Infleqtion Aktie: Wedbush sieht 20 Dollar
29.06.2026 - 17:34:15 | boerse-global.de
Der Quantencomputing-Sektor erlebt derzeit einen Stimmungswandel. Inmitten der allgemeinen Tech-Volatilität rückt ein spezieller Akteur ins Rampenlicht: Infleqtion. Das Unternehmen gilt als erster börsennotierter „Neutral-Atom"-Pure-Play und sorgt für Gesprächsstoff. Hintergrund ist eine massive Bewertungslücke, die Analysten nun entdeckt haben.
Dabei notiert die Aktie aktuell bei 13,38 Dollar und gibt um 1,83 Prozent nach. Die jüngste Kursentwicklung zeigt eine klare Abwärtstendenz: auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Minus 17,5 Prozent.
Analyst sieht „deutlich falsch bewertet"
Wedbush Securities hat die Aktie mit „Outperform" und einem Kursziel von 20 Dollar aufgenommen. Analyst Antoine Legault argumentiert: Obwohl Infleqtion 2025 über den zweitgrößten Umsatz aller börsennotierten Quantenfirmen verfügte, rangiert es wertmäßig nur auf Platz sechs. Das Haus spricht von einem „deutlich falsch bewerteten" Papier.
Der Abschlag resultiere aus geringer Bekanntheit und der Wahrnehmung als reiner Sensoranbieter. Dabei besitzt Infleqtion einen Full-Stack-Ansatz und Kooperationen mit Größen wie Nvidia, NASA und DARPA.
Staatliche Rückenwinde
Der Fokus auf das Unternehmen kommt nicht von ungefähr. Im Juni 2026 unterzeichnete der Präsident eine Executive Order zur Beschleunigung der Quantenforschung. Drei Sensorprojekte sollen bis September 2028 entstehen. Infleqtion-CEO Matthew Kinsalla war bei der Zeremonie anwesend.
Zudem winkt dem Konzern eine Finanzierung von bis zu 100 Millionen Dollar aus dem CHIPS-Programm des Handelsministeriums. Zusammen mit Voyager und der University of Colorado Boulder hat Infleqtion zudem die „America‘s Quantum Space Initiative" gestartet, die Quantentechnologie in die Weltrauminfrastruktur integrieren soll.
Insider verkaufen – Analysten setzen auf Kurserholung
Die technische Situation bleibt angespannt. Der RSI liegt bei 45,6 Punkten – neutral. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität erreicht 137 Prozent, ein klares Zeichen für den spekulativen Charakter des jungen Sektors.
Hinzu kommt ein interessanter Widerspruch: Während 84 institutionelle Anleger im ersten Quartal 2026 ihre Positionen aufstockten, gab es in den letzten sechs Monaten 50 Insider-Verkäufe – und keinen einzigen Kauf. Maverick Capital und auch CEO Kinsella haben Aktien abgestoßen. Das sind keine guten Zeichen.
Für das erste Quartal 2026 meldete Infleqtion einen Umsatz von 9,5 Millionen Dollar, ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr. Das Management hält an der Prognose von mindestens 40 Millionen Dollar für das Gesamtjahr fest. Ob die Analysten-Optimismus oder die Insider-Verkäufe die Nase vorn haben, wird der nächste Quartalsbericht zeigen.
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