HĂ€ndler, Tarifverhandlungen

HÀndler erhöhen wÀhrend der Tarifverhandlungen erneut die Löhne

06.03.2024 - 19:56:36

Im stockenden Tarifkonflikt im Einzelhandel erhöhen einige Handelsunternehmen erneut von sich aus die Löhne und GehÀlter.

Die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, die Rewe-Gruppe (Rewe, Penny, Toom), Aldi und der MöbelhĂ€ndler Ikea kĂŒndigten am Mittwoch an, die Löhne ihrer BeschĂ€ftigten anzuheben. Die Unternehmen hatten die Entgelte bereits im Oktober 2023 um gut fĂŒnf Prozent erhöht. Dies eingerechnet können sich die BeschĂ€ftigten im Vergleich zu den derzeit noch geltenden Tariftabellen nun insgesamt ĂŒber ein Plus von 10 Prozent freuen. Aldi SĂŒd wollte keine konkreten Zahlen nennen.

Die LebensmitteleinzelhĂ€ndler folgen damit einer Empfehlung des Handelsverbandes Deutschland (HDE), die Entgelte schon vor einem offiziellen Tarifabschluss freiwillig um maximal zehn Prozent zu erhöhen und dies spĂ€ter mit dem Tarifabschluss zu verrechnen. "Wir sind nach nunmehr elf Monaten Tarifkonflikt mit mehr als 60 Verhandlungsrunden bundesweit zu der Auffassung gelangt, dass Verdi leider keinerlei Interesse an einem zeitnahen Abschluss im Einzelhandel hat", sagte HDE-TarifgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steven Haarke.

Ohne die Freigabe des HDE und seiner LandesverbĂ€nde dĂŒrfen die tarifgebundenen Unternehmen die Löhne und GehĂ€lter nicht erhöhen. Wenn diese im Oktober 2023 bereits angehoben worden sind, ist jetzt lediglich noch eine Erhöhung in Höhe der Differenz erlaubt. Die Edeka-Gruppe will sich an der Empfehlung des Branchenverbandes orientieren, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Die Gewerkschaft Verdi, die auch in dieser Woche wieder BeschĂ€ftigte im Einzelhandel zu Warnstreiks aufgerufen hat, kritisierte das Vorgehen der Arbeitgeberseite. Der Handelsverband versuche "durch AnkĂŒndigungen freiwilliger Lohnanhebungen den Streikwillen zu brechen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. "Eine RĂŒckkehr an den Verhandlungstisch und ein Tarifabschluss, der den Preissteigerungen Rechnung trĂ€gt, ist das Gebot der Stunde." Rechtsverbindliche Tariferhöhungen könnten nur in einem Tarifvertrag erzielt werden.

Die Tarifverhandlungen fĂŒr die Millionen BeschĂ€ftigten im Einzelhandel kommen seit Monaten kaum voran. Auch zahlreiche Warnstreiks konnten die verfahrene Situation nicht verĂ€ndern. Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr. Je nach Bundesland kommen weitere Forderungen hinzu. Auch SpitzengesprĂ€che auf Bundesebene brachten zuletzt keinen Fortschritt. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, die Verhandlungen zu blockieren.

@ dpa.de