ROUNDUPEurozone, Inflation

Inflation steigt unerwartet - Dienstleister erhöhen Preise

02.12.2025 - 12:14:35

In der Eurozone hat sich der Preisauftrieb unerwartet verstÀrkt.

Im November sind die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,2 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg laut einer ersten SchÀtzung mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 2,1 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unverÀnderten Rate gerechnet. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) strebt auf mittlere Sicht eine Inflation von zwei Prozent an.

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfÀllige Komponenten herausgerechnet werden, verharrte bei 2,4 Prozent. Dies war so von Volkswirten erwartet worden.

Vor allem der Preisanstieg fĂŒr Dienstleistungen trieb die Inflation an. Der Preisauftrieb beschleunigte sich hier von 3,4 Prozent im Vormonat auf 3,5 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat sank die Gesamtinflation wie erwartet um 0,3 Prozent. Die Kernrate fiel um 0,5 Prozent.

"In den letzten Monaten gab es einige vorĂŒbergehende Faktoren, die die Inflation im Dienstleistungssektor in die Höhe getrieben haben, darunter Steigerungen in den oft volatilen Tourismusbranchen sowie starke Erhöhungen der MobilfunkgebĂŒhren in Frankreich", schreiben Experten vom Analysehaus Capital Economics. "Der Anstieg im November macht deutlich, dass der Weg zur Desinflation im Dienstleistungssektor holprig sein wird und langsamer verlaufen könnte, als wir oder die EZB erwarten."

Bei den vier großen Volkswirtschaften der Eurozone waren die Inflationsraten in Spanien (plus 3,1 Prozent) und Deutschland (plus 2,6) am höchsten. In Italien (plus 1,1) und Frankreich (plus 0,8) lag sie deutlich unter dem Inflationsziel der EZB.

Die EZB hatte zuletzt die Leitzinsen nicht angetastet. Auch bei der nĂ€chsten Zinssitzung am 18. Dezember wird an den FinanzmĂ€rkten keine Änderung der Leitzinsen erwartet.

@ dpa.de