Putin und Modi wollen Handelsbeziehungen ihrer LĂ€nder ausbauen
05.12.2025 - 15:37:48 | dpa.deBeide Seiten hĂ€tten sich auf ein wirtschaftliches Kooperationsprogramm bis 2030 geeinigt, sagte der indische Premierminister Narendra Modi nach GesprĂ€chen mit Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin in Neu-Delhi. Er Ă€uĂerte die Hoffnung, dadurch könnten Handel und Investitionen breiter aufgestellt werden. Indien und Russland streben an, das bilaterale Handelsvolumen bis zum Jahr 2030 auf 100 Milliarden US-Dollar (etwa 85,8 Milliarden Euro) zu steigern.
Putin will weiter Ăl liefern
Putin sicherte Modi bei seinem ersten Besuch in Indien seit der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als dreieinhalb Jahren zu, Russland wolle weiter ein zuverlĂ€ssiger Ăl-Lieferant sein. "Wir sind bereit, die ununterbrochene Brennstofflieferung fĂŒr Indiens schnell wachsende Wirtschaft fortzusetzen."
Der Kremlchef war am Tag zuvor am Donnerstag zu einem zweitÀgigen Staatsbesuch in Neu-Delhi eingetroffen. Vor Beginn der formellen GesprÀche mit Modi am Freitag wurde er am Sitz von Indiens PrÀsidentin Droupadi Murmu mit den höchsten protokollarischen Ehren empfangen.
Indiens pragmatische Haltung
Das 23. indisch-russische Gipfeltreffen in Neu-Delhi wurde in Europa und den USA genau beobachtet, die darauf hoffen, Indien werde seine Ăl-GeschĂ€fte mit Russland kĂŒnftig deutlicher reduzieren oder sogar komplett herunterfahren. Indien deckt seinen Rohöl-Bedarf zum gröĂten Teil mit russischen Importen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Ăls finanziert Russland den Krieg gegen die Ukraine, dessen Beendigung Modi gefordert hat. Auch bezieht das Land einen GroĂteil seiner militĂ€rischen AusrĂŒstung aus Russland.
Nach der aktuellen Statistik des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist Indien nach der Ukraine der zweitgröĂte RĂŒstungsimporteur der Welt. Demnach entfielen im Zeitraum 2020 bis 2024 etwa 36 Prozent seiner Importe auf russische RĂŒstungsgĂŒter - auch wenn die Tendenz stark rĂŒcklĂ€ufig ist.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte die Regierung in Neu-Delhi zuvor mehrfach wegen ihrer ĂlgeschĂ€fte mit Moskau kritisiert und das sĂŒdasiatische Land auch mit zusĂ€tzlichen Zöllen belegt. Indien hofft allerdings derzeit, seine laufenden Verhandlungen mit den USA ĂŒber ein bilaterales Handelsabkommen zu einem frĂŒhen Zeitpunkt erfolgreich abschlieĂen zu können.
"BestÀndig wie ein Polarstern"
Indien verhĂ€lt sich mit Blick auf den Krieg bisher pragmatisch. Das Land pflegt weiterhin gute Beziehungen zu Moskau wie zum Westen. Modi betonte zum Auftakt seiner GesprĂ€che mit Putin wie schon zuvor, Indien sei nicht neutral. "Indien hat eine Position, und diese Position ist fĂŒr Frieden." Die langjĂ€hrige Partnerschaft seines Landes zu Russland beschrieb er als "bestĂ€ndig wie ein Polarstern".
Freihandelsabkommen
Beide LĂ€nder arbeiten laut Modi zudem daran, ein Freihandelsabkommen der von Moskau angefĂŒhrten Eurasischen Wirtschaftsunion mit Indien abzuschlieĂen. Putin sieht die Union, die auch Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan umfasst, als wirksames Mittel gegen westliche Sanktionen. "Es ist unsere gemeinsame PrioritĂ€t, die indisch-russische Wirtschaftspartnerschaft zu neuen Höhen zu fĂŒhren", sagte Modi.
Beide Seiten unterzeichneten zudem Vereinbarungen ĂŒber die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, einschlieĂlich des Austauschs von FachkrĂ€ften, im Gesundheitswesen, bei der Lebensmittelsicherheit und der DĂŒngemittelherstellung.
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