Intels, Kampf

Intels Kampf um die Gaming-Grafikkarte vor dem Aus

27.01.2026 - 21:42:12

Intels geplante Mittelklasse-Grafikkarte ARC B770 steht offenbar vor der Absage. Grund sind mangelnde Rentabilität und eine strategische Neuausrichtung des Konzerns. Das berichten Insider nach aktuellen Leaks. Statt gegen Nvidia und AMD im Gaming-Markt anzutreten, setzt Intel nun voll auf profitable Profi-GPUs für KI und Workstations.

Die Hinweise verdichten sich: Intel depriorisiert die für Gamer gedachte „Big Battlemage“-GPU B770 zugunsten seiner Arc Pro-Serie. Board-Partner haben bereits Test-Chips des leistungsstarken BMG-G31-Siliziums erhalten – aber ausschließlich für Workstation-Modelle. Von einer finalen Gaming-Variante fehlt jede Spur. Die Entwicklung scheint gestoppt.

Die neue Strategie wird sich bald in Produkten zeigen. Noch im ersten Quartal 2026 will Intel die Workstation-GPUs Arc Pro B70 und B65 auf den Markt bringen. Die Top-Version B70 soll den vollen BMG-G31-Chip mit 32 Xe2-Kernen und satten 32 GB GDDR6-Speicher nutzen. Diese Konfiguration zielt klar auf KI-Entwicklung und professionelle Visualisierung ab. Der Launch könnte mit Intels neuen „Arrow Lake Refresh“-Prozessoren zusammenfallen.

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Finanzielle Realitäten bremsen Gaming-Ambitionen

Der Kern des Problems ist die Wirtschaftlichkeit. Der Markt für Gaming-Grafikkarten wird von Nvidia und AMD dominiert. Der Einstieg ist teuer: Massive Investitionen in Marketing, Vertrieb und vor allem in die stabile Treiberunterstützung sind nötig. Die bisherigen Arc-Modelle B570 und B580 konnten trotz gutem Preis-Leistungs-Verhältnis keine nennenswerten Marktanteile gewinnen. Das hat die Kalkulation für einen Nachfolger vermutlich zunichtegemacht.

Zusätzlichen Druck erzeugen globale Herausforderungen. Eine anhaltende Speicherkrise treibt die Kosten für Komponenten wie GDDR6-VRAM in die Höhe. Das macht eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung für eine Karte wie die B770 fast unmöglich. Hinzu kommt: In der Gaming-Community gilt die Battlemage-Architektur bereits als veraltet. Die Enthusiasten warten sehnsüchtig auf die nächste Generation „Celestial“. In diese Architektur jetzt noch zu investieren, wäre ein schwieriges Unterfangen.

Weniger Wettbewerb, höhere Preise für Gamer

Die Absage der ARC B770 wäre ein herber Rückschlag für mehr Wettbewerb. Die Karte sollte im unteren Mittelklasse-Segment gegen Nvidia und AMD antreten. Mit spekulierten 32 Xe2-Kernen und 16 GB VRAM wäre sie eine starke Option für 1440p-Gaming gewesen.

Doch nun bleibt der Markt dem Duopol überlassen. In einer Zeit steigender GPU-Preise und potenzieller Lieferengpässe fehlt damit ein dritter, dämpfender Konkurrent. Gamer, die auf der Suche nach einer neuen Mittelklasse-Karte sind, müssen weiterhin zwischen den etablierten Anbietern wählen. Weniger Wahl bedeutet oft auch weniger Druck auf die Preise.

Logischer Schritt mit bitterem Beigeschmack

Intels Rückzug aus dem Consumer-Gaming reflektiert die harte Realität des Grafikkartenmarktes. Der Einstieg erfordert mehr als nur gute Hardware. Nötig sind eine starke Marke, ein ausgereiftes Software-Ökosystem und immense finanzielle Ressourcen. Intel hat zwar bei Treibern und Technologien wie XeSS Fortschritte gemacht, konnte Gamer aber nicht in großer Zahl überzeugen.

Die Fokussierung auf den Profi-Markt ist aus Unternehmenssicht logisch. Die Margen bei KI- und Workstation-GPUs sind höher, und die Kunden entscheiden weniger emotional als im Gaming-Segment. Mit leistungsstarken Chips und großem Speicher bedient Intel hier eine klare Nachfrage für lokale KI-Entwicklung. So kann das Unternehmen seine F&E-Investitionen in die Xe2-Architektur refinanzieren, ohne einen verlustreichen Verdrängungskampf im Consumer-Bereich zu führen.

Was kommt nach „Battlemage“?

Die ungewisse Zukunft der ARC B770 lenkt den Blick auf die anstehenden Arc-Pro-Launches. Die Performance dieser Workstation-Karten wird das erste echte Leistungsversprechen des BMG-G31-Siliziums einlösen müssen. Ein Erfolg im Profi-Segment könnte Intel die finanzielle Basis geben, um mit der nächsten Architektur-Generation „Celestial“ doch noch im Gaming-Markt durchzustarten.

Bis dahin müssen PC-Spieler geduldig sein. Weniger Wettbewerb bedeutet auf absehbare Zeit wohl auch weniger Auswahl und höhere Preise. Intel hat zu den aktuellen Gerüchten noch nicht offiziell Stellung bezogen. Die Community wartet gespannt auf eine Klarstellung zur Zukunft der eigenen Gaming-Grafikroadmap.

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