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WOCHENAUSBLICK: Berichtssaison im Fokus - und der Dax duckt sich vor der US-Wahl

28.10.2024 - 05:50:04

In der neuen Woche lÀuft die Berichtssaison der Unternehmen auf vollen Touren.

Dies gilt fĂŒr Deutschland als auch die USA. Die abgelaufene Handelswoche war insofern nur ein Warmlaufen fĂŒr die kommenden Tage. Anleger erhoffen sich Hinweise, wie gut die Konzerne das aktuell immer noch hohe Zinsniveau, das Investitionen verteuert, verkraftet haben - und wie sie die wirtschaftlichen Aussichten einschĂ€tzen.

Am deutschen Aktienmarkt ist die Agenda bereits am Dienstag gut gefĂŒllt. Dann prĂ€sentieren unter anderem der Chemiekonzern Covestro DE0006062144 und die Fluggesellschaft Lufthansa DE0008232125 ihre GeschĂ€ftszahlen. Am Mittwoch folgen Schwergewichte wie der Chemiekonzern BASF DE000BASF111 und der Autobauer Volkswagen DE0007664039.

In den USA werden mehr als ein Drittel der Unternehmen aus dem US-Standardwerte Index S&P 500 US78378X1072 ihre Zahlen vorlegen. Mit dabei sind fĂŒnf der sechs grĂ¶ĂŸten Unternehmen, nĂ€mlich Alphabet US02079K3059, Meta US30303M1027, Microsoft US5949181045, Amazon US0231351067 und Apple US0378331005. Und an deren Berichten könnte sich die Richtung der MĂ€rkte entscheiden, wie die Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW) in einem Ausblick schreibt.

Das gilt um so mehr, als die vorliegenden Zahlen ein eher uneinheitliches Bild zeichnen. "Die bisherigen Zahlen zur laufenden Berichtssaison können nicht vollends ĂŒberzeugen", heißt es von der LBBW. "Die Dynamik der GewinnabwĂ€rtsrevisionen legte zuletzt markant zu - insbesondere fĂŒr Europa."

Doch nicht nur die Quartalszahlen werden Akzente setzen. Auch der US-PrĂ€sidentschaftswahlkampf geht in die entscheidende Runde. Derzeit scheint AltprĂ€sident Donald Trump die Nase leicht vorn zu haben. "Seit rund drei Wochen preisen die FinanzmĂ€rkte mit Trumps Aufholjagd in Umfragen gegenĂŒber Harris zunehmend das Szenario 'Trump 2.0'-PrĂ€sidentschaft ein", so Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck.

Der deutsche Leitindex Dax DE0008469008 allerdings gehe aktuell vor der US-Wahl eher in Deckung, schrieb Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets: "Je nĂ€her die PrĂ€sidentschaftswahl in den USA rĂŒckt und eine zweite Amtszeit des Republikaners Donald Trump im Weißen Haus nach Umfragen und Wettquoten wahrscheinlicher wird, umso stĂ€rker nimmt die Angst in Deutschland und damit auch an der Frankfurter Börse unter den Anlegern vor diesem Szenario zu." WĂ€hrend sich die Wall Street maximal vor einer HĂ€ngepartie nach dem Urnengang fĂŒrchte, gingen die europĂ€ischen Sorgen sehr viel weiter: "Mit Zöllen und Gegenzöllen könnte gerade eine Exportnation wie Deutschland einen Schaden von 180 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren erleiden, prognostizieren fĂŒhrende deutsche Wirtschaftsinstitute."

Als ob das nicht schon genug wĂ€re, gibt es noch eine Reihe hochkarĂ€tiger Wirtschaftsdaten. Inflationszahlen fĂŒr Deutschland am Mittwoch folgen die entsprechenden Angaben fĂŒr den Euroraum am Donnerstag. "Die Inflation im Euroraum dĂŒrfte im Oktober wieder geringfĂŒgig auf 1,9 Prozent zugenommen haben", stellt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, dazu fest.

Noch mehr zu bieten haben die USA. Am Mittwoch stehen die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal auf dem Programm und damit ein wichtiger Impulsgeber fĂŒr die US-Notenbank. "Die seit langem thematisierte und von vielen prognostizierte deutliche AbkĂŒhlung wird diesmal wohl wieder nicht kommen", so die Volkswirte der Helaba.

Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dĂŒrfte in eine Ă€hnliche Richtung weisen. "FĂŒr Oktober dĂŒrften die Zahlen, trotz der Hurrikans am Monatsanfang, nur etwas schwĂ€cher ausfallen", so die Helaba. Das könnte die Ängste vor einer harten Landung der US-Wirtschaft weiter dĂ€mpfen. Gleiches gilt allerdings auch fĂŒr Zinssenkungserwartungen./mf/la/ajx/he

--- Von Michael Fuchs und Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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