Ergebnisse, Produktion/Absatz

Gewinn bei VW-Tochter Audi bricht um mehr als ein Drittel ein

28.07.2025 - 12:01:33

INGOLSTADT - Die Zölle von US-PrĂ€sident Trump, Kosten fĂŒr den Konzernumbau und schwache GeschĂ€fte in China haben den Gewinn von Audi im ersten Halbjahr einbrechen lassen.

(neu: Detailangabe zur Prognose am Ende des 2. Absatzes ergÀnzt.)

INGOLSTADT (dpa-AFX) - Die Zölle von US-PrĂ€sident Trump, Kosten fĂŒr den Konzernumbau und schwache GeschĂ€fte in China haben den Gewinn von Audi im ersten Halbjahr einbrechen lassen. 1,3 Milliarden Euro nach Steuern bedeuten ein Minus von 37,5 Prozent, wie der zu VW DE0007664039 gehörende Autobauer, zu dem auch Bentley und Lamborghini gehören, am Montag mitteilte. Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass das erste Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich schlechter ausfĂ€llt. Noch 2022 hatten die IngolstĂ€dter 4,4 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen. Zahlen zum operativen GeschĂ€ft von Audi hatte vor dem Wochenende bereits der VW-Konzern mitgeteilt.

Zudem senkt Audi auch seine Prognose fĂŒr das laufende Jahr. Die Umsatzerwartung schrumpfte um 2,5 Milliarden auf 65 bis 70 Milliarden Euro und auch die Rendite wird ein gutes StĂŒck niedriger erwartet. Allerdings ist dabei die Zolleinigung der EU mit den USA noch nicht berĂŒcksichtigt. Diese sei aktuell in Bewertung, hieß es. Noch habe man keine Details und nichts Schriftliches, sagte Finanzchef JĂŒrgen Rittersberger. GrundsĂ€tzlich freue man sich aber, dass es jetzt Planbarkeit gebe. Die aktuelle Prognose basierte auf eine Bandbreitevon 10 bis 27,5 Prozent fĂŒr die Zölle.

600 Millionen Euro Belastung durch die Zölle

Alleine die im FrĂŒhjahr erhöhten US-Zölle haben Audi im ersten Halbjahr mit rund 600 Millionen Euro belastet, wie Rittersberger sagte. Audi, das anders als Konkurrent BMW DE0005190003 kein eigenes Werk in den USA hat, hatte die durch die Zölle entstandenen Zusatzkosten nicht an seine Kunden in den USA weitergegeben, ein solcher Schritt ist allerdings kostspielig. Wie es hier weitergehen soll, sagte Rittersberger noch nicht - man werde versuchen, hier den richtigen Kompromiss zwischen Preis und Volumen zu finden.

Als weiteren Grund fĂŒr den aktuellen RĂŒckgang nannte der Finanzchef die Kosten fĂŒr den Umbau des Konzerns. Audi hat im FrĂŒhjahr unter anderem den Abbau von 7.500 Stellen in Deutschland bis 2029 angekĂŒndigt und dafĂŒr bereits RĂŒckstellungen gebildet. Diese belasteten das Ergebnis im ersten Halbjahr mit 600 Millionen Euro, allerdings gab es bereits erste positive Effekte der sogenannten Zukunftsvereinbarung, die die HĂ€lfte dieser Belastung ausglichen.

Vollgas bei Transformation gefordert

Die aktuellen Zahlen zeigten, "wie notwendig die eingeleitete Transformation ist", betonte Rittersberger. Man mĂŒsse hier "mit Vollgas" weitermachen. Mittelfristig will Audi mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen.

Der Absatz war im ersten Halbjahr geschrumpft, insbesondere in China, aber auch in den USA. Die beiden MĂ€rkte sind derzeit fĂŒr viele Autobauer schwierig. In China tobt weiter ein massiver Preiswettbewerb, vor allem im Elektrobereich. Hier hofft Audi auf dort anstehende neue Modelle.

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