Intuit Aktie: 64-Prozent-Absturz über zwölf Monate
15.06.2026 - 05:19:27 | boerse-global.de
Der Steuersoftware-Konzern Intuit steckt in einem gewaltigen Kursrutsch. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie über 64 Prozent ihres Werts. Am Freitag schloss das Papier bei 239,15 Euro – ein Minus von fast 30 Prozent allein im letzten Monat.
Die Quartalszahlen lieferten noch positive Signale. Der Umsatz stieg um zehn Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,80 Dollar über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen hob sogar die Jahresprognose an: 13 bis 14 Prozent Umsatzwachstum und ein EPS-Plus von rund 18 Prozent sind für das Gesamtjahr avisiert.
Doch die Börse schaut nicht auf die Vergangenheit. Sie blickt nach vorn.
Das Problem mit den einfachen Kunden
Intuit-Chefs räumten im Earnings Call ein Problem ein: Preisbewusste Steuerzahler, die ihre Erklärung selbst machen, zeigen sich zunehmend resistent. Diese Kundengruppe ist preissensibel – und Intuit muss das Modell anpassen, um sie zu halten.
Wachstum kommt woanders. Das Assisted-Tax-Geschäft, die Money-Platform und der Mid-Market wuchsen um über 30 Prozent. TurboTax Live soll in diesem Jahr 38 Prozent mehr Kunden gewinnen. Der KI-gestützte Chatbot-Dienst Mailchimp bekam neue Analysefunktionen.
Die Kehrseite: Intuit strich bereits sieben Prozent der Stellen. Das Ziel sind schlankere Strukturen und mehr Effizienz. Der Konzern will schneller werden – nicht größer.
Technische Signale am Limit
Der RSI liegt bei 33,0 Punkten. Das ist nah an der Schwelle von 30, die als überverkauft gilt. Der Kurs notiert 23 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 311 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 707 Euro trennen ihn über 66 Prozent.
Das 52-Wochen-Tief von 232 Euro liegt nur gut zwei Prozent unter dem aktuellen Niveau. Ein weiterer Rückschlag könnte diese Marke testen.
Intuits Ausblick bleibt ambitioniert. Mittelfristig peilt der Vorstand jährliche EPS-Steigerungen im mittleren Teenager-Bereich an. Ob KI und neue Geschäftsfelder den Abwärtssog stoppen können, muss sich zeigen. Die nächsten Quartale werden die entscheidende Antwort liefern.
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