VERMISCHTES, Wildbienenarten

VERMISCHTES: Fast 100 Wildbienenarten in Europa zusÀtzlich bedroht

11.10.2025 - 12:38:14

In Europa sind immer mehr Wildbienenarten gefÀhrdet.

Auf der europÀischen Roten Liste der bedrohten Arten sind fast 100 Wildbienenarten neu als gefÀhrdet, stark gefÀhrdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft worden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Rande ihres Kongresses in Abu Dhabi berichtet.

2014 waren es 77, heute sind es 172. Damit wurden rund zehn Prozent der untersuchten Wildbienen einer der drei beschriebenen Kategorien zugeordnet. Insgesamt gibt es laut IUCN 2159 bekannte Wildbienenarten in Europa. 1928 seien nun untersucht worden.

Bei den Schmetterlingen sei die Zahl der gefĂ€hrdeten, stark gefĂ€hrdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten in Europa innerhalb eines Jahrzehnts um 76 Prozent gestiegen. Insgesamt sind nun 65 der 442 untersuchten Arten in den entsprechenden Kategorien auf der Roten Liste. Der Madeira-Weißling (Pieris wollastoni), der nur auf der gleichnamigen portugiesischen Insel vorkam und seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet wurde, gilt nun offiziell als ausgestorben.

Ohne BestĂ€uber kein Obst und GemĂŒse

Die IUCN ist alarmiert, weil BestĂ€uber lebenswichtig sind fĂŒr Gesundheit, ErnĂ€hrungssysteme und Wirtschaft, in dem sie fĂŒr Obst und GemĂŒse sorgen. Vier von fĂŒnf Kulturpflanzen und Wildblumenarten in Europa seien auf die BestĂ€ubung durch Insekten angewiesen. GrĂ¶ĂŸtes Problem fĂŒr die Wildbienen und die Schmetterlinge sei der Verlust des Lebensraums, so die IUCN. Sie brauchten blumenreiche Wiesen, die möglichst naturbelassen sind.

"Stickstoffablagerungen aus DĂŒngemitteln und der weit verbreitete Einsatz von Pestiziden, darunter Herbizide, die die Blumenvielfalt verringern, wirken sich negativ auf viele BestĂ€uber aus", erlĂ€utert die IUCN.

Sorge um Hummeln

In der Gruppe der Hummeln seien inzwischen 20 Prozent der untersuchten Arten gefĂ€hrdet, stark gefĂ€hrdet oder vom Aussterben bedroht. Dies entspricht den Stufen 3,4 und 5 auf der achtstufigen Skala, die die IUCN fĂŒr die Beurteilung von Arten benutzt. In der untersten Stufe liegen nicht genĂŒgend Daten vor, die sieben Stufen darĂŒber reichen von "nicht gefĂ€hrdet" bis "ausgestorben". Bei den Hummeln sind 15 Arten betroffen, die nach IUCN-Angaben etwa Erbsen, Bohnen, ErdnĂŒsse und KleeblĂ€tter, bestĂ€uben.

Die IUCN fordert Regierungen auf, dringende Schutzmaßnahmen und die Wiederherstellung der BestĂ€nde voranzutreiben.

@ dpa.de