Inflationsrate steigt auf 2,2 Prozent
01.10.2025 - 11:52:47Die Verbraucherpreise seien im Jahresvergleich um 2,2 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer ersten SchÀtzung mit. Im August hatte die Rate noch bei 2,0 Prozent gelegen. Volkswirte hatten den Anstieg im Schnitt erwartet.
Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Auch dies war erwartet worden. Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfÀllige Komponenten herausgerechnet werden, liegt unverÀndert bei 2,3 Prozent.
Besonders deutlich stiegen die Preise fĂŒr Dienstleistungen. Sie legten um 3,2 Prozent im Jahresvergleich zu. Aber auch die Preise fĂŒr Lebens- und Genussmittel stiegen mit 3,0 Prozent deutlich. Die Energiepreise hingegen sanken mit 0,4 Prozent etwas.
"Trotz dieser kleineren VerĂ€nderungen hat sich die Inflationslage nicht verĂ€ndert", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Die Inflationsrate liegt nahe dem EZB-Ziel von 2 Prozent, und der zuletzt langsamere Anstieg der Löhne spricht dafĂŒr, dass der leichte Anstieg der Teuerungsrate bei Dienstleistungen nicht das Ende, sondern nur eine Unterbrechung ihres AbwĂ€rtstrends bedeutet." Die Commerzbank erwartet, dass die Inflationsrate sich in den kommenden Monaten weiter der 2-Prozent-Linie nĂ€hern wird.
Die EuropÀische Zentralbank (EZB) strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Notenbank hat den Leitzins zuletzt nicht verÀndert.
"Die EZB tat gut daran, ihre Zinsen nicht weiter zu senken", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Inflationsrisiken seien noch nicht vollstÀndig gebannt. "Einerseits verteuern sich Frischwaren deutlich und gleichzeitig erweist sich der Preisauftrieb von Dienstleistungen als besonders hartnÀckig", schreibt Gitzel. "Deshalb kann mit zunehmender Gewissheit davon ausgegangen werden, dass die Leitzinsen ihr vorlÀufiges Tief erreicht haben."
Unter den groĂen MitgliedslĂ€ndern war die Inflationsrate in Spanien mit 3,0 Prozent besonders hoch. Besonders niedrig war sie in Frankreich mit 1,1 Prozent. In Deutschland lag sie bei 2,4 Prozent und in Italien bei 1,8 Prozent.
Die Reaktionen an den FinanzmÀrkten hielten sich in Grenzen, da die Daten im Rahmen der Erwartungen lagen und die Zahlen aus den Mitgliedsstaaten schon bekannt waren. /jsl/stk

