Immobilienpreise fallen im Januar erneut
09.02.2026 - 21:09:12Deutsche Wohnimmobilien werden günstiger. Der Europace Hauspreisindex (EPX) sank im Januar zum zweiten Monat in Folge. Der Gesamtindex fiel von 220,71 auf 220,11 Punkte. Damit endet eine fast zweijährige Phase stetiger Preissteigerungen. Analysten führen die Trendwende auf hohe Finanzierungskosten bei gebremster Nachfrage zurück.
Neubau und Bestandshäuser verlieren an Wert
Die Preiskorrektur trifft alle Segmente. Besonders deutlich fielen die Preise für Neubauhäuser – ihr Index sank von 243,27 auf 242,16 Punkte. Auch Bestandshäuser verbilligten sich von 201,48 auf 200,82 Indexpunkte. Eigentumswohnungen verzeichneten den geringsten, aber spürbaren Rückgang auf 217,35 Punkte.
Die Daten zeigen: Nach langem Wachstum setzt sich eine Konsolidierung durch. Käufer und Verkäufer müssen sich auf eine veränderte Marktdynamik einstellen.
Hohe Bauzinsen bremsen die Kaufkraft
Der Hauptgrund für die fallenden Preise sind die gestiegenen Kreditkosten. Aktuell liegen die Bauzinsen für eine zehnjährige Sollzinsbindung bei rund 3,74 Prozent. Das verteuert den Immobilienerwerb erheblich.
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- Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind in den letzten zwölf Monaten um etwa 20 Prozent gestiegen.
- Besonders junge Familien und Erstkäufer spüren die höheren monatlichen Belastungen.
- Die Nachfrage bleibt zwar hoch, doch die finanzielle Leistbarkeit der Interessenten sinkt.
Verkäufer müssen ihre Preisvorstellungen anpassen – das schlägt sich nun in den Indizes nieder. Ein starker Gegenwind bleibt der angespannte Mietmarkt, der weiter zum Kauf anreizt.
Nach dem Boom kommt die Ernüchterung
Der aktuelle Rückgang folgt auf eine fast zweijährige Boomphase. Schon Ende 2025 zeichnete sich eine Abkühlung ab. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) meldete für das vierte Quartal 2025 leichte Preisrückgänge bei Eigentumswohnungen.
Experten von Europace und der Value AG sehen darin eher ein Einpendeln auf neuem Niveau als den Start eines dauerhaften Abschwungs. Die hohe Nachfrage, getrieben vom Mietmarkt, wirke stabilisierend. Aus der Branche werden zunehmend politische Entlastungen gefordert – etwa die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber.
Wohin steuert der Markt 2026?
Für das laufende Jahr erwarten Analysten ein komplexes Umfeld. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von zwei Faktoren:
- Der Zinsentwicklung: Bleiben die Finanzierungskosten hoch, könnte der Preisdruck anhalten.
- Der strukturellen Nachfrage: Der Wohnraummangel in Städten stützt die Nachfrage weiter.
Steht uns eine vorübergehende Konsolidierung oder eine echte Trendwende bevor? Die kommenden Monate werden es zeigen. Käufer könnten abwarten, Verkäufer ihre Strategien anpassen. Entscheidend werden auch die Stabilität des Arbeitsmarktes und die allgemeine Konjunktur sein.
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