Arbeit, Deutschland

Neues Angebot im Tarifkonflikt bei SeehÀfen

14.07.2024 - 01:46:17

Im Tarifkonflikt um die Entlohnung von Hafenarbeitern hat der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ein Angebot vorgelegt.

Es umfasse zwei Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten mit jeweils einer deutlichen Reallohnsteigerung, teilte der Verband am Samstag mit. Die Gewerkschaft Verdi kĂŒndigte an, das Angebot nun ihren Mitgliedern zur Abstimmung vorzulegen.

Zwei Tage lang hatten ZDS und Verdi in Bremen um die Bezahlung der rund 11.000 BeschÀftigten aus Hamburg, Bremen und Niedersachsen gerungen. Es war bereits die vierte Verhandlungsrunde in dem Tarifstreit.

Der Tarifstreit war von mehreren Warnstreiks begleitet worden. Hunderte BeschÀftigte hatten tagelang die Arbeit in den HÀfen von Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake niedergelegt.

Arbeitgeber unterbreiten zwei VorschlÀge

Nach Angaben der Gewerkschaft bietet ZDS einen Inflationsausgleich von 1.000 Euro und eine Erhöhung der Stundenlöhne ab Januar um 0,95 Euro - bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Alternativ könne sich der Verband bei einer Laufzeit von 16 Monaten einen Inflationsausgleich von 1.400 Euro und eine Erhöhung der Stundenlöhne um 1,15 Euro vorstellen. In beiden FÀllen sollen die BeschÀftigten zudem höhere Schichtzulagen und 480 Euro mehr Urlaubsgeld erhalten.

"Der ZDS hat sein faires Angebot aus den vorangegangenen Verhandlungen nochmals erhöht", teilte der Verband nach den erneuten Verhandlungen mit, ohne selbst Details zu nennen. "Das Angebot ist in seiner Höhe an der Grenze der Belastbarkeit und stellt die Seehafenbetriebe wirtschaftlich vor erhebliche Herausforderungen."

Entscheidung soll Ende August fallen

Das Angebot bleibe hinter den Erwartungen zurĂŒck, heißt es hingegen von Verdi. Die Gewerkschaft fordert fĂŒr die BeschĂ€ftigten rĂŒckwirkend zum 1. Juni unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro sowie eine entsprechende Anhebung der SchichtzuschlĂ€ge. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Einige Forderungen wie beispielsweise die Erhöhung der SchichtzuschlĂ€ge habe ZDS jedoch aufgegriffen, teilte die Gewerkschaft mit. Die Mitglieder sollen sich nun selbst eine Meinung bilden und ĂŒber das Angebot abstimmen. Anschließend werde die Bundestarifkommission auf ihrer Sitzung am 22. und 23. August entscheiden, wie es weitergehen soll.

ZDS hofft auf eine Einigung. "Wir sind zuversichtlich, mit dem finalen Angebot eine langfristige Lösung gefunden zu haben und dadurch das Vertrauen in die ZuverlĂ€ssigkeit unserer HĂ€fen wiederherzustellen", teilte Torben Seebold mit, VerhandlungsfĂŒhrer fĂŒr den ZDS.

@ dpa.de | DE000A0S8488 ARBEIT

Weitere Meldungen

Bedeutung auslÀndischer BeschÀftigter steigt. Die dahinterliegenden Zahlen zeigen klare Trends. In vielen Branchen und Betrieben geht es lÀngst nicht mehr ohne auslÀndische FachkrÀfte. (Wirtschaft, 27.01.2026 - 04:10) weiterlesen...

Lifestyle oder Familienpflicht? Mit der Forderung nach weniger Teilzeit entfacht der WirtschaftsflĂŒgel der Union eine Debatte. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 13:55) weiterlesen...

Gegenwind fĂŒr Teilzeit-Vorstoß aus der Union. Der Vorstoß löst eine Debatte aus und trifft auf Kritik, teils auch aus den eigenen Reihen. Weil FachkrĂ€fte fehlen, will der WirtschaftsflĂŒgel der Union den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschrĂ€nken. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 13:24) weiterlesen...

Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft bis zu 160 Milliarden. Die großen ArbeitsausfĂ€lle haben demnach erhebliche Auswirkungen fĂŒr die deutsche Wirtschaft. Sind BeschĂ€ftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie stĂŒtzt Kritiker. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 12:50) weiterlesen...

Reiche: Mit mehr Vollzeit ArbeitsproduktivitĂ€t steigern. Auch die CDU-Wirtschaftsministerin sieht Handlungsbedarf. Der WirtschaftsflĂŒgel der Union will den Anspruch auf Teilzeitarbeit einschrĂ€nken, um dem FachkrĂ€ftemangel zu begegnen. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 11:49) weiterlesen...

Schneefront zieht durch - Viele UnfĂ€lle auf glatten Straßen Neuschnee und Eisregen haben Auto- und Bahnfahrern am Montag in ganz Deutschland den Weg zur Arbeit erschwert. (Boerse, 26.01.2026 - 10:47) weiterlesen...