FĂ€lle, Mpox

Mehr FĂ€lle von Mpox - aber Experte bislang gelassen

18.05.2025 - 14:39:02

In Deutschland sind in den vergangenen Wochen und Monaten wieder vermehrt Infektionen mit dem Mpox-Virus aufgetreten.

Trotzdem bleibt das Robert Koch-Institut (RKI) bislang gelassen. "Insgesamt finden wir aktuell das Infektionsgeschehen nicht ĂŒberraschend", sagte RKI-Infektions-Experte Klaus Jansen der Deutschen Presse-Agentur. "Im Vergleich zu dem großen Ausbruchsgeschehen im Jahr 2022 bewegen wir uns immer noch auf deutlich niedrigerem Niveau."

Insgesamt wurden dem RKI in diesem Jahr (Stand: 12. Mai) bislang 232 Mpox-Infektionen gemeldet. Damit nĂ€hert sich die Zahl der FĂ€lle in diesem Jahr schon der Gesamtzahl aus dem vergangenen Jahr an: 2024 wurden insgesamt 275 FĂ€lle gemeldet. Von dem Niveau des großen Ausbruchs im Jahr 2022 sind die Fallzahlen jedoch weit entfernt: Damals wurden 3.672 FĂ€lle gezĂ€hlt.

Mpox vor allem beim Sex zwischen MĂ€nnern ĂŒbertragen

Mpox wird durch engen Körperkontakt ĂŒbertragen, vor allem beim Sex. Das Virus löst vor allem Hautausschlag aus, aber auch Fieber und Muskelschmerzen. Bestimmten Personengruppen in Deutschland wird eine Impfung gegen Mpox empfohlen. Dazu zĂ€hlen unter anderem MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben und hĂ€ufig den Partner wechseln. FĂŒr eine Grundimmunisierung sind zwei Dosen erforderlich.

"Leichtere Anstiege und AbfĂ€lle von Infektionen, wie wir sie regional in den letzten Monaten gesehen haben, sind zu erwarten, da Mpox immer wieder in sexuellen Netzwerken auftreten kann, bei denen die ImmunitĂ€t geringer ausgeprĂ€gt ist und in denen es dann zu einigen Infektionen kommen kann, die dann auch wieder zurĂŒckgehen", erklĂ€rte Jansen. "Daher kommt der Impfung als sehr gutem PrĂ€ventionsinstrument eine hohe Bedeutung zu."

Kaum Infektionen ĂŒber Risikogruppe hinaus

Das RKI sieht bislang keine Anzeichen dafĂŒr, dass sich Infektionen ĂŒber diese Risikogruppen hinaus verbreiten. "FĂ€lle bei Frauen oder Kindern gab es in Deutschland bisher nur ganz, ganz wenige, das waren vorwiegend SekundĂ€rfĂ€lle im engeren sozialen Umfeld oder in der Familie", sagte Jansen. Es sei auch keine HĂ€ufung unter ReiserĂŒckkehrern zu erkennen bislang.

Beobachter behalten allerdings die beginnende Festivalsaison als möglichen Risikofaktor im Blick. Im vergangenen Jahr habe man jedoch um Ereignisse wie etwa den Christopher Street Day keine starke HÀufung von Infektionen feststellen können, so Experte Jansen.

Das Mpox verursachende Virus ist in West- und Zentralafrika heimisch und gehört der gleichen Virusfamilie an wie jenes, das frĂŒher die Pocken auslöste. Die Pocken zĂ€hlten lange zu den gefĂ€hrlichsten Krankheiten ĂŒberhaupt fĂŒr den Menschen, an der Infektion starb ein großer Teil der Betroffenen. Impfkampagnen merzten die Erreger aus, seit 1980 gilt die Welt als pockenfrei. Diese Impfstoffe schĂŒtzen auch vor Mpox.

@ dpa.de