Warken: Wirkungen der Pflegeleistungen ĂŒberprĂŒfen
13.10.2025 - 21:40:47Das teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit. Zuvor hatte die Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe "Zukunftspakt Pflege" in einer digitalen Sitzung Zwischenergebnisse der Fachebene erörtert, wie es hieĂ.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte: "Eine umfassende Reform ist ĂŒberfĂ€llig." Bund und LĂ€ndern mĂŒsse eine Kraftanstrengung gelingen. Die Wirkung bisheriger Leistungen mĂŒsse aus EffizienzgrĂŒnden auf den PrĂŒfstand.
Aufregung ĂŒber Pflegegrad 1
Die Unterscheidung nach Pflegegraden solle grundsĂ€tzlich beibehalten werden, hieĂ es in der Mitteilung weiter. Strukturen des Leistungsrechts wollen Bund und LĂ€nder jedoch möglichst vereinfachen und fokussieren. Ende September hatte ein "Bild"-Bericht fĂŒr Aufregung gesorgt, demzufolge in der Koalition ĂŒber eine mögliche Abschaffung des Pflegegrads 1 diskutiert werde.
Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) reagierte wenige Tage spÀter ausweichend auf eine entsprechende Nachfrage. Auf die Frage, ob eine Abschaffung des Pflegegrads 1 die Lösung sei, antworte Frei in der ARD-Sendung "Maischberger": "Das kann man so pauschal nicht sagen." Er "kenne niemand aus der Koalition, der den Vorschlag gemacht hat".
Laumann: Pflegegrade damals richtig
Nun sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): "2017 hatten wir bei der letzten groĂen Pflegereform die Pflegegrade eingefĂŒhrt. Das war zu der Zeit auch richtig." Doch inzwischen habe man ein hochkomplexes Leistungsrecht, in dem die PflegebedĂŒrftigen und ihre Angehörigen sich oftmals nicht mehr zurechtfĂ€nden.
"Zudem haben wir in der Pflegeversicherung noch keine guten Lösungen fĂŒr pflegerische AkutfĂ€lle - wenn zum Beispiel kurzfristig die Pflegeperson ausfĂ€llt und ganz schnell eine Versorgung gefunden werden muss", so Laumann weiter. Dies sei Teil der ReformĂŒberlegungen.
Warken meinte: "Wir mĂŒssen das System der sozialen Pflegeversicherung nachhaltig aufstellen." Stetige Beitragssteigerungen und Mehrbelastungen könnten nicht die Lösung sein. "Die Einnahmen im System mĂŒssen ausreichen, um das Leistungsversprechen zu finanzieren."
SPD will kein Spargesetz
Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) sprach sich fĂŒr eine StĂ€rkung der heimischen Pflege aus. Dagmar Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, und Gesundheitsexperte Christos Pantazis erklĂ€rten in einer gemeinsamen Stellungnahme: "Mit uns wird es kein Spargesetz auf dem RĂŒcken der SchwĂ€chsten geben."

