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WDH / ROUNDUP / Aktien Europa Schluss: Gewinne ausgebaut vor Trump-Amtsantritt

17.01.2025 - 22:31:48

(Im vierten Absatz wurde ein Grammatikfehler entfernt.)PARIS/LONDON/ZÜRICH - Die europĂ€ischen Börsen haben ihre Gewinne am Freitag ausgebaut.

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PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europĂ€ischen Börsen haben ihre Gewinne am Freitag ausgebaut. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,81 Prozent höher auf 5.148,30 Punkte. Das bedeutete auf Wochensicht fĂŒr den Leitindex der Euroregion ein Plus von 3,4 Prozent. Zwischenzeitlich hatte der Index ein Hoch seit dem Jahr 2000 erreicht.

Außerhalb des Euroraums stieg am Freitag der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 um 0,40 Prozent auf 11.990,27 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 kletterte um 1,35 Prozent auf 8.505,22 Punkte nach oben.

Frischen Schwung hatten den Börsen zur Wochenmitte Inflationsdaten aus den USA eingehaucht, die die Zinssorgen der Anleger spĂŒrbar gemildert hatten. So war die Kerninflation ĂŒberraschend niedrig gewesen.

Die Stimmung an den internationalen MĂ€rkten war nun am letzten Handelstag vor der AmtseinfĂŒhrung von Donald Trump als nĂ€chsten PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten gelöst. In den USA ging es fĂŒr die Börsen deutlich bergauf. Positive Signale kamen zudem aus China, wo die Wirtschaft im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben um fĂŒnf Prozent gewachsen war.

TrĂŒbere Preissignale fĂŒr die gewichtssenkenden Medikamente von Novo Nordisk DK0060534915 warfen den Aktienkurs des dĂ€nischen Pharmaherstellers um 4,3 Prozent zurĂŒck. Zeitweise wurde Novo Nordisk am Freitag vom französischen LuxusgĂŒterkonzern LVMH FR0000121014 als wertvollstes Unternehmen Europas vom Thron gestoßen. Zum Handelsschluss lagen beide in puncto Marktkapitalisierung mit jeweils um die 345 Milliarden Euro Kopf an Kopf. LVMH gaben am Freitag um 0,8 Prozent nach, hatten aber am Vortag deutlich zugelegt.

Von den Hoffnungsschimmern aus China profitierten Rohstoffwerte, gilt das Land doch als bedeutender Importeur. Hinzu kamen Unternehmensnachrichten. So loten Glencore JE00B4T3BW64 und Rio Tinto GB0007188757 offenbar einen Zusammenschluss aus. Vertreter beider Unternehmen hĂ€tten darĂŒber gesprochen, ob sie ihre GeschĂ€fte zusammenlegen sollten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die "Financial Times" (FT) erfuhr hingegen von Insidern, dass die Verhandlungen zu keinem Ergebnis gefĂŒhrt haben. Demnach fanden die ersten GesprĂ€che bereits im Oktober statt. Die Unternehmen wollten die Informationen gegenĂŒber Bloomberg und der britischen Zeitung nicht kommentieren. Die Aktien von Glencore stiegen am Freitag um 2,7 Prozent, die von Rio Tinto um 2,2 Prozent. Goldman Sachs hatte zudem das Kursziel fĂŒr Rio Tinto angehoben und die Kaufempfehlung bestĂ€tigt.

Im LuxusgĂŒtersektor bauten Richemont CH0210483332 ihre Gewinne nach dem Kurssprung am Vortag aus, und zwar um 1,2 Prozent. Eine ganze Reihe großer HĂ€user hatte SchĂ€tzungen und Kursziele erhöht. Der LuxusgĂŒterkonzern habe das Jahr 2025 mit einem Paukenschlag begonnen, Ă€ußerte sich Analystin Chiara Battistini von JPMorgan positiv.

Gefragt waren zudem zyklische Werte aus den Bereichen Bau, Autos und Chemie, was als Zeichen gestiegener konjunktureller Zuversicht gewertet wurde. Aktien von Nutzfahrzeugherstellern profitierten auch von Signalen aus den USA. Jefferies-Analyst Michael Aspinall verwies auf die PlĂ€ne der US-Spedition JB Hunt. Die Amerikaner wollen im laufenden Jahr 700 bis 900 Millionen US-Dollar ausgeben und damit mehr als im Vorjahr. Bis zu 700 Millionen Dollar davon werden wohl in die Flottenerneuerung fließen.

Bei Holcim CH0012214059 sorgte unterdessen eine Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux auf 103 Franken fĂŒr UnterstĂŒtzung. Die Aktien gewannen 2,1 Prozent.

Am Ende des Feldes lagen defensive Werte, allen voran der Pharmasektor, der allein im Minus notierte. Eine Ausnahme war mit DocMorris CH0042615283 ein kleinerer Wert. Hier ging es deutlicher nach oben. Die Versandapotheke veröffentlicht am Dienstag die UmsÀtze aus dem GeschÀftsjahr 2024. Analysten erwarten, dass sie gestiegen sind.

@ dpa.de | CH0009980894 BöRSEN/AKTIEN