Gesundheitsministerin Warken sagt Milliarden-Spardruck voraus
27.11.2025 - 14:20:05Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bedauerte in der Etatberatung im Bundestag, dass der Bundesrat ihr Sparpaket in den Vermittlungsausschuss beider Gremien geschickt hat. "Durch den Vermittlungsausschuss geht nun auch entscheidende Zeit verloren, die den Krankenkassen fĂŒr die Aufstellung der Haushalte fehlt."
Die Zeit drĂ€ngt, da die Kassen bald ĂŒber die ZusatzbeitrĂ€ge fĂŒr ihre Versicherten fĂŒr 2026 entscheiden. Die SPD-Sozialpolitikerin Dagmar Schmidt zeigte sich dennoch "optimistisch, dass wir auch in diesem Jahr noch gemeinsam mit den LĂ€ndern fĂŒr stabile BeitrĂ€ge in der Krankenversicherung sorgen können". VerbĂ€nde der Krankenkassen hatten gewarnt, ohne die vorgesehenen Einsparungen wĂŒrden die BeitrĂ€ge "zum Jahreswechsel noch stĂ€rker steigen, als sie es ohnehin schon tun". Das Thema soll auch im Koalitionsausschuss bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Abend beraten werden.
Warken wertete das vorlĂ€ufige Scheitern des Gesetzes als "ein fatales Signal", weil nun auch "ein kleines Sparkpaket" schon auf derartige WiderstĂ€nde stoĂe. Es handele sich um das erste Spargesetz der aktuellen Bundesregierung. Auch ihr gefalle die Sparnotwendigkeit nicht. Aber: "Es ist einfach alternativlos, dass wir es tun mĂŒssen." Der Widerstand der LĂ€nder richtet sich gegen Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den KrankenhĂ€usern, die den GroĂteil des Sparpakets von insgesamt zwei Milliarden Euro ausmachen sollen.
"Die Debatten sind nur ein Anfang"
Warken kĂŒndigte an: "Die Debatten sind auch nur ein Anfang der Diskussionen, die wir im nĂ€chsten Jahr zu fĂŒhren haben." Dann mĂŒsse eine zweistellige MilliardenlĂŒcke geschlossen werden. Sie rief zu konstruktiver Mitarbeit auf: "Da braucht es einen gemeinsamen Willen, keine Denkverbote." Gemeinsames Ziel mĂŒsse sein, die gesetzliche Krankenversicherung sowie die Pflegeversicherung auf ein solides Fundament zu stellen.
"Die ZusatzbeitrÀge steigen"
Die Opposition ĂŒbte scharfe Kritik an der Regierung. Die GrĂŒnen-Abgeordnete Linda Heitmann sagte voraus, "dass die ZusatzbeitrĂ€ge steigen". Der Ministerin warf sie vor, in diesem Jahr sehenden Auges in die Steigerungen hineingelaufen zu sein - mit "halbherzigen MaĂnahmen", fĂŒr die Warken nicht einmal die LĂ€nder-Zustimmung habe. Der Linken-Abgeordnete Ates GĂŒrpinar sagte an die Adresse der Ministerin: "Sie hinterlassen ein Gesundheitssystem im freien Fall." FĂŒr die AfD schlug ihr Abgeordneter Joachim Bloch ein Entlastungspaket in Höhe von 55 Milliarden Euro vor.

