Aktien Frankfurt: Dax klettert über 25.000 Punkte - Iran-Hoffnung und KI-Fieber
06.05.2026 - 11:51:07 | dpa.deVorsichtige Entspannungssignale im Iran-Krieg und der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI) treiben die Börsen höher.
Der deutsche Leitindex ließ zeitweise die runde Marke von 25.000 Punkten hinter sich und gewann gegen Mittag 2,36 Prozent auf 24.979 Punkte. Für den MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten ging es um 2,60 Prozent auf 31.942 Zähler hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 zog um 2,3 Prozent an.
US-Präsident Donald Trump setzt im Konflikt mit dem Iran auf Deeskalation, um einen diplomatischen Durchbruch zu erzielen. Überraschend kündigte er an, den erst am Montag gestarteten US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus "für kurze Zeit" auszusetzen. Während des Stopps von "Projekt Freiheit" solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Für Impulse in dem Konflikt könnte auch das Treffen zwischen Chinas Außenminister Wang Yi mit seinem iranischen Amtskollegen in Peking sorgen.
"Sollte es zu einem Deal kommen, eröffnet sich kurzfristig Spielraum für eine Aufholbewegung in Europa", so die Einschätzung der Experten von Index Radar mit Blick auf die relative Schwäche der europäischen Börsen im Vergleich mit den US-amerikanischen.
Treiber der Aktienmärkte, insbesondere der USA und Asiens, bleibt darüber hinaus der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI). In den USA hatten der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 und der marktbreite S&P 500 US78378X1072 am Vortag weitere Rekordstände erreicht. "Die KI-Euphorie wirkt derzeit wie ein stabilisierender Faktor für die Märkte und überlagert viele der globalen Unsicherheiten", kommentierte Marktbeobachter Timo Emden von Emden Research.
Der KI-Boom befeuert weltweit Papiere von Chipkonzernen: In Korea Samsung KR7005930003 oder SK Hynix KR7000660001, in den USA beispielsweise Advanced Micro Devices (AMD) US0079031078, in Deutschland Infineon DE0006231004. Infineon erhöhte nun auch die Prognose. Die Aktien konnten nach ihrer zuletzt steilen Kursrally davon aber am Mittwoch nicht mehr profitieren.
In der in Deutschland auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison öffneten zur Wochenmitte allein sieben Unternehmen aus dem Dax die Bücher. Continental DE0005439004 gewannen an der Dax-Spitze 7 Prozent. Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern verdiente im ersten Quartal bei weniger Umsatz mehr. Ausschlaggebend waren gute Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen.
BMW-Anteile DE0005190003 verbuchten Gewinne von mehr als 6 Prozent. Analysten von JPMorgan bescheinigten dem Autohersteller einen insgesamt starken Jahresauftakt. Heidelberg Materials DE0006047004 stiegen nach Quartalszahlen um 3,6 Prozent.
Die Papiere von Daimler Truck DE000DTR0CK8 legten mit plus 0,8 Prozent unterdurchschnittlich zu. Der Nutzfahrzeughersteller bekommt die Probleme auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt deutlich zu spüren.
Zalando DE000ZAL1111 gaben nach einem zunächst wilden Kursverlauf um knapp 1 Prozent nach. Die Übernahme von About You bescherte dem Online-Händler im ersten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. Zudem profitierte das Unternehmen vom KI-Einsatz. Die DZ Bank hält das Potenzial für steigende Gewinnschätzungen aber für begrenzt.
Die Entspannungssignale in Nahost gaben dem Reise- und Luftfahrtsektor Auftrieb. Im MDax verteuerten sich Tui DE000TUAG505 um 6,6 Prozent und Lufthansa DE0008232125 um gut 5 Prozent. Die Airline will den Gewinn trotz des Kerosin-Schocks steigern. Im Dax waren die Papiere des Triebwerkherstellers MTU DE000A0D9PT0 der stärkste Wert mit plus 8,8 Prozent.
Nach unten um 1,3 Prozent ging es für Fresenius DE0005785604. Ein Händler hielt den Quartalsbericht des Krankenhausbetreibers und Pharmaherstellers nicht für überzeugend.
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