US-Preisauftrieb nimmt Fahrt auf - Wirkung der Zölle 'verhalten'
11.09.2025 - 15:20:54Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Im Juli hatte die Inflation 2,7 Prozent betragen. Experten hatten unter anderem wegen erhöhter Zölle im Schnitt mit dem Anstieg der Teuerung gerechnet. US-PrÀsident Donald Trump hatte die Zölle auf importierte Waren verhÀngt.
Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise in der gröĂten Volkswirtschaft der Welt um 0,4 Prozent und damit ebenfalls stĂ€rker als im Juli, als sie um 0,2 Prozent zugelegt hatten. Nur die Kerninflation, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, verharrte im August auf 3,1 Prozent. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet.
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank verweist auf den Anstieg im Monatsvergleich und nannte diese Entwicklung "bedenklich". Das sei der stÀrkste Anstieg seit Jahresbeginn. Er hob im Monatsvergleich die Entwicklung der Lebensmittelpreise hervor, die um 0,5 Prozent gestiegen seien.
Angetrieben wurde die Teuerung auch durch einen krÀftigen Anstieg der Preise, die Versorger verlangen, wie das Ministerium weiter mitteilte. Demnach habe es auch bei den Strompreisen einen deutlichen Anstieg gegeben. Etwas stÀrker als im Durchschnitt haben sich auch Dienstleistungen verteuert. Dagegen haben sich Kraftstoffe im Jahresvergleich erneut deutlich verbilligt.
Beobachter haben schon seit Monaten immer wieder einen stĂ€rkeren Anstieg der Inflation in den USA prognostiziert und erklĂ€ren dies mit den Folgen der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung. Nach EinschĂ€tzung des Analysten Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg nimmt die Inflation in den USA zwar Fahrt auf, "die Wirkung der stark angehobenen Importzölle bleibt aber einmal mehr verhalten".
Zwar strebt die US-Notenbank Fed bei der Inflation eine Jahresrate von nur zwei Prozent an. Bei der Zinsentscheidung in der kommenden Woche wird aber wegen einer konjunkturellen AbkĂŒhlung und einer SchwĂ€che auf dem Arbeitsmarkt fest mit einer Zinssenkung gerechnet.
Am Devisenmarkt belastete die Aussicht auf sinkende Zinsen den US-Dollar. Im Gegenzug stieg der Euro auf ein Tageshoch bei 1,1737 US-Dollar.

