WDH: Sneaker hoch im Kurs - Kein Ende des Booms in Sicht
05.06.2025 - 19:08:48(Im sechsten Absatz wurden die Angaben zur Zahl der SchuhhÀndler prÀzisiert.)
KĂLN (dpa-AFX) - Die Menschen in Deutschland sparen zwar beim Kauf von Schuhen, nicht jedoch bei Sneakern. Die Nachfrage steigt immer weiter, wie das Handelsforschungsinstituts IFH Köln berichtet. Ein Ende des Booms sei nicht in Sicht, sagt IFH-Marktexperte HansjĂŒrgen Heinick. Der Sneaker sei der gröĂte Gewinner in den Warengruppen.
Kundinnen und Kunden haben im vergangenen Jahr demnach 2,7 Milliarden Euro fĂŒr Sneaker ausgegeben und damit ein Drittel mehr als 2018, als es 2 Milliarden Euro waren. Der Umsatz ist pro Jahr durchschnittlich um knapp 6 Prozent gestiegen.
"Sneaker sind bequemer zu tragen als andere Schuhe und salonfĂ€hig geworden. Man kann sie immer und bei allen gesellschaftlichen Ereignissen anziehen", sagt Heinick. Sneaker seien zudem oft gĂŒnstiger als etwa klassische Lederschuhe. Sneaker ist ein Sammelbegriff fĂŒr sportliche Freizeitschuhe und Turnschuhe, die im Alltag und nicht nur beim Sport getragen werden.
Marktanteil wÀchst
Die UmsĂ€tze mit der Schuhart haben in den vergangenen Jahren deutlich stĂ€rker angezogen als die Verbraucherpreise. Schuhe waren zuletzt im Schnitt lediglich 6 Prozent teurer als 2017. Der Marktanteil von Sneakern liegt inzwischen bei mehr als 28 Prozent. FĂŒr 2025 prognostiziert der Experte einen Anstieg auf 29,5 Prozent.
Dennoch leidet die Branche unter der KaufzurĂŒckhaltung. Die Menschen in Deutschland gaben im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Euro fĂŒr Schuhe aus und damit 0,9 Prozent weniger als 2023. Der Markt hat bislang nicht das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht. Auch Deutschlands gröĂter SchuhhĂ€ndler Deichmann spĂŒrt die Sparsamkeit der Kunden. Das Unternehmen verkaufte 2024 weltweit weniger Schuhe, der Umsatz war kaum höher als im Vorjahr.
Schwierige Zeiten fĂŒr die Modebranche
Heinick rechnet 2025 nicht mit einer Erholung. Er erwartet, dass die Erlöse nur um 0,2 Prozent steigen. Die Zahl der SchuhhĂ€ndler in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 laut IFH von 7.247 auf zuletzt noch etwa 2.625 gesunken. Ein SchuhhĂ€ndler kann ein einzelner selbststĂ€ndiger HĂ€ndler sein oder ein gröĂeres Unternehmen, das eine Vielzahl an Filialen betreibt. In Deutschland gibt es etwa 8.700 SchuhgeschĂ€fte, wie der Branchenverband BTE schĂ€tzt.
Der stationÀre Schuhhandel hat an Bedeutung verloren. Knapp 37 Prozent des Umsatzes mit Schuhen hierzulande wurden 2024 online gemacht, vor der Pandemie lag der Anteil bei gut 24 Prozent.
Die Modebranche in Deutschland erlebt schwierige Zeiten. Viele HĂ€ndler klagen ĂŒber mĂ€Ăige UmsĂ€tze und hohe Kosten. Laut BTE zahlen die Betriebe etwa 20 Prozent mehr fĂŒr Energie, Miete und GehĂ€lter als 2019. Der Verband befĂŒrchtet, dass wegen der wirtschaftlichen Lage noch mehr Unternehmen unter Druck geraten.

