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AKTIEN IM FOKUS: Ölpreis belastet Reisebranche - Zudem Streik bei Lufthansa

13.04.2026 - 13:17:36 | dpa.de

Im schwachen Gesamtmarkt haben Aktien aus der deutschen Reisebranche am Montag besonders deutlich nachgegeben.

Die vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran trieben den Ölpreis wieder nach oben. Hinzu kommt speziell für die Lufthansa DE0008232125 - und damit indirekt auch für Fraport DE0005773303 - eine neue Streikrunde der Piloten der größten deutschen Fluggesellschaft.

Um die Mittagszeit büßten die Anteilsscheine der Lufthansa vier Prozent auf 7,63 Euro ein. Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport verloren 4,3 Prozent auf 76,25 Euro und die Papiere des Reiseveranstalters Tui DE000TUAG505 gaben um 3,3 Prozent auf 7,03 Euro nach.

Für alle drei Werte sind die Kursgewinne, die auf die Bekanntgabe der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran am vergangenen Mittwoch gefolgt waren, damit wieder Geschichte. Inwiefern die Stabilisierung der Papiere seit ihren bisherigen Jahrestiefs im März Bestand hat, bleibt abzuwarten.

Nach dem Ende Februar begonnenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran und der am 8. April angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe, waren die Hoffnungen groß gewesen. Doch die am Wochenende erfolgten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind vorerst gescheitert. Nachdem keine Einigung erzielt wurde, kündigte US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade in der Straße von Hormus an. Die US-Marine wird Trump zufolge alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen. Der Iran gab sich davon unbeeindruckt.

Was Trumps Drohung für die Waffenruhe bedeutet, ist derzeit noch unklar, doch der Ölpreis reagierte prompt. In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bis zu neun Prozent auf fast 104 Dollar und kam zuletzt nur leicht zurück.

Und das hat direkte Auswirkungen auf die Reisebranche. Analyst Alex Irving von Bernstein Research etwa reduzierte in einer Branchenstudie zahlreiche Kursziele von Aktien europäischer Fluggesellschaften, weil "Kerosinkosten die Gewinne verbrennen". Der Iran-Krieg stelle die eigentlich guten Aussichten der Branche infrage, auch wenn der Ausgang letztlich unklar sei.

Innerhalb von drei Wochen drohten "systemische Kerosinengpässe", falls die Straße von Hormus bis dahin nicht wieder vollständig geöffnet werde, hob die US-Bank JPMorgan mit dem Hinweis auf einen Bericht in der Wirtschaftszeitung "Financial Times" hervor. Der europäische Flughafenverband, ACI Europe, hatte erklärt, die Kerosinreserven gingen zur Neige. Darüber hinaus verschärfe die zusätzliche Nachfrage aufgrund militärischer Aktivitäten die Versorgungslage.

Die Lufthansa belasten obendrein auch Streiks. Nachdem am Freitag die Flugbegleiter die Lufthansa lahmgelegt hatten, rief zu Wochenbeginn die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zur Arbeitsniederlegung auf. Am Montag und Dienstag streikt nun das Cockpitpersonal. JPMorgan verwies auf die erheblichen Flugausfälle, die es bereits vor dem Wochenende gegeben hatte. Es sei der nunmehr dritte Arbeitskampf innerhalb von zwei Monaten gewesen, der den Betrieb am Drehkreuz Frankfurt beeinträchtigt habe.

Und UBS-Analyst Cristian Nedelcu, der sich mit Fraport beschäftigte, bekräftigte sein Anlageurteil "Sell" für diese Aktie. Er sprach von kurz- und mittelfristigen Risiken, die die Erwartungen an die geschäftliche Quartals- und Jahresentwicklung betreffen.

Ihm zufolge könnten die Anleger die Verknappung der Kapazitäten durch Fluggesellschaften in den nächsten Quartalen unterschätzen, die auf hohe Kerosinpreise und mögliche Kerosinengpässe zurückzuführen ist. "Der Aktienkurs von Fraport ist seit Jahresbeginn um 14 Prozent gestiegen und hat damit die Konkurrenz übertroffen. Unserer Ansicht nach ist die Begeisterung über die geplante Kapazitätserweiterung von Condor/Lufthansa nicht mehr gegeben, solange die hohen Kerosinpreise voraussichtlich zu Kapazitätskürzungen in diesem Sommer führen werden."

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