ROUNDUP, Autoindustrie

Autoindustrie rechnet mit Verlust von 225.000 ArbeitsplÀtzen bis 2035

13.05.2026 - 10:15:56 | dpa.de

(In der Überschrift wurde die Nummerierung aktualisiert.

Der Text ist der zweite Roundup zu diesem Themenkomplex.)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Verband der Automobilindustrie rechnet mit einem zusĂ€tzlichen deutlichen Stellenabbau in der Autoindustrie. "Wir mĂŒssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem BeschĂ€ftigungsverlust von 225.000 ArbeitsplĂ€tzen bis 2035 ausgehen, also etwa 35.000 ArbeitsplĂ€tze mehr als bisher angenommen", sagte VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Berechnungen zeigen laut VDA aber, dass die weitere Job-Entwicklung wesentlich auch vom Antriebsmix abhĂ€nge. Technologieoffenheit könnte 50.000 ArbeitsplĂ€tze am Standort Deutschland erhalten, hieß es.

Von 2019 bis 2025 seien schon 100.000 ArbeitsplĂ€tze verloren gegangen, sagte MĂŒller weiter. UrsprĂŒnglich war laut VDA der Abbau von 190.000 ArbeitsplĂ€tzen im Zeitkorridor von 2019 bis 2035 vorhergesagt worden. "Betroffen sind insbesondere die Zulieferbetriebe, weil auf dem Weg vom Verbrennermotor zur ElektromobilitĂ€t gerade in der Zulieferindustrie viele ArbeitsplĂ€tze verloren gehen werden", erklĂ€rte die VDA-Chefin.

Ohne Anpassungen 50.000 Jobs gefÀhrdet

Der Verlust von weiteren 125.000 ArbeitsplÀtzen bis zum Jahr 2035 droht nach Angaben des Verbandes, sollte die EU nicht auf mehr Technologieoffenheit setzen und die WettbewerbsfÀhigkeit des Standortes nachhaltig und signifikant verbessern.

Die BrĂŒsseler CO2-Flottenregulierung fĂŒr Pkw und Vans, nach der ab dem Jahr 2035 ausschließlich batterieelektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge neu zugelassen werden können, setze ohne Anpassungen 50.000 Jobs am Standort Deutschland aufs Spiel, warnt der VDA.

Durch eine stĂ€rkere Rolle von Plug-in-Hybriden, Range Extendern und Verbrennern - auch mit erneuerbaren Kraftstoffen im Jahr 2035 und danach - ließen sich diese erhalten. Negative Effekte der Transformation auf die BeschĂ€ftigung wĂŒrden spĂŒrbar abgemildert, der Pfad zur klimaneutralen MobilitĂ€t wĂŒrde trotzdem weiter beschritten.

"Gravierende und anhaltende Standortkrise"

Als Ursache fĂŒr die negative Entwicklung nannte MĂŒller auch "eine gravierende und anhaltende Standortkrise" in Deutschland und Europa. "Und die Bedingungen verschlechtern sich zusehends. Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, ĂŒberbordende BĂŒrokratie - die Liste der Herausforderung ließe sich fortfĂŒhren", sagte sie.

Zuvor hatte auch die Chefin des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-KammĂŒller, ein dĂŒsteres Bild der deutschen Wirtschaft gezeichnet. "Seit Kriegsende war die wirtschaftliche Lage in Deutschland noch nie so dramatisch. Da war Corona nichts dagegen", sagte sie dem "Handelsblatt".

Auf einer internen Hausmesse bei Trumpf habe sie noch nie so viele frustrierte Unternehmer auf einem Fleck gesehen. Viele kleine und mittelstĂ€ndische Betriebe erstickten in BĂŒrokratie und kĂ€men an den Rand ihrer Möglichkeiten. "Wir verlieren unsere industrielle Basis", warnte die Chefin des Laserspezialisten.

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