und werden das Urteil abwarten", sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Matteo Wacker der Deutschen Presse-Agentur. Im November hatte das Landgericht Stuttgart durchblicken lassen, dass es eher den Argumenten der Wacker-AnwĂ€lte folgt - zugleich aber einen Vergleich angeregt, um einen langen Rechtsstreit zu vermeiden. Die Entscheidung wird fĂŒr den 13. Januar erwartet.
Der Hintergrund: Ritter Sport sieht durch den Riegel "Monnemer Quadrat Bio" von der Mannheimer Firma seine seit 1996 geschĂŒtzte dreidimensionale Marke bedroht. Das Unternehmen aus dem schwĂ€bischen Waldenbuch fordert unter anderem, dass Wacker die bislang verwendete Verpackung nicht weiter nutzen und bereits ausgelieferte Ware zurĂŒckrufen soll.
Wacker - ein Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern - hatte das Produkt vor rund einem Jahr auf den Markt gebracht. Die Verpackung des quadratischen Haferriegels ist nach eigenen Angaben von der Mannheimer Innenstadt inspiriert, die in Quadraten angeordnet ist. Sie erinnert aber auch an die quadratische Ritter-Sport-Tafel - obwohl sie kleiner als die klassische 100-Gramm-Version ist und die Seitenlaschen lÀnger sind.
Ritter Sport droht Schlappe vor Gericht
In erster Instanz droht dem Schokoladenhersteller eine Niederlage vor Gericht. Denn nach der vorlĂ€ufigen EinschĂ€tzung der zustĂ€ndigen Kammer liegt weder eine Verwechslungsgefahr noch Rufausbeutung vor. Der Vorsitzende Richter Thomas Kochendörfer hatte bei der mĂŒndlichen Verhandlung gesagt, dass das Gericht deshalb dazu tendiere, die Klage abzuweisen.
Ritter-Sport-Anwalt Andreas Schabenberger widersprach der Auffassung der Kammer wĂ€hrend der Verhandlung deutlich - und kĂŒndigte an, den Rechtsstreit fortzusetzen, falls Wacker an der quadratischen Form des Riegels festhalten sollte. Im Fall einer Unterlassung wĂ€re man aber bereit, zum Beispiel auf Schadenersatz zu verzichten, sagte er damals.
Gericht hatte Vergleich ins Spiel gebracht
Bereits vor der Klage hatte es GesprĂ€che ĂŒber Ănderungen an der Verpackung gegeben - ohne Ergebnis. Wegen der verhĂ€rteten Fronten hatte das Gericht nochmals einen Vergleich ins Spiel gebracht: Egal, wie die Kammer entscheide: Die Gegenseite werde in Berufung gehen, sagte Kochendörfer. Der Rechtsstreit könnte sich ĂŒber Jahre hinziehen.
Ritter Sport fordert von Wacker, die Verpackung rechteckig zu gestalten. "Aber warum sollten wir unser Produkt so krass verÀndern, wenn wir doch im Recht sind? Nur, damit das schnell vom Tisch ist?", sagte Wacker. "Wir wollen ein Signal senden, dass man, auch wenn man der Kleinere ist, zu seinem Recht kommen kann."
Zwar wolle Wacker keinen langen Rechtsstreit fĂŒhren. Aber ein Vergleich bedeute, dass beide Seiten aufeinander zugingen. "Und von Ritter Sport kam nur ein Schreiben mit einem Friss-oder-stirb-Angebot".
Ritter Sport wollte sich auf Anfrage nicht Ă€uĂern. Ein Unternehmenssprecher teilte mit, man werde bei einem anhĂ€ngigen Gerichtsverfahren keine laufenden Sachstandsmeldungen herausgeben.

