Inbolt: KI-Vision für Roboter revolutioniert Fabrikautomation
22.01.2026 - 13:40:12Ein neues KI-System macht Roboterarme so adaptiv wie Menschenhände – und löst ein jahrzehntealtes Problem der Industrie. Das Pariser Start-up Inbolt drängt mit seiner GuideNOW-Technologie in den hart umkämpften Automationsmarkt.
Die Lösung platziert eine 3D-Kamera direkt am Roboterarm, gesteuert von proprietärer KI-Software. So erkennt der Arm in Echtzeit, greift dynamisch zu und bewältigt selbst ungeordnete Umgebungen. Ein Paradigmenwechsel weg von starrer, vorprogrammierter Automatisierung.
Bin Picking: Das Jahrhundertproblem der Robotik fällt
Die größte Hürde der Industrierobotik heißt „Bin Picking“: das Greifen unsortierter Teile aus einer Kiste. Bisherige Systeme mit fest installierten Kameras und starren Bahnen scheitern oft, wenn Bauteile verdeckt liegen oder sich bewegen.
Inbolts Ansatz ändert die Spielregeln. Der Roboter „sieht“ mit der am Arm montierten Kamera während der gesamten Bewegung. Wie ein menschlicher Arbeiter passt er seinen Griff in Millisekunden an. Die KI generiert dabei unendlich viele Greifstrategien, ohne feste Koordinaten vorzugeben.
Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder, wenn ihre Systeme nicht korrekt klassifiziert, dokumentiert und gekennzeichnet sind. Das betrifft besonders physische KI in Robotern wie Greif‑ und Vision‑Systeme. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und notwendige Dokumentationsschritte, damit Sie Ihre Automationsprojekte rechtskonform betreiben. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Erste Produktionsdaten sind beeindruckend: Eine Greifzeit von unter einer Sekunde bei einer Erfolgsquote von bis zu 95 Prozent. Für Automobilzulieferer oder Logistiker, die mit kurzen Produktlebenszyklen kämpfen, könnte das den Unterschied machen.
2026: Das Jahr der „Physischen KI“ bricht an
Der Markteintritt fällt genau in den Trend, den Branchenanalysten für 2026 vorhersagen: den Aufstieg der „Physical AI“. Künstliche Intelligenz verlässt die rein digitale Sphäre und steuert zunehmend physische Aktionen in der realen Welt.
„2026 markiert das Ende der ‚blinden‘ Automatisierung“, heißt es in Berichten des Internationalen Robotik-Verbands. Vision-Language-Modelle (VLMs) und Echtzeitverarbeitung geben Robotern kontextuelles Verständnis. Sie folgen nicht mehr nur Skripten, sondern interpretieren ihre Umgebung.
Inbolts Technologie passt perfekt in dieses Bild. Sie wird zum „Gehirn“ für Industrieroboter, das Variationen handhabt, ohne dass die Fertigungslinie perfekt strukturiert sein muss. Ein entscheidender Vorteil in Zeiten, in denen die Nachrüstung starrer Automationszellen oft unwirtschaftlich ist.
Vom Pariser Start-up zum globalen Player
Hinter dem Technologiesprung steckt eine aggressive Expansionsstrategie. Nach einer 15-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde 2024 hat das Pariser Unternehmen Standorte in Detroit und Tokio eröffnet. Damit zielt es gezielt auf die Kernmärkte Automobilindustrie in den USA und Japan.
Die Niederlassung im Detroit Newlab Innovation Center ist strategisch. In der Region, die eine Renaissance der Fertigung erlebt, suchen Konzerne wie Stellantis und Ford händeringend nach flexiblen Automationslösungen für Endmontage und Logistik.
Die Technologie ist bereits in mehreren Fabriken im Einsatz. Frühdaten deuten auf eine Amortisation der Investition innerhalb von nur sechs Monaten hin. Der Clou: Durch den Wegfall aufwendiger mechanischer Zuführsysteme sinkt die Einstiegshürde für Automatisierungsprojekte erheblich.
Adaptive Roboter: Die Zukunft der Fabrik
Die Entwicklung lässt eine grundlegende Trennung in der Robotik verschwimmen: jene zwischen kollaborativen und industriellen Robotern. Die Zukunft gehört dem adaptiven Roboter, der nicht im Käfig festgelegt ist.
Die nächste Evolutionsstufe ist bereits absehbar. Experten erwarten eine engere Verzahnung solcher Vision-Systeme mit „Agentic AI“-Architekturen. Roboter würden dann nicht nur Teile sehen und greifen, sondern autonome Entscheidungen über Arbeitsabläufe und Fehlerbehebung treffen.
Für deutsche Maschinenbauer und Automatisierungsspezialisten wie Siemens oder Kuka senden die Entwicklungen dieser Woche ein klares Signal: Die Hardware ist bereit. Der Wettbewerbsvorteil 2026 wird jedoch aus der Software-Intelligenz kommen, die sie steuert.
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