Verdi bestreikt Paketzentren und einige Briefzentren
25.02.2025 - 20:05:54Die BeschĂ€ftigten in bundesweit allen Paketzentren des Bonner Logistikers seien in den SpĂ€t- und Nachtschichten bis Mittwochmorgen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, teilte Verdi am frĂŒhen Abend in Berlin mit. AuĂerdem werden die BeschĂ€ftigten in ausgewĂ€hlten Briefzentren zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, etwa in Freiburg, Pforzheim und Waiblingen (Baden-WĂŒrttemberg) sowie in Celle und Göttingen (Niedersachsen) sowie in Bremen.
Die Gewerkschaft möchte den Druck auf die Arbeitgeber verstĂ€rken, damit diese einer deutlich höheren Bezahlung zustimmen. Ein Firmensprecher sagte, die Auswirkungen fĂŒr die Kunden seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschĂ€tzbar.
Eckpunkte des Tarifstreits
Verdi fordert sieben Prozent höhere Entgelte in einem nur 12 Monate laufenden Tarifvertrag, der fĂŒr rund 170.000 BrieftrĂ€ger, Paketboten und andere Logistik-Mitarbeiter gelten wĂŒrde. Die Post, die zu DHL gehört, bietet in einem 27 Monate laufenden Vertrag eine Anhebung um zunĂ€chst 1,8 Prozent und spĂ€ter um weitere 2,0 Prozent.
AuĂerdem pocht Verdi auf drei Extra-Urlaubstage, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Wer Verdi-Mitglied ist, soll sogar vier bekommen. Die Post wiederum bietet nur einen Extra-Urlaubstag fĂŒr die BeschĂ€ftigte an, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben - also circa zwei Drittel der Belegschaft.
NĂ€chste Verhandlungsrunde am Montag
Die Situation in den Tarifverhandlungen wirkt festgefahren, die drei bisherigen Runden brachten kein Ergebnis. FĂŒr Montag ist die vierte Runde geplant. Der Post-Sprecher Ă€uĂerte sein UnverstĂ€ndnis. "Der Aufruf zu weiteren Warnstreiks ist unnötig und geht zulasten unserer Kunden."
Schon in den vergangenen Wochen hatte Verdi immer mal wieder zu Warnstreiks in den unterschiedlichen Bereichen aufgerufen, ob im Paket- oder Briefbereich. Das fĂŒhrte mancherorts zu deutlichen VerspĂ€tungen bei der Zustellung von Sendungen. Verdi-Vize Andrea Kocsis bewertet das Post-Angebot als "völlig unzureichend", zumal die Lebenshaltungskosten der BeschĂ€ftigten wesentlich gestiegen seien.
Die Post wiederum pocht auf einen wirtschaftlich tragfĂ€higen Vertrag- angesichts sinkender Briefmengen und eines hohenInvestitionsbedarfs sieht sie nur einen geringen Spielraum fĂŒr Lohnsteigerungen.

