Produktion/Absatz, Umstrukturierung

Thyssenkrupp: HKM-Kaufinteressent bricht GesprÀche ab

21.02.2025 - 12:18:55 | dpa.de

Im Ringen um die Zukunft des Duisburger Stahlherstellers HKM mit rund 3.000 BeschĂ€ftigten hat laut Thyssenkrupp DE0007500001 Steel Europe der Kaufinteressent CE Capital Partners die GesprĂ€che ĂŒber einen Erwerb abgebrochen.

"Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich", erklĂ€rte die Stahlsparte in einer Mitteilung. "Es war und ist unser vorrangiges Ziel, die Unternehmensanteile an der HKM zu verkaufen, um dem Unternehmen und seinen BeschĂ€ftigten eine Zukunftsperspektive zu geben."

SelbstverstĂ€ndlich bleibe man gesprĂ€chsbereit und auch offen fĂŒr weitere Kaufinteressenten, betonte das TKSE. "Wir werden nun zeitnah mit unseren Mitgesellschaftern die Situation nach Abbruch der GesprĂ€che durch CE Capital Partners bewerten."

HKM betreibt in Duisburg zwei Hochöfen

Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) ist zu 50 Prozent an HKM beteiligt. Die ĂŒbrigen Anteile gehören dem Stahlkonzern Salzgitter (30 Prozent) und dem französischen Röhrenhersteller Vallourec (20 Prozent). HKM stellt Stahl-Vorprodukte fĂŒr die drei Firmen her. In Duisburg betreibt HKM unter anderem zwei Hochöfen und eine Kokerei.

FĂŒr die Thyssenkrupp-Stahlsparte mit insgesamt 27.000 BeschĂ€ftigten ist ein deutlicher KapazitĂ€ts- und Stellenabbau geplant. Dies soll unter anderem durch den Verkauf der HĂŒttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) geschehen. Rund 1.500 der 3.000 HKM-BeschĂ€ftigten werden Thyssenkrupp zugerechnet. "Sollte ein Verkauf nicht möglich sein, wird Thyssenkrupp Steel mit den weiteren Gesellschaftern GesprĂ€che ĂŒber einvernehmliche Schließungsszenarien fĂŒhren", hatte Thyssenkrupp-Chef Miguel LĂłpez Ende Januar bei der Hauptversammlung gesagt.

IG Metall: Einstieg ist "am Geld" gescheitert

Laut IG-Metall-NRW-Bezirksleiter Knut Giesler ist der Einstieg von CE Capital Partners "am Geld" gescheitert. Die Investorengesellschaft habe "letztlich kein ĂŒberzeugendes Finanzkonzept vorlegen" können, hieß es in einem Flugblatt der Gewerkschaft. Nach Angaben der IG Metall sollte CE Capital rund 200 Millionen Euro einbringen, sei dazu aber nicht bereit gewesen.

Die IG Metall verwies auf ein industrielles Konzept, das eine Beraterfirma entwickelt hatte. Die Berater hĂ€tten eine klare Aussage getroffen: "Ja, die HKM kann auf dem Markt bestehen. Das Risiko ist ĂŒberschaubar." IG Metall, Betriebsrat und Vertrauensleute blieben deshalb trotz des Ausstiegs optimistisch. Nun mĂŒsse es darum gehen, einen neuen Investor zu finden, erklĂ€rte Giesler. Es gebe es bereits GesprĂ€che mit mehreren möglichen Interessenten.

SPD NRW: "Oberstes Ziel bleibt Erhalt aller ArbeitsplÀtze"

Auch die Vorsitzende der nordrhein-westfĂ€lischen SPD, Sarah Philipp, Ă€ußerte sich zuversichtlich zur Zukunft des Unternehmens. "HKM ist ein hochspezialisierter Betrieb mit erstklassigen Produkten, die auch weiterhin gute Absatzchancen am Markt haben." Jetzt komme es darauf an, schnell Klarheit fĂŒr die BeschĂ€ftigten zu schaffen. Oberstes Ziel bleibe der Erhalt aller ArbeitsplĂ€tze.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichtet, war CE Capital Partners in der Stahlbranche schon 2021 aufgefallen, als das Unternehmen die MĂŒlheimer Friedrich Wilhelms-HĂŒtte ĂŒbernahm. Das Unternehmen habe damals die Stahlgießerei wieder auf Kurs gebracht und ein Jahr spĂ€ter die Mehrheit an den RĂŒstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann weitergegeben.

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